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Wolff, Christian

Die Halbwertszeit der Wissenszwerge. Anmerkungen zu einigen „Mythen“ der Wissensgesellschaft

Wolff, Christian (2008) Die Halbwertszeit der Wissenszwerge. Anmerkungen zu einigen „Mythen“ der Wissensgesellschaft. In: Geisenhanslüke, Achim und Rott, Hans, (eds.) Ignoranz: Nichtwissen, Vergessen und Missverstehen in Prozessen kultureller Transformationen. Literalität und Liminalität, 3. transcript, Bielefeld, S. 203-228. ISBN 978-3-89942-778-3; 3-89942-778-5.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 07 Okt 2010 08:22
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Zusammenfassung

Das Bild vom Wissenschaftler als Zwerg, der getragen von den Schultern eines Riesen weiter sehen kann und dessen lange kulturgeschichtliche Tradition Robert K. Merton minutiös herausgearbeitet hat, ist auch heute noch gebräuchlich: Beispielsweise verwendet Google Scholar, die spezialisierte Suchmaschine für wissenschaftliche Information in der Familie der Google-Anwendungen, es als Motto und ...

Das Bild vom Wissenschaftler als Zwerg, der getragen von den Schultern eines Riesen weiter sehen kann und dessen lange kulturgeschichtliche Tradition Robert K. Merton minutiös herausgearbeitet hat, ist auch heute noch gebräuchlich: Beispielsweise verwendet Google Scholar, die spezialisierte Suchmaschine für wissenschaftliche Information in der Familie der Google-Anwendungen, es als Motto und platziert es prominent unterhalb des Rechercheeingabefeldes. Worum es im Folgenden gehen soll, ist nicht der Versuch einer Interpretation dieses Bildes als Leitidee für die Informationsgesellschaft und ihren Umgang mit Wissen, sondern eine Betrachtung von Redensweisen mit Bezug zu Wissen und Information, wie sie sich (nicht nur) in den elektronischen Medien finden und die verbreitete Vorstellungen von der Wissens- und Informationsgesellschaft charakterisieren. Dabei spielen Nichtwissen und Ignoranz auf zwei Ebenen eine Rolle: Einerseits thematisieren einige dieser Redensweisen das Phänomen Ignoranz bzw. die als gefährlich erachteten Konsequenzen von Ignoranz, andererseits ist zu fragen, inwieweit die Vorstellung von einer sich verkürzenden Halbwertszeit von Wissen mit der Realität vereinbar ist oder eher als ein Indikator von Ignoranz bezüglich der Wissensgesellschaft gelten kann. Der im Titel genannte Begriff des Mythos ist im Sinne seines Alltagsgebrauchs verwendet – die Redensweisen der Informationsgesellschaft sollen hier nicht als Mythen im Sinne der Welterklärung oder einer sinnstiftenden Geschichte interpretiert werden. Sie lassen sich eher als »Mythen des Alltags der Informationsgesellschaft« im Sinne von Barthes fassen.


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Details

DokumentenartBuchkapitel
ISBN978-3-89942-778-3; 3-89942-778-5
Buchtitel:Ignoranz: Nichtwissen, Vergessen und Missverstehen in Prozessen kultureller Transformationen
Verlag:transcript
Ort der Veröffentlichung:Bielefeld
Sonstige Reihe:Literalität und Liminalität
Band:3
Seitenbereich:S. 203-228
Datum2008
InstitutionenSprach- und Literatur- und Kulturwissenschaften > Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur (I:IMSK) > Lehrstuhl für Medieninformatik (Prof. Dr. Christian Wolff)
Informatik und Data Science > Fachbereich Menschzentrierte Informatik > Lehrstuhl für Medieninformatik (Prof. Dr. Christian Wolff)
Klassifikation
NotationArt
K.4CCS
K.4.3CCS
J.5CCS
H.3.7CCS
Stichwörter / KeywordsInformationsgesellschaft Wissensgesellschaft Wissenssoziologie Bibliometrie Informationsflut Wissensexplosion
Dewey-Dezimal-Klassifikation000 Informatik, Informationswissenschaft, allgemeine Werke > 020 Bibliotheks- und Informationswissenschaft
000 Informatik, Informationswissenschaft, allgemeine Werke > 004 Informatik
StatusVeröffentlicht
BegutachtetNie, das Dokument wird nicht wissenschaftlich begutachtet werden
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-68142
Dokumenten-ID6814

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