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Straub, Josina ; Lenz, Julia Elisabeth ; Zimmermann, Markus ; Malsy, Manuela

Alkohol und Trauma

Straub, Josina, Lenz, Julia Elisabeth , Zimmermann, Markus und Malsy, Manuela (2025) Alkohol und Trauma. Die Anaesthesiologie.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 24 Jun 2025 06:47
Artikel
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.76914


Zusammenfassung

Hintergrund Seit Langem ist bekannt, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum einer Bevölkerung und der Häufigkeit von Unfällen gibt. Seit 1975 werden durch das Statistische Bundesamt Daten über Verkehrsunfälle mit polizeilich registriertem Personenschaden erhoben. Bei der Bewertung der Daten ist von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen, da nicht bei jedem ...

Hintergrund
Seit Langem ist bekannt, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum einer Bevölkerung und der Häufigkeit von Unfällen gibt. Seit 1975 werden durch das Statistische Bundesamt Daten über Verkehrsunfälle mit polizeilich registriertem Personenschaden erhoben. Bei der Bewertung der Daten ist von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen, da nicht bei jedem Unfallbeteiligten konsekutiv der Ethanolgehalt im Blut erhoben wird. Die vermutlich beste Möglichkeit, alkoholbedingte Unfälle und Verletzungen zu erforschen, bieten daher Studien aus Notaufnahmen. Ziel der vorliegenden Studie war es, Patienten, die als traumatologischer Schockraum in einem universitären Maximalversorger vorstellig wurden, hinsichtlich einer konsekutiven Alkoholintoxikation zu untersuchen.
Methodik
Es erfolgte die retrospektive Analyse aller traumatologischen Schockraumpatienten eines Maximalversorgers in Bayern ab dem 14. Lebensjahr, die von Anfang Januar 2021 bis Ende Dezember 2024 vorstellig wurden. Hierbei wurden neben dem Ethanolgehalt im Blut der Unfallmechanismus, die Schwere der Verletzung anhand des Injury Severity Score (ISS) sowie der tödliche Verlauf erfasst.
Ergebnisse
Insgesamt wurden 1780 verunfallte Patienten eingeschlossen. Die häufigsten Unfälle waren Verkehrsunfälle (58,7 %), gefolgt von Treppenstürzen (8,3 %) und Stürzen aus großer Höhe (8,2 %). Insgesamt konnte bei 16,1 % aller eingelieferten Patienten Ethanol im Blut nachgewiesen werden. Die Gammaglutamyltransferase(γ-GT)-Aktivität zeigte sich im Durchschnitt mit 75,1 U/l bei alkoholisierten Patienten erhöht. Zeitlich wurden in den späten Abend- und frühen Morgenstunden sowie am Wochenende die meisten alkoholintoxikierten Patienten beobachtet. Uhrzeitlich verunfallten die eingelieferten Personen am häufigsten zwischen 12 und 20 Uhr, wobei etwa jeder 10. Patient einen Blutalkoholspiegel ≥ 0,2 ‰ aufwies. In der Zeit zwischen 0 Uhr und 4 Uhr konnte bei 43,8 % der eingelieferten Schockraumpatienten Ethanol im Blut nachgewiesen werden. Der durchschnittliche Blutalkoholspiegel lag bei 1,55 ‰.
Diskussion
Alkohol ist auch heute noch ein entscheidender Risikofaktor für Unfälle, Verletzungen und Sterblichkeit. Die vorliegende Studie liefert wichtige Daten zum wahren Ausmaß alkoholbedingter Unfälle in der Schwerverletztenversorgung. Resultierend muss das Bewusstsein für den Risikofaktor Alkohol geschärft und wieder in den Fokus gestellt werden. Denn nur durch zusätzliche volksnahe, präventive Maßnahmen und ggf. Verbote kann eine Abnahme risikoreichen Alkoholkonsums in der Bevölkerung erreicht werden.



Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartArtikel
Titel eines Journals oder einer ZeitschriftDie Anaesthesiologie
Verlag:Springer
Datum18 Juni 2025
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Anästhesiologie
Medizin > Lehrstuhl für Unfallchirurgie
Medizin > Notfallambulanz
Identifikationsnummer
WertTyp
10.1007/s00101-025-01546-1DOI
Stichwörter / KeywordsUnfallmechanismus · Traumatologischer Schockraum · Alkoholintoxikation · Injury Severity Score
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-769143
Dokumenten-ID76914

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