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Epistemische Gerechtigkeit als Anforderung an Wissenschaft und Universitäten
Laux, Bernhard
(2025)
Epistemische Gerechtigkeit als Anforderung an Wissenschaft und Universitäten.
Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften 66, S. 283-310.
Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 07 Jan 2026 10:38
Artikel
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.78353
Zusammenfassung
Im Beitrag wird das Konzept epistemischer Ungerechtigkeiten auf Wissenschaft und Universitäten bezogen. Es wird in den Zusammenhang der sozialen Konstitution wissenschaftlicher Erkenntnispraxis eingeordnet. Miranda Frickers Konzeption zeigt sich bei Erweiterung um Formen distributiver und partizipativer epistemischer Ungerechtigkeit leistungsfähig in der Erschließung von Problemfeldern der ...
Im Beitrag wird das Konzept epistemischer Ungerechtigkeiten auf Wissenschaft und Universitäten bezogen. Es wird in den Zusammenhang der sozialen Konstitution wissenschaftlicher Erkenntnispraxis eingeordnet. Miranda Frickers Konzeption zeigt sich bei Erweiterung um Formen distributiver und partizipativer epistemischer Ungerechtigkeit leistungsfähig in der Erschließung von Problemfeldern der Wissenschaft: a) Diskriminierungen und mangelnde Diversität im Forschungsprozess stellen die Gültigkeit wissenschaftlicher Ansprüche in Frage. b) Benachteiligungen beim Zugang zu wissenschaftlicher Bildung fügen wissenwollenden Menschen Unrecht zu und verhindern die Entwicklung der notwendigen Vielfalt unter den Forschenden und Lehrenden. c) Forschung, die gesellschaftliche Wissensbedarfe von Gruppen und Sektoren nur selektiv aufgreift, ist ungerecht und gefährdet die Diskurs- und Handlungsrationalität in der Gesellschaft. d) Ungleiche Beteiligung gesellschaftlicher Anspruchsgruppen an den Entscheidungen über die Ausrichtung und Entwicklung von Universitäten – verdeutlicht am Beispiel der Hochschulräte – sind Teil einer einseitigen Bevorzugung wirtschaftlicher Belange.
Die Perspektive epistemischer Gerechtigkeit erschließt den Zusammenhang verschiedener Herausforderungen in der Wissenschaft und zeigt ihren gemeinsamen normativen Bezugspunkt. Gerechtigkeit wird als Leitprinzip normativer Wissenschaftsreflexion in ihr Recht gesetzt – in Ergänzung und Erhellung der Wissenschaftsfreiheit, die den Diskurs dominiert.
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The article applies the concept of epistemic injustice to science and universities. It is placed in the context of the social constitution of scientific cognitive practice. Miranda Fricker’s concept, when extended to include forms of distributive and participatory epistemic injustice, proves powerful in analyzing normative problems in science: a) Discrimination and a lack of diversity in the research process call into question the validity of scientific claims. b) Disadvantages in access to scientific education inflict injustice on people who want to know and prevent the development of the necessary diversity among researchers and teachers. c) Research that only selectively addresses the knowledge needs of groups and sectors is unjust and jeopardizes the rationality of discourse and action in society. d) The unequal participation of social stakeholders in decisions on the orientation and development of universities – illustrated by the example of university boards – is part of a one-sided preference for economic interests.
The perspective of epistemic justice opens up the connection between various challenges in science and shows their common normative point of reference. Justice is placed in its rightful place as a guiding principle of normative reflection on science – complementing and illuminating the freedom of science that dominates the discourse.
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Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Artikel | ||||
| Titel eines Journals oder einer Zeitschrift | Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften | ||||
| Buchtitel: | Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Verlag: | Aschendorff Verlag | ||||
| Band: | 66 | ||||
| Seitenbereich: | S. 283-310 | ||||
| Datum | 10 Dezember 2025 | ||||
| Institutionen | Katholische Theologie > Systematische Theologie > Theologische Sozialethik, Anthropologie und Wertorientierung - Prof. Dr. Bernhard Laux | ||||
| Projekte |
Gefördert von:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
(492938758)
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| Identifikationsnummer |
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| Stichwörter / Keywords | Epistemische Gerechtigkeit; Fricker; Wissenschaft; Universität; Wissenschaftliche Bildung; Sozialepistemologie; Diversität; Wissenschaftskommunikation; Nutzengerechtigkeit; Gerechtigkeit; Gültigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse; Partizipation; Partizipationsgerechtigkeit Epistemic justice; Fricker; Science; University; Scientific education; Social epistemology; Diversity; Science communication; Justice; Validity of science; Participation; | ||||
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 200 Religion > 230 Theologie, Christentum | ||||
| Status | Veröffentlicht | ||||
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet | ||||
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja | ||||
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-783530 | ||||
| Dokumenten-ID | 78353 |
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