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Straube, Christoph ; Käsmann, Lukas ; Devecka, Michal

ACOUNEU – Radiochirurgie oder hypofraktionierte Strahlentherapie beim Vestibularis-Schwannom?

Artikel

Straube, Christoph , Käsmann, Lukas und Devecka, Michal (2025) ACOUNEU – Radiochirurgie oder hypofraktionierte Strahlentherapie beim Vestibularis-Schwannom? Strahlentherapie und Onkologie 202 (2), S. 240-242.

DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.78889


Zusammenfassung

Hintergrund der Arbeit Vestibularis-Schwannome sind seltene, gutartige Tumoren, die aufgrund ihrer Lage bereits bei geringer Größe Symptome wie Schwindel, Tinnitus oder Hörverlust verursachen können. Solange das Gehör erhalten ist, empfiehlt die aktuelle EANO-Leitlinie die Radiochirurgie als bevorzugte Therapieoption [1]. Alternativ kann auch beobachtet werden. Der norwegische V‑Rex-Trial ...

Hintergrund der Arbeit

Vestibularis-Schwannome sind seltene, gutartige Tumoren, die aufgrund ihrer Lage bereits bei geringer Größe Symptome wie Schwindel, Tinnitus oder Hörverlust verursachen können. Solange das Gehör erhalten ist, empfiehlt die aktuelle EANO-Leitlinie die Radiochirurgie als bevorzugte Therapieoption [1]. Alternativ kann auch beobachtet werden. Der norwegische V‑Rex-Trial zeigte jedoch, dass eine frühe Radiochirurgie eine Stabilisierung oder Verkleinerung des Tumors bewirken kann [1, 2]. Da die Therapie selbst einen Hörverlust verursachen kann, prüfte die vorliegende Studie, ob eine fraktionierte Strahlentherapie den Hörfunktionserhalt verbessert.
Patienten und Methodik

Die italienische ACOUNEU-Studie randomisierte 108 Patienten mit einem einseitigen, sporadisch aufgetretenen Vestibularis-Schwannom (max. 30 mm) im Verhältnis 1:1 zwischen

1.

einer Radiochirurgie mit 12–13 Gy und
2.

einer hypofraktionierten stereotaktischen Strahlentherapie in drei Sitzungen bis zu einer Gesamtdosis von 18 bis 21 Gy.

Alle Patienten mussten einen AAO-HNS-Gehör-Status von mindestens A oder B haben, was einem erhaltenen funktionellen Gehör entspricht [3]. Behandelt wurde auf der CyberKnife-Plattform. Für beide Behandlungsregime wurden ein 1 mm-schichtiges MRT (T1 mit KM; CISS und FLAIR empfohlen) und ein 1‑ bis 1,25 mm-geschichtetes CT gefordert. Das Zielvolumen (PTV) entsprach dem GTV ohne zusätzlichen Sicherheitssaum. Die Dosis von 12 (11–13 Gy) bzw. 18 Gy (18–21 Gy) wurde auf die 95 % des Zielvolumens umschließende 70- bis 85 %-Isodosis verschrieben. Als „dose constraints“ an der Cochlea wurden maximal 4 Gy bei der Radiochirurgie bzw. 10 Gy bei der fraktionierten Behandlung angegeben. Primärer Endpunkt war der Erhalt des funktionellen Hörens 36 Monate nach Behandlung (AAO-HNS-Klasse A oder B). Die AAO-HNS-Klasse A bedeutet eine Hörminderung in der frequenzgemittelten Audiometrie („pure tone average“ [PTA]) um weniger als 30 dB bei mindestens 70 % Worterkennungsrate, eine Klasse B entspricht einer PTA-Absenkung um 30 bis 50 dB bei mindestens 50 % Worterkennungsrate. Die Klassen sind weitestgehend mit der Gartner-Robertson-Skala I–II vergleichbar.
Ergebnisse

Die Studie hat ihr Rekrutierungsziel erreicht und bietet daher die geplante statistische Power, wobei die Studie auf den Nachweis eines mindestens 27 %igen Unterschieds im Hörerhalt konzipiert war. Nach 36 Monaten konnte kein Unterschied in der Hörfunktion beschrieben werden, 55 % hatten zu diesem Zeitpunkt ein erhaltenes Hörvermögen A bis B entsprechend der AAO-HNS-Skala. Die lokale Kontrolle lag nach 62 Monaten bei 92 %, auch hier gab es keine Unterschiede zwischen den Fraktionierungen.

Die Nebenwirkungen waren meist leicht und bildeten sich beim Großteil der betroffenen Patienten (90 %) vollständig zurück. In den meisten Fällen wurde ein Schwindel beklagt (32 %, 16 % neu), gefolgt von fazialen Spasmen (7 %, 6 % neu), Schmerzen im Mastoid (7 %), einer Trigeminusneuralgie (7 %, 3 % neu). Drei Patienten erlitten schwere Nebenwirkungen, wobei zwei Patienten mit einem VP-Shunt versorgt werden mussten und ein Patient aufgrund starken Schwindels starke Einschränkungen im Alltag hatte.



Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartArtikel
Titel eines Journals oder einer ZeitschriftStrahlentherapie und Onkologie
VerlagSpringer Nature
Open Access ArtDEAL (Springer Non-Research)
Band202
Nummer des Zeitschriftenheftes oder des Kapitels2
SeitenbereichS. 240-242
Datum5 Dezember 2025
Veröffentlichungsdatum05 Mrz 2026 17:34
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Strahlentherapie
Identifikationsnummer
WertTyp
10.1007/s00066-025-02497-7DOI
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-788890
Dokumenten-ID78889

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