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Prognostische Aussage bildbasierter Biomarker in initialen FDG-PET/CTs von Patienten mit DLBCL aus der CALGB 50303-Studie
Langguth, Veronika (2026) Prognostische Aussage bildbasierter Biomarker in initialen FDG-PET/CTs von Patienten mit DLBCL aus der CALGB 50303-Studie. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 10 Aug 2026 07:32
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.80285
Zusammenfassung (Deutsch)
Einleitung: Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) stellt die häufigste Untergruppe des Lymphoms dar und macht ca. ein Drittel aller Non-Hodgkin-Lymphome des Erwachsenen aus. Die Standardtherapie stellt die sehr wirksame Immun-Chemotherapie mittels R-CHOP dar. Obwohl dadurch sehr viele Patienten mit gutem Erfolg geheilt werden können, kommt es bei einem erheblichen Teil der Patienten (30 ...
Einleitung: Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) stellt die häufigste Untergruppe des Lymphoms dar und macht ca. ein Drittel aller Non-Hodgkin-Lymphome des Erwachsenen aus. Die Standardtherapie stellt die sehr wirksame Immun-Chemotherapie mittels R-CHOP dar. Obwohl dadurch sehr viele Patienten mit gutem Erfolg geheilt werden können, kommt es bei einem erheblichen Teil der Patienten (30 bis 50 %) immer noch zu einem Behandlungsversagen. Das Ziel aktueller Forschung ist es, Patienten, die nicht von der Standardtherapie profitieren, möglichst früh zu identifizieren, um die Therapie optimal anpassen zu können. Dafür ist es wichtig, zuverlässige Marker zu finden. Vielversprechend sind hierbei bildbasierte Biomarker aus der FDG-PET/CT, die als Standard-Bildgebung für das Staging eingesetzt wird. In dieser post-hoc-Analyse wurden FDG-PET/CT-Aufnahmen von 150 Patienten aus der CALGB 50303-Studie mit einem diffus großzelligen B-Zell Lymphom (DLBCL) untersucht, die jeweils vor Therapiebeginn aufgenommen wurden. Dabei war das Ziel dieser Arbeit, Schwellenwerte der bildbasierten Biomarker MTV, TLG, SUVmax und der Läsionsanzahl zu finden, die es erlauben, Patienten in Gruppen mit besserer und schlechterer Prognose einzuteilen. Dies sollte jeweils in Bezug auf das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS) vorgenommen werden. Weiterhin sollte die prognostische Aussagekraft der bildbasierten Biomarker durch eine multivariate Analyse bestätigt werden und auch mit der prognostischen Aussagekraft des IPI-Scores und der in diesen einfließenden Faktoren verglichen werden.
Methodik: In den 150 PET/CT-Aufnahmen aus dem Forschungsarchiv aus der der CALGB 50303-Studie wurden mithilfe des CE-zertifizierten Analyse-Tools syngo.via von Siemens die Parameter MTV, TLG, SUVmax und die Läsionsanzahl gemessen. Die Patientengruppe wurde anschließend bei verschiedenen Schwellenwerten der bildbasierten Biomarker dichotomisiert und jeweils derSchwellenwert mit der besten Trennschärfe (niedrigster p-Wert) ermittelt. Dies erfolgte mit allen bildbasierten Biomarkern jeweils in Bezug auf das PFS und auf das OS. Anschließend wurde eine multivariate Analyse mit den etablierten Prädiktoren des IPIScores in Kombination mit den bildbasierten Biomarkern durchgeführt. Dabei wurden vier verschiedene Modelle erstellt, die jeweils voneinander unabhängige Faktoren enthielten. Die Überlebensdaten der Patienten stammten dabei aus der Studie CALGB 50303, die über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 5,2 Jahren die beiden Therapieregime R-CHOP und DA-EPOCH-R miteinander verglich.
Ergebnisse: Es konnten für die Mehrzahl der bildbasierten Biomarker signifikante Schwellenwerte (p<0,05) in Bezug auf das PFS und OS gefunden werden. Die optimalen Schwellenwerte lagen für MTV bezüglich PFS bei 255 ml (p=0,002) und bezüglich OS bei 850 ml (p<0,001), für TLG konnte nur bezüglich OS ein Schwellenwert bei 6375 g (p=0,018) gefunden werden. Für SUVmax war nur der Schwellenwert bezüglich OS signifikant bei 15,6 g/ml (p=0,026) und für die Läsionsanzahl nur der Schwellenwert bezüglich des PFS bei 50 (p<0,001). In der multivariaten Analyse erwiesen sich Parameter, die das Tumorvolumen abbilden (v.a. MTV, aber auch die Läsionsanzahl) als die stärksten prognostischen Faktoren für die Vorhersage des PFS. SUVmax zeigte nur in Kombination mit MTV signifikante Effekte, wobei ein hohes SUVmax als protektiver Faktor fungierte. Der IPI-Score zeigte sich für das OS prognostisch relevant. Die Kombination aus MTV und SUVmax erlaubte eine risikoadaptierte Einteilung: Patienten mit niedrigem MTV und hohem SUVmax zeigten ein sehr günstiges Risikoprofil im Bezug auf das PFS, während ein hohes MTV bei gleichzeitig niedrigem SUVmax mit einem mehr als dreifach erhöhten Risiko im Bezug auf das PFS assoziiert war (HR 3,16). Für das OS ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen diesen Gruppen.
Schlussfolgerung: Aus den Daten einer großen prospektiven Studie konnten Schwellenwerte der bildbasierten Biomarker MTV, TLG, SUVmax, Läsionsanzahl und teilweise deren Kombinationen ermittelt werden. Diese Parameter lassen sich problemlos mit der klinisch etablierten CE-zertifizierten syngio.via-Software erheben, sodass im klinischen Alltag die Messung und Einordnung der Patienten in die Risikogruppen gut umgesetzt werden kann. Der Vergleich mit publizierten Daten verdeutlicht, dass weniger die absolute Höhe des Schwellenwertes als vielmehr die Konsistenz des Zusammenhangs entscheidend ist: Ein höheres MTV und ein hohes TLG sind robust mit ungünstigen Verläufen assoziiert. Standardisierungen der Segmentierungsmethoden und prospektive Validierungen sind erforderlich, um universell anwendbare Cut-offs für die klinische Routine zu etablieren. In dieser Arbeit handelt es sich um eine post-hoc-Analyse einer prospektiven Studie. Die Schwellenwerte, die ermittelt wurden, sollten wegen ihrer hohen Datenqualität prospektiv für die geplante Analyse in der OPTIMAL>60-Studie genutzt werden.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Introduction: Diffuse large B-cell lymphoma (DLBCL) is the most common subtype of lymphoma. Although standard first-line treatment with R-CHOP cures many patients, 30–50% experience treatment failure. This post-hoc analysis of 150 baseline FDG PET/CT scans from the CALGB 50303 trial evaluated imaging biomarkers (metabolic tumor volume [MTV], total lesion glycolysis [TLG], SUVmax, and lesion ...
Introduction: Diffuse large B-cell lymphoma (DLBCL) is the most common subtype of lymphoma. Although standard first-line treatment with R-CHOP cures many patients, 30–50% experience treatment failure. This post-hoc analysis of 150 baseline FDG PET/CT scans from the CALGB 50303 trial evaluated imaging biomarkers (metabolic tumor volume [MTV], total lesion glycolysis [TLG], SUVmax, and lesion count) to identify prognostic cutoffs for progression-free survival (PFS) and overall survival (OS) and to compare their prognostic value with the International Prognostic Index (IPI).
Methods: MTV, TLG, SUVmax, and lesion count were measured using the CE-certified Siemens syngo.via software. Optimal cutoff values were determined by dichotomizing patients at different thresholds. Multivariable Cox regression models assessed the independent prognostic value of imaging biomarkers alongside IPI factors.
Results: Significant prognostic cutoffs were identified for most biomarkers. MTV was the strongest predictor of PFS, while the IPI remained the strongest predictor of OS. Patients with low MTV and high SUVmax had the most favorable PFS, whereas those with high MTV and low SUVmax had more than a threefold increased risk of progression (HR 3.16). No significant OS differences were observed for this combined risk stratification.
Conclusion: Baseline FDG PET/CT-derived biomarkers, particularly MTV, provide valuable prognostic information in DLBCL and can be readily assessed using clinically available software. Prospective validation and standardized segmentation methods are needed before universal cutoff values can be implemented in routine clinical practice. The identified thresholds will be prospectively evaluated in the OPTIMAL>60 study.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Open Access Art: | Primärpublikation |
|---|---|
| Datum | 10 August 2026 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Dirk Hellwig |
| Tag der Prüfung | 17 Juni 2026 |
| Institutionen | Medizin > Abteilung für Nuklearmedizin |
| Stichwörter / Keywords | DLCBL; PET/CT; MTV; TLG; SUVmax; PFS; OS |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-802858 |
| Dokumenten-ID | 80285 |
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