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Zilles, Hannah

Einfluss der Corona-Pandemie auf Erstdiagnosen von Tumorerkrankungen, im Speziellen auf das Prostatakarzinom

Zilles, Hannah (2026) Einfluss der Corona-Pandemie auf Erstdiagnosen von Tumorerkrankungen, im Speziellen auf das Prostatakarzinom. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 13 Aug 2026 08:06
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.80329


Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund und Ziel: Die SARS-CoV-2-Pandemie führte zu erheblichen Veränderungen in der medizinischen Versorgung und könnte insbesondere die Diagnostik und Therapie onkologischer Erkrankungen beeinflusst haben. Ziel dieser Arbeit war es, den Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die Erstdiagnose, das Tumorstadium und den zeitlichen Ablauf der Behandlung des Prostatakarzinoms zu ...

Hintergrund und Ziel: Die SARS-CoV-2-Pandemie führte zu erheblichen Veränderungen in der medizinischen Versorgung und könnte insbesondere die Diagnostik und Therapie onkologischer Erkrankungen beeinflusst haben. Ziel dieser Arbeit war es, den Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die Erstdiagnose, das Tumorstadium und den zeitlichen Ablauf der Behandlung des Prostatakarzinoms zu untersuchen.
Methoden: In einer retrospektiven monozentrischen Studie wurden Patienten mit neu diagnostiziertem Prostatakarzinom am Caritas-Krankenhaus St. Josef über einen Zeitraum von 36 Monaten (2019–2021) untersucht. Verglichen wurden Patienten vor und während der SARS-CoV-2-Pandemie hinsichtlich demografischer Daten, klinischer und pathologischer Tumorcharakteristika, Risikostratifikation sowie der durchgeführten Therapie. Zusätzlich wurden die Zeitintervalle zwischen Prostatabiopsie, interdisziplinärer Tumorkonferenz und Therapiebeginn analysiert.
Ergebnisse: Über den gesamten Untersuchungszeitraum zeigte sich kein nachhaltiger Rückgang der Erstdiagnosen von Prostatakarzinomen. Ein vorübergehender Rückgang während der ersten und zweiten Lockdown-Phasen wurde im weiteren Verlauf kompensiert. Hinsichtlich der Tumorausbreitung ergaben sich keine signifikanten Hinweise auf ein Upstaging während der Pandemie. Insbesondere zeigte sich kein signifikanter Unterschied im Anteil metastasierter Erkrankungen (cM+: 10,3 % vs. 8,9 %; p = 0,429). Auch die pathologische Tumorausdehnung nach radikaler Prostatektomie unterschied sich zwischen den Untersuchungszeiträumen nicht signifikant. Gleichzeitig verkürzten sich die Zeitintervalle zwischen Prostatabiopsie und Vorstellung in der Tumorkonferenz (1,4 vs. 0,9 Monate) sowie zwischen Biopsie und Therapiebeginn (3,0 vs. 2,4 Monate).
Schlussfolgerung: Die SARS-CoV-2-Pandemie führte in der untersuchten Kohorte weder zu einer nachhaltigen Abnahme der Erstdiagnosen noch zu einer signifikanten Zunahme fortgeschrittener Tumorstadien. Trotz der pandemiebedingten Veränderungen im Gesundheitssystem konnte die onkologische Versorgung aufrechterhalten werden. Die verkürzten Zeitintervalle bis zur Therapie könnten auf eine Priorisierung der Behandlung onkologischer Erkrankungen während der Pandemie zurückzuführen sein.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Background and Objective: The SARS-CoV-2 pandemic led to substantial changes in healthcare delivery and may have affected the diagnosis and treatment of oncological diseases. The aim of this study was to investigate the impact of the COVID-19 pandemic on the initial diagnosis, tumor stage, and timing of treatment of prostate cancer. Methods: In this retrospective single-center study, patients ...

Background and Objective: The SARS-CoV-2 pandemic led to substantial changes in healthcare delivery and may have affected the diagnosis and treatment of oncological diseases. The aim of this study was to investigate the impact of the COVID-19 pandemic on the initial diagnosis, tumor stage, and timing of treatment of prostate cancer.
Methods: In this retrospective single-center study, patients with newly diagnosed prostate cancer treated at Caritas Hospital St. Josef were analyzed over a 36-month period from 2019 to 2021. Patients diagnosed before and during the SARS-CoV-2 pandemic were compared regarding demographic characteristics, clinical and pathological tumor parameters, and treatment modalities. In addition, the time intervals between prostate biopsy, multidisciplinary tumor board presentation, and initiation of treatment were evaluated.
Results: No sustained reduction in newly diagnosed prostate cancer cases was observed over the entire study period. A temporary decline during the initial lockdown phases was compensated for during the subsequent observation period. Regarding tumor extent, no significant evidence of upstaging during the pandemic was found. In particular, there was no significant difference in the proportion of patients with metastatic disease (cM+: 10.3% vs. 8.9%; p = 0.429). Pathological tumor extent following radical prostatectomy also did not differ significantly between the study periods. At the same time, the intervals between prostate biopsy and tumor board presentation (1.4 vs. 0.9 months) and between biopsy and initiation of treatment (3.0 vs. 2.4 months) were shortened during the pandemic.
Conclusion: In the present cohort, the SARS-CoV-2 pandemic neither resulted in a sustained reduction in newly diagnosed prostate cancer cases nor in a significant increase in advanced tumor stages. Despite pandemic-related changes in healthcare delivery, oncological care was maintained. The shorter intervals between diagnosis, multidisciplinary treatment planning, and initiation of therapy may reflect the prioritization of oncological care during the pandemic.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Open Access Art:Primärpublikation
Datum13 August 2026
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Michael Gierth
Tag der Prüfung30 Juli 2026
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Urologie
Stichwörter / KeywordsProstatakarzinom, SARS-CoV-2-Pandemie, COVID-19, Krebsdiagnostik, Upstaging, Tumorstadium, Onkologische Versorgung, onkologisches Outcome, Behandlungsverzögerungen
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-803296
Dokumenten-ID80329

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