Seit Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mehren sich die empirischen Belege, dass milder positiver Affekt qualitative Effekte auf die kognitive Informationsverarbeitung hat. Die neuropsychologischen Grundlagen werden der Dompamintheorie des positiven Affekts (Dopamine theory of positive affect) von Ashby und Kollegen (Ashby, Isen & Turken, 1999; Ashby, Valentin & Turken, 2002) gemaeß in einer mit positivem Affekt einhergehenden erhoehten dopaminergen Aktivitaet gesehen (s. Dreisbach & Goschke, 2004; Dreisbach et al., 2005). Da Dopamin auch in engem Zusammenhang mit dem Erhalt einer unerwarteten Belohnung steht (z.B. Schulz, 1997) und Belohnung typischerweise mit positivem Affekt einhergeht, wurde in der kognitionspsychologischen Literatur haeufig kaum bzw. unzureichend zwischen positivem Affekt und Belohnung als unabhaengiger Variable unterschieden (s. Chiew & Braver, 2011; Dreisbach & Fischer, 2012). In dem beantragten Projekt sollen die differentiellen Einfluesse von positivem Affekt einerseits und (verhaltensabhaengiger und verhaltensunabhaengiger) Belohnung andererseits auf kognitive Kontrollprozesse vergleichend untersucht werden. Diese Forschung soll einen Beitrag zur aktuellen Diskussion ueber das Zusammenspiel von motivationalen und emotionalen Einfluessen auf kognitive Kontrolle leisten.