Auswirkung misshandlungsbedingter psychophysiologischer Alterationen der Mutter auf Psychophysiologie und emotionale Regulation des Säuglings
Gefördert von:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektnummer: 5422089
Projektnummer: 5422089
Link zum Projekt auf Webseiten des Förderers
https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/5422089Dauer
Projektbeginn: 2004Projektende: 2007
Beteiligte Institutionen
Nicht ausgewähltWeitere Informationen
Zusammenfassung
Die geplante Studie versucht erstmals, das klinisch und gesellschaftlich hochproblematische Phänomen der intergenerationalen Weitergabe von Misshandlungserfahrungen in einer prospektiven Longitudinalstudie zu erfassen. In der geplanten Untersuchung sollen bei jungen Müttern lebensgeschichtliche Belastungen in Form einer interpersonellen Traumatisierung und ihre psychophysiologischen und -pathologischen Folgeerscheinungen (erhöhtes Arousal, Alterationen der Reizreagibilität und Habituation, dissoziative Reaktionen, psychischer Beschwerdedruck,) untersucht werden. Zentraler Untersuchungsgegenstand ist die bislang nicht untersuchte Frage, welchen Einfluss diese Größen auf Arousal, Reizreagibilität und -verarbeitung des Neugeborenen und die emotionale Regulation des Kindes im späteren Säuglingsalter (mit 8 Monaten) haben. Hintergrund ist dabei die Hypothese, dass eine permanent erhöhte Hyperreagibilität und verminderte Habituationskapazität der Mutter - als bekannter Folgeschaden einer Traumatisierung - mit einer entsprechenden (da ja u. U. bereits intrauterin übertragenen) Veränderung derselben Parameter beim Kind einhergeht. Psychophysiologische Reagibilitätsveränderungen im frühen Kindesalter können die Emotionale Regulation des Kindes beeinträchtigen, was dann eine zusätzliche Herausforderung an die traumatisierte Mutter darstellt. Dies könnte den cycle of abuse durch Überforderung der Mutter schließen, mit den entsprechenden Folgeerkrankungen. Das Ziel der Studie ist daher, die für die klinische Praxis dringend notwendigen Anhaltspunkte zum Verständnis der intergenerationalen Transmission von Gewalterfahrungen zu gewinnen als Voraussetzung für die Entwicklung gezielter Präventionsstrategien.