Dem ionotropen 5-HT3-Rezeptor kommt bei zahlreichen neuronalen Vorgängen im ZNS eine wichtige Rolle zu. Obwohl die Physiologie dieses Ionenkanals erst ansatzweise verstanden ist, gibt es viele Hinweise dafür, dass er für die Regulation vegetativer Funktionen aber auch für höhere Hirnfunktionen sowie Verhalten und Befinden eine wesentliche Rolle spielt. Aus eigenen Vorarbeiten wissen wir, dass eine Reihe von Psychopharmaka (Antidepressiva, Neuroleptika, Antiparkinsonmittel) und sogar manche Steroide als funktionelle Antagonisten am 5-HT3-Rezeptor wirken, obwohl sie im Gegensatz zu bestimmten Antiemetika nicht mit der Serotonin-Bindungsstelle des Rezeptors interagieren. Diese non-kompetitive Inhibition eines ligandengesteuerten Ionenkanals als neues Wirkprinzip von Psychopharmaka soll im Rahmen dieses Forschungsvorhabens anhand molekularbiologischer, biochemischer und elektrophysiologischer Techniken weiter aufgeklärt werden. Insbesondere sollen in einem interdisziplinären Ansatz Physiologie und Pharmakologie des erst kürzlich beschriebenen heteromeren 5-HT3AB-Rezeptors im Vergleich zum homomeren 5-HT3A-Rezeptor untersucht werden. Insgesamt soll das Forschungsvorhaben anhand der molekularen Pharmakologie des 5-HT3-Rezeptors neuartige Perspektiven für die Weiterentwicklung von Medikamenten erschließen.