Das frühneuzeitliche deutsche Reich als politisches Referenzsystem des amerikanischen Förderalismus im Entstehungsprozess der USA (1751-1788)
Gefördert von:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektnummer: 102631349
Projektnummer: 102631349
Link zum Projekt auf Webseiten des Förderers
https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/102631349Dauer
Projektbeginn: 2009Projektende: 2014
Beteiligte Institutionen
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Zusammenfassung
Ziel des vorliegenden Forschungsantrags ist die bisher vernachlässigte Untersuchung und Dokumentation des besonderen Status des frühneuzeitlichen deutschen Reiches als politisches Referenzsystem des amerikanischen Föderalismus im Entstehungsprozeß der USA (1751-1788). Auf der Grundlage von bislang in der Frühneuzeitforschung wie von der Amerika-Historiographie übersehenen, aber außerordentlich reichhaltigen und aussagekräftigen Quellenbeständen ist die Erforschung folgender Zusammenhänge beabsichtigt: 1.) Der kurz vor und während des Siebenjährigen Krieges von Benjamin Franklin angeregte Diskurs über die Möglichkeit eines freiwilligen Zusammenschlusses der britischen Kolonien Nordamerikas, auch unter – zunächst noch spärlicher – Bezugnahme auf das frühneuzeitliche deutsche Reich (1751-1763). 2.) Franklins nach Ende des Siebenjährigen Krieges intensiv geführtes Gespräch mit dem deutschen Reichsjuristen Johann Stephan Pütter über die Verfassung der “Germanic Confederation” (Franklin, 1776), die dann bis zur Unabhängigkeitserklärung (1776) und Annahme der Konföderationsartikel (1777/81) zu einer festen politischen Referenzgröße der amerikanischen Gründerväter wurde (1764- 1777). 3.) Die vor, während und nach Annahme der US-Verfassung von 1787 geführte Debatte amerikanischer Föderalisten über den bundesstaatlichen Charakter der USA, den James Madison im Oktober 1787 in einem Brief an Thomas Jefferson explizit als Variante des frühneuzeitlichen deutschen Reiches definierte (1778-1788). – Im Ergebnis soll gezeigt werden, daß auch die in einem revolutionären Entstehungsakt begründeten USA nicht ohne Rekurs auf eingeführte europäische Verfassungsordnungen auskommen konnten und daß sich dabei die föderative Organisationsform des – von amerikanischen Föderalisten als ‚Staat‘ bezeichneten – frühneuzeitlichen deutschen Reiches als besonders hilfreich erwies.
Team
Principal Investigator:
Johannes Burkhardt(†)
Principal Investigator:
Volker Depkat