Das Projekt untersucht die Entwicklung des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB) zu einem Zentrum literarischer Übersetzungsförderung im nationalen und europäischen Kontext. Projektziel ist erstens die historische Rekonstruktion dieser Entwicklung, zweitens eine übersetzungssoziologische Analyse und Interpretation der über das LCB führenden Übersetzungsströme, insbesondere in Jahren 1993-2009, als das Auswärtige Amt und andere Förderinstitu-tionen die Übersetzungen von Literaturen aus Mittel- und Osteuropa am LCB unterstützten. Die Untersuchung fußt zum einen auf Archivstudien, zum anderen greift es auf Methoden der feldanalytischen Übersetzungswissenschaft zurück. Leitfragen des Projektes sind, wie sich das LCB zu einem zentralen Ort literarischer Übersetzungsförderung entwickeln konnte, welche literarisch-symbolischen, kulturpolitischen und (verlags-)ökonomischen Strategien mit dieser Entwicklung verbunden waren und schließlich welchen Einfluss die durch Übersetzungen insbesondere „kleinerer Literaturen“ aus Mittel- und Osteuropa entstandene Diversität auf die Modernisierung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur im transnationalen Gefüge hatte.