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Die Störung der kardialen Natriumhomöostase als Mechanismus Ethanol-induzierter atrialer Herzrhythmusstörungen

Gefördert von: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektnummer: 455425596

Link zum Projekt auf Webseiten des Förderers

https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/455425596

Dauer

Projektbeginn: 1 Februar 2021

Beteiligte Institutionen

Nicht ausgewählt

Weitere Informationen

Zusammenfassung

Alkoholmissbrauch ist ein schwerwiegendes medizinisches und gesellschaftliches Problem. Alkoholexzess ist ein wichtiger Risikofaktor für atriale und ventrikuläre Arrhythmien, sowie für kontraktile Dysfunktion. 20-30% der aufgenommenen Krankenhauspatienten betreiben einen Alkoholabusus, 24% aller Amerikaner regelmäßig „binge drinking“ (Blutalkoholkonzentrationen von über 0,8‰ [also 0,08%]). Schon lange ist bekannt, dass Alkohol akut Arrhythmien auslösen kann (insbesondere Vorhofflimmern im Sinne eines „holiday-heart“-Syndroms). Die Mechanismen dieser akuten Alkohol-induzierten Herzrhythmusstörungen sind aber bislang unzureichend erforscht.Ein wichtiges Enzym im Kontext der myokardialen Arrhythmogenese ist die Ca2+/Calmodulin-abhhängige Kinase II (CaMKII). Wir konnten in zellulären Experimenten nachweisen, dass Ethanol über die NADPH-Oxidase II in Herzmuskelzellen reaktive Sauerstoffspezies induziert, welche dann oxidativ die CaMKII aktivieren. In diesen Experimenten konnten wir zeigen, dass eine Folge der gesteigerten CaMKII-Aktivität ein gesteigertes diastolisches Ca2+-Leck aus dem sarkoplasmatischen Retikulum ist, welches zu zellulären Arrhythmien führen kann. In aktuellen Vorarbeiten können wir zudem zeigen, dass Ethanol auch eine zytosolische Na+-Überladung in atrialen Kardiomyozyten bewirkt.Ziel des aktuellen Versuchsvorhabens ist es, proarrhythmogene Störungen der kardialen Na+-Homöostase durch eine akute Alkoholexposition mechanistisch zu untersuchen und neue therapeutische Ansätze zu entwickeln. Die zentralen Hypothesen sind dabei:1. Zytosolische Na+-Überladung ist ein bislang unerkannter Mechanismus Ethanol-induzierter Arrhythmogenese. Sie entsteht infolge eines CaMKII-abhängig vermehrten späten Na+-Einstroms.2. Es bestehen positive Rückkopplungen zwischen Ethanol-induzierter Na+-Überladung, Ca2+-Haushalt und Ca2+-Leck, CaMKII-Aktivität und reaktiven Sauerstoffspezies.3. Die Verhinderung der kardiomyozytären Na+-Überladung ist ein neuartiger translationaler Ansatz zur Therapie Ethanol-induzierter atrialer Arrhythmien.Aus diesen Untersuchungen können damit neue, schnell in die klinische Translation überführbare therapeutische Ansätze entstehen, die im Lichte der hohen Prävalenz Ethanol-induzierter Herzrhythmusstörungen von hoher klinischer Relevanz wären.

Team

Principal Investigator: Stefan Neef

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