GRK 2337: Metropolität in der Vormoderne
Gefördert von:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektnummer: 321183165
Projektnummer: 321183165
Link zum Projekt auf Webseiten des Förderers
https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/321183165Dauer
Projektbeginn: 1 April 2017Projektende: 30 März 2026
Beteiligte Institutionen
Katholische Theologie > Historische TheologieKatholische Theologie > Praktische Theologie
Rechtswissenschaften > Bürgerliches Recht
Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften > Institut für Klassische Archäologie
Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften > Institut für Geschichte
Sprach- und Literatur- und Kulturwissenschaften > Institut für Anglistik und Amerikanistik
Kooperationspartner
| Kooperationspartner | ROR | Antragstellende Einrichtung |
|---|---|---|
| Julius-Maximilians-Universität Würzburg | https://ror.org/00fbnyb24 | Nicht ausgewählt |
| Bayerische Akademie der Wissenschaften | https://ror.org/001rdaz60 | Nicht ausgewählt |
Weitere Informationen
Zusammenfassung
Metropolen bündeln Bedeutungen. Sie inszenieren sich in der Vormoderne – zumeist unterVerweis auf metropolitane Vorbilder – in großer medialer Vielfalt als Orte herausgehobenerUrbanität, Zentralität und Geschichtlichkeit. Ihre Selbst- und Fremdwahrnehmungen alsMetropolen, aus denen sie aktuelle Geltungs- und Herrschaftsansprüche ableiten, gründen aufempirischen Erfahrungen, die als materielle Grundlage des vormodernen Metropolenbegriffsbeschrieben werden können: ihre Größe und Schönheit, die Reichweite der politischökonomischenNetzwerke ihrer Eliten, das Volumen des Fernhandels und der Migrationsbewegungen, die Diversität der sozialen Gruppen, die Dichte der Kommunikation, der Rang ihrer Kirchen und Kultstätten, die Präsenz von Herrschaftsträgern oder ihre lange undglanzvolle Geschichte. Die sprachlichen, ikonographischen, performativen oder dinglichenInszenierungen von Metropolität liefern dabei nicht nur Spiegelungen und Deutungen derspezifischen Erfahrungswelt einer bestimmten Großstadt. Sie verstärken zugleich auch dieWachstums-Dynamiken, die dem Metropolisierungsprozess inhärent sind, und tragen nicht zuletztzur Festschreibung eines zeitgenössischen Wertekanons der urbanen Lebensform bei. DieBeanspruchung des metropolitanen Status ist eine kulturelle Konstruktion, die in dergroßstädtischen Wirklichkeit gründet und vielfältig auf die urbane Lebenswelt insgesamtzurückwirkt.Mit dieser Untersuchungsperspektive verbinden sich nicht nur ein klareres Verständnis dessen,was in der Vormoderne eine Metropole sei, und ein Diskussionsangebot an die modernenMetropolitan Studies. Vielmehr eröffnet sich auch ein breites, innovatives und transdisziplinärangelegtes Programm zur Erforschung kultureller, sozioökonomischer, politischer, religiöser odertechnologischer Dynamiken in vormodernen Großstädten. Die hier benannten Implikationenvormoderner Metropolität helfen dabei, die in der Städteforschung dominierendenEinzeluntersuchungen zu individuellen Faktoren oder kurzen Zeiträumen in eine longue durée undein vielschichtiges Beziehungsgeflecht metropolitaner Prozesse einzubetten, in die historischeErfahrungen, aktuelle Bedeutungen und visionäre Entwürfe einbezogen werden können.
Team
Principal Investigator:
Jörg Oberste
Mitglied:
Harald Buchinger
Mitglied:
Albert Dietl
Mitglied:
Angela Ganter
Mitglied:
Martin Löhnig
Mitglied:
Andreas Merkt
Mitglied:
Mark Spoerer
Mitglied:
Dirk Steuernagel
Mitglied:
Anne-Julia Zwierlein