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Geneidy, Nadja

Polyzystisches Ovar-Syndrom - Untersuchung von Kandidatengenen und deren Korrelation mit dem klinischen Erscheinungsbild

Geneidy, Nadja (2009) Polyzystisches Ovar-Syndrom - Untersuchung von Kandidatengenen und deren Korrelation mit dem klinischen Erscheinungsbild. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 23 Jan 2009 15:23
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.12099


Zusammenfassung (Deutsch)

Mit der vorliegenden Arbeit wurde geprüft, ob und inwieweit der R653Q-SNP im MTHFD-1-Gen, die Apa1-Variante des IGF-2-Gens und der 4G/5G-Polymorphismus des PAI-1-Gens für die Pathogenese des PCOS und seine klinischen Charakteristika verantwortlich sind. Dafür erfolgte eine Sammlung klinischer Daten sowie eine molekulargenetische Untersuchung von 242 Patientinnen und 161 gesunden ...

Mit der vorliegenden Arbeit wurde geprüft, ob und inwieweit der R653Q-SNP im MTHFD-1-Gen, die Apa1-Variante des IGF-2-Gens und der 4G/5G-Polymorphismus des PAI-1-Gens für die Pathogenese des PCOS und seine klinischen Charakteristika verantwortlich sind.

Dafür erfolgte eine Sammlung klinischer Daten sowie eine molekulargenetische Untersuchung von 242 Patientinnen und 161 gesunden Kontrollpersonen.
Es wurde gezeigt, dass die genannten SNP nicht die genetische Grundlage des Pathomechanismus des PCOS darstellen.

Lediglich für die Allelverteilung bezüglich des 4G/5G-Polymorphismus des PAI-1-Gens konnte ein Unterschied zwischen Patientinnen mit PCOS und gesunden Kontrollen festgestellt werden. Unter den vom PCOS Betroffenen fanden sich für sich genommen jedoch keine signifikanten Unterschiede in der Allelverteilung, lediglich bei den gesunden Frauen konnte ein signifikant häufigeres Vorkommen des 4G-Allels nachgewiesen werden.

Auf bestimmte klinische Charakteristika des PCOS, wie die Androgenisierung haben die untersuchten SNP nach den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit keine Auswirkung.

Andere klinische Parameter werden dagegen signifikant durch die jeweils bestehenden Varianten der Polymorphismen beeinflusst.
So geht bei den Patientinnen die IGF-2-SNP-Variante A/A mit Übergewicht und Adipositas einher, Frauen mit der reinen 5G-Variante des PAI-1-Gen-Polymorphismus sind signifikant häufiger schlank.
Patientinnen mit A/A-Variante des MTHFD-1-Gen-Polymorphismus weisen signifikant häufiger eine Dyslipidämie auf und entwickeln signifikant öfter einen Gestationsdiabetes.

Nach einer Kinderwunschbehandlung treten signifikant weniger Fehlgeburten bei den Frauen mit PCOS auf, die einen reinen 5G-Genotyp des PAI-1-Gen-SNP haben.

Während manche der gefundenen Ergebnisse mit denen anderer Untersucher übereinstimmen, gibt es auch Fragestellungen, bei denen abweichende Resultate von anderen Forschern vorliegen.

Dies macht klar, dass mehr Studien mit sehr hohen Fallzahlen benötigt werden, um zu endgültigen Aussagen zu gelangen. Darüber hinaus ist immer wieder die differierende Diagnosestellung des PCOS ein Grund für uneinheitliche Resultate verschiedener Untersuchungen.
Hier ist es unumgänglich, dass für eine echte Vergleichbarkeit von Forschungsergebnissen einheitliche Diagnosekriterien herangezogen und kompromisslos angewandt werden.

Die mangelnde Reproduzierbarkeit gefundener Ergebnisse zeigt aber in jedem Fall, dass weiterer Klärungsbedarf bezüglich der Bedeutung der untersuchten Kandidatengene besteht.
Die Zahl der Genomvarianten, die mit dem PCOS assoziiert werden, nimmt immer mehr zu. Dies legt nahe, dass es sich bei dem PCOS um eine Störung handelt, deren Pathomechanismus auf dem Zusammenwirken multipler Genveränderungen mit Umweltfaktoren und Lebensgewohnheiten beruht [66].

Weitere Anstrengungen müssen hier unternommen werden, um viele andere in Frage kommende Kandidatengene auf ihre Assoziation mit dem PCOS hin zu untersuchen. Dabei wird stets auf die genaue Auswahl der Probandinnen mit strenger Anwendung der gültigen Diagnosekriterien geachtet werden müssen, bei gleichzeitigem Anstreben des Einschlusses großer Fallzahlen. Darüber hinaus darf das wahrscheinliche Basieren der Pathogenese des PCOS auf multiplen Genveränderungen nicht außer Acht gelassen werden.

Weiterhin bleibt zu klären, ob es sich bei dem PCOS überhaupt um eine einzige Störung handelt oder ob sich dahinter vielmehr mehrere verschiedene Krankheitsentitäten verbergen.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

This study examined the association of single nucleotid polymorphisms (SNP) of the PAI-1-gene, IGF-2-gene and MTHFD-gene with polycystic ovary syndrome (PCOS) and its clinical characteristics. Clinical data was collected and a molecular genetic essay was performed from 242 patients and 161 healthy controls. It was shown that the examined SNP are not the genetic cause of the pcos. Characteristic ...

This study examined the association of single nucleotid polymorphisms (SNP) of the PAI-1-gene, IGF-2-gene and MTHFD-gene with polycystic ovary syndrome (PCOS) and its clinical characteristics.

Clinical data was collected and a molecular genetic essay was performed from 242 patients and 161 healthy controls. It was shown that the examined SNP are not the genetic cause of the pcos.

Characteristic features of pcos like androgen excess were not influenced by the examined SNP.

Nevertheless certain clinical symptoms were affected by the variants of the polymorphisms. Patients with the AA-type of IGF-2-Apa1-SNP were significantly more obese. Women with 5G/5G-variant of the PAI-1-gene-polymorphism were commonly slim.
Patients with A/A-type of the MTHFD-1-gene-polymorphism were significantly more often affected by dyslipidemia and diabetes in pregnancy.

After assisted reproduction therapy, patients with pcos who carried the 5G/5G-variant of the PAI-1-gene-SNP suffered less often from abortion.

Some of the results of this study confirm those of other researchers, but there are also results which differ from those of other studies. More studies with high numbers of patients are needed as well as uniform diagnosis criteria.

Still it has to be shown wether pcos depends on several genetic bases and wether it is a unique treat or a group of different ones.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum22 Januar 2009
Begutachter (Erstgutachter)Gerd (Prof. Dr.) Schmitz
Tag der Prüfung20 Januar 2009
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin
Stichwörter / KeywordsStein-Leventhal-Syndrom , Kandidatengen , Insulinresistenz , Hyperandrogenämie , , polycystic ovary syndrome , candidate gene , insulin resistence , androgen excess
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-opus-11452
Dokumenten-ID12099

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