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Funktionelle Auswirkungen bei X-chromosomaler Retinoschisis – Untersuchungen bei Patienten mit nachgewiesener Mutation im XLRS1-Gen
Hartl, Janine (2011) Funktionelle Auswirkungen bei X-chromosomaler Retinoschisis – Untersuchungen bei Patienten mit nachgewiesener Mutation im XLRS1-Gen. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 17 Jan 2011 12:28
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.18948
Zusammenfassung (Deutsch)
Hintergrund Die x-chromosomale juvenile Retinoschisis (XLRS) ist mit einer Prävalenz von bis zu 1:5000 relativ häufig und stellt die führende Ursache einer Makuladystrophie bei jungen Männern dar. Bis heute ist jedoch der Zusammenhang zwischen den sichtbaren Veränderungen und den funktionellen Auswirkungen bei dieser Erkrankung unklar. Zudem konnten bislang keine Hinweise auf eine ...
Hintergrund Die x-chromosomale juvenile Retinoschisis (XLRS) ist mit einer Prävalenz von bis zu 1:5000 relativ häufig und stellt die führende Ursache einer Makuladystrophie bei jungen Männern dar. Bis heute ist jedoch der Zusammenhang zwischen den sichtbaren Veränderungen und den funktionellen Auswirkungen bei dieser Erkrankung unklar. Zudem konnten bislang keine Hinweise auf eine Genotyp-Phänotyp-Korrelation gefunden werden.
Ziele der Arbeit Das Ziel der hier vorliegenden Arbeit bestand darin, einen Vergleich zwischen Anatomie, Elektrophysiologie und Psychophysik bei 16 Patienten mit XLRS zu ziehen. Zudem wurde der Langzeitverlauf beurteilt und die Ergebnisse im Hinblick auf eine evtl. bestehende Genotyp-Phänotyp-Korrelation untersucht.
Material und Methoden Untersucht wurden insgesamt 16 Patienten (1,3 – 40,7 Jahre) mit molekulargenetisch nachgewiesener XLRS (11 mit P193L, 5 mit anderen Mutationen) in der Universitätsaugenklinik Regensburg untersucht. Zu jedem Untersuchungszeitpunkt wurde der best-korrigierte Fernvisus bestimmt sowie ein Ganzfeld-ERG (b- und a-Welle, b/a-Quotient), ein OCT (Zystenfläche) sowie ein Goldmann-GF (GF-Fläche) durchgeführt. Sowohl für das OCT als auch für das Goldmann-GF wurden neue Verfahren zur quantitativen Auswertung entwickelt.
Ergebnisse Der bestkorrigierte Fernvisus betrug bei Erstvorstellung im Mittel 0,35 logMAR (Median 0,30, SD 0,18). Im Verlauf konnte jedoch kein Abfallen des Visus beobachtet werden. Im skotopischen ERG wies einer von 15 Patienten ein normales skotopisches ERG auf. Zehn Patienten zeigten an wenigstens einem Auge typische Zeichen der XLRS. Der b/a-Quotient nahm signifikant mit dem Alter ab. Alle Patienten zeigten ausgeprägte zystische Veränderungen (MW 26,0%) , wobei ein Patient einen ungewöhnlich niedrigen Zystenanteil (10%) aufwies. Während des Beobachtungszeitraumes von 1,9 Jahren konnten im Mittel keine Schwankungen beobachtet werden. Bezüglich der Gesichtsfeldfläche konnte bis auf einen Patienten bei allen eine konzentrische Einengung beobachtet werden. Nach Korrelation der Ergebnisse konnte bei beiden Gruppen der pathophysiologische Zusammenhang der drei Parameter bis auf eine signifikante Reduktion der GF-Fläche bei kleiner b-Welle nicht belegt werden.
Diskussion Die XLRS ist im Großen und Ganzen eine stabile Erkrankung. Bei starker Streuung der Parameter ließen sich allenfalls Trends zur Verschlechterung mit dem Alter, insbesondere im Ganzfeld-ERG (b/a-Quotient) feststellen. Zudem konnte in der Studie kein Hinweis auf eine Genotyp-Phänotyp-Korrelation gefunden werden. Dies deckt sich mit den Ergebnissen vieler anderer Studien. Wichtig erscheint eine frühzeitiges Erkennen der Erkrankung, um den Kindern in Zukunft ein normales Leben gewährleisten zu können. Weiterhin müssen altbewährte Diagnosekriterien, wie ein b/a-Quotient < 1 in Frage gestellt werden und bei der Untersuchungsauswertung und bei der Diagnosefindung eine Kombination von unterschiedlichen Parametern nötig ist.
Zusammenfassung Insgesamt sind die pathophysiologischen Zusammenhänge und die Ursachen der interindividuellen Streuung der Krankheitsausprägung bei XLRS-Patienten noch nicht geklärt, so dass weitere klinische als auch molekulargenetische Studien erforderlich sind, um den Patienten in naher Zukunft eine adäquate Therapie anbieten zu können.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Background X-chromosomal juvenile retinoschisis (XLRS) is the leading cause for maculadystrophy in young men (prevalence 1:5000-1:25.000). Little is known about the correlation between the visible changes and the functional implications of the disease. Furthermore there is no evidence for a genotype-phenotype-correlation in these patients. Aims The aim of this study was to draw a comparison ...
Background X-chromosomal juvenile retinoschisis (XLRS) is the leading cause for maculadystrophy in young men (prevalence 1:5000-1:25.000). Little is known about the correlation between the visible changes and the functional implications of the disease. Furthermore there is no evidence for a genotype-phenotype-correlation in these patients.
Aims The aim of this study was to draw a comparison between anatomy, electrophysiology and psychophysics in 16 patients with XLRS. Furthermore we assessed the long-term outcome and investigated the results in terms of a genotype-phenotype-correlation.
Material and methods We examined 16 patients (1.3 – 40.7 years) with molecular proven XLRS (11 with P193L, 5 with other mutations). At any time we investigated the BCVA, performed an ERG (b- and a-wave, b/a-quotient), an OCT (zystic area) and a Goldmann visual field (area of the visual field). Furthermore we developed new methods for quantitative analysis of the OCT and the visual field.
Results The average BCVA at first investigation was 0,35 logMAR (median 0,30, SD 0,18). In the course of the disease no further reduction of the BCVA could be detected. In the scotopic ERG one of 15 patients had normal amplitudes. Ten patients showed at least on one eye typical signs of XLRS. The b/a-quotient significantly decreased with age. All patients showed distinct cystic changes (median 27.6%), in which one patient had a relatively small cystic area (10%). During the average investigation time of 1.9 yrs no deviation could be detected. With reference to the visual field all patients but one showed a concentric constriction of the visual area. After correlation of the results no pathophysiologic connection of the 3 parameters could be detected. We could only show a significant reduction of the visual area in conjunction with a small b-wave in the scotopic ERG.
Discussion Overall, XLRS is a relatively stable disease. All parameters showed a great dispersion and we could only detect trends for aggravation with age. Furthermore we could not see any evidence for a genotype-phenotype-correlation. This is consistent with the results of other great studies. For the future of the young children an early detection of the disease is essential to ensure a normal life. Furthermore well-tried diagnostic criterias such as a b/a-quotient < 1 must be questioned and it is very important to combine different parameters to find the right diagnosis.
Conclusion All in all the pathophysiologic connections and the causes of the interindividual dispersions of the disease progression in patients with XLRS are unclear to date. Therefore we need further clinical and moleculargenetic studies to provide an adequate therapy in the near future.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 17 Januar 2011 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Birgit Lorenz |
| Tag der Prüfung | 23 Dezember 2010 |
| Institutionen | Medizin > Abteilung für Pädiatrische Ophthalmologie, Strabismologie und Ophthalmogenetik |
| Themenverbund | Nicht ausgewählt |
| Stichwörter / Keywords | XLRS, genetische Augenerkrankungen, Makuladystrophie |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-189488 |
| Dokumenten-ID | 18948 |
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