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Perianale Fisteln bei Patienten mit Morbus Crohn - Krankheitsverlauf, Therapie, Langzeitprognose
Glaß, Heidi (2011) Perianale Fisteln bei Patienten mit Morbus Crohn - Krankheitsverlauf, Therapie, Langzeitprognose. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 26 Apr 2011 05:52
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.20608
Zusammenfassung (Deutsch)
Unsere Studie konnte all die Problematik der Behandlung der Patienten mit perianalen Crohn-Fisteln aufzeigen. Trotz erheblichen thera-peutischen Entwicklungen wird ein hoher Anteil (47 %) der betroffenen Patienten ein Stoma benötigen. Die meisten Patienten müssen mehrfach operiert werden. Etwa ¾ aller Patienten präsentieren sich mit den sog. „hohen“ Fisteln. Bei diesen Patienten gilt auch heute ...
Unsere Studie konnte all die Problematik der Behandlung der Patienten
mit perianalen Crohn-Fisteln aufzeigen. Trotz erheblichen thera-peutischen Entwicklungen wird ein hoher Anteil (47 %) der betroffenen Patienten ein Stoma benötigen. Die meisten Patienten müssen mehrfach operiert werden. Etwa ¾ aller Patienten präsentieren sich mit den sog. „hohen“ Fisteln. Bei diesen Patienten gilt auch heute zwischen Symptomkontrolle durch Abszesspaltungen, Fadeneinlage und/oder Immunsuppression auf der einen Seite und Versuch, die Fistel definitiv zu verschließen auf der anderen Seite zu wählen. Eine relativ hohe Rate an Rezidiven und Stomaanlagen bei Patienten mit versuchter definitiver Therapie betont die Notwendigkeit einer strengen Indikationsstellung. Um die Prognose eines Patienten mit perianalen Crohn-Fisteln zu ermitteln, wurde „Stoma am Ende der Studie“ als Endpunkt verwendet. Wir konnten zeigen, dass das Vorliegen einer Crohn-Colitis, besonders mit Rektumbefall und das Vorliegen einer rektovaginalen Fistel prognostisch besonders ungünstig sind.
Obwohl die absoluten Zahlen nicht hoch sind, konnten wir doch demonstrieren, dass ein perianales fistelassoziiertes Adenokarzinom (PFA) ein nicht zu vernachlässigendes Problem ist, besonders an einem Zentrum mit einer hohen Zahl an Patienten. Etwa 4 % aller Patienten, die an unserer Klinik wegen perianalen Crohn-Fisteln operiert wurden, entwickelten im Laufe der Zeit ein PFA! Die Karzinome werden relativ spät erkannt, da die Symptome unspezifisch sind. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind die meisten Tumore fortgeschritten, die Prognose ist nach wie vor äußerst ernst. Basierend auf unseren und Ergebnissen aus der Literatur empfehlen wir eine jährliche (Krebs-)Vorsorge bei Patienten mit mehr als 10 Jahren bestehenden perianalen Crohn-Fisteln.
Sollte eine Untersuchung schmerzhaft sein, so empfehlen wir eine großzügige Anwendung der Untersuchung in Narkose.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Our study shows all the problems of treatment of patients with perianal Crohn's disease. Despite significant therapeutic developments, a large proportion (47%) of these patients require diverting stoma. Most patients require multiple surgeries. About ¾ of all patients have got high fistulas. For those patients remains today to choose between symptom control by abscess incision, noncutting seton ...
Our study shows all the problems of treatment of patients with perianal Crohn's disease. Despite significant therapeutic developments, a large proportion (47%) of these patients require diverting stoma. Most patients require multiple surgeries. About ¾ of all patients have got high fistulas. For those patients remains today to choose between symptom control by abscess incision, noncutting seton drainage and/or immunosuppressive drugs on the one hand, and to achieve a complete healing of the fistula on the other hand. A high rate of recurrence and diverting stoma of patients with the attempted definitive therapy emphasizes the need for strict indications. To determine the prognosis of patients with perianal Crohn's fistula "diverting stoma at the end of the study" was used as clinical endpoint. This study showed that the presence of Crohn's colitis, especially with rectum affection, and the presence of rectovaginal fistula are indicators of poor prognosis.
Although only a small population was analyzed, we could demonstrate that a perianal fistula-associated anal adenocarcinoma (PFA) is a non-negligible problem, especially at a medical center with a high number of patients. About 4% of all patients who underwent surgery at our hospital because of perianal Crohn's fistulas evolved a PFA! The cancers are detected late, because the symptoms are nonspecific. At the time of diagnosis most tumors are advanced and the prognosis remains extremely serious.
Based on our results and the results of the literature we recommend a yearly cancer check-up by patients with more than 10 years existing perianal Crohn's fistulas. Medical examination can be painful in many patients with long-standing perianal Crohn´s disease. In these cases we recommend to perform examination under anesthesia.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 26 April 2011 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Pompiliu Piso und PD Dr. Frank Klebl |
| Tag der Prüfung | 1 April 2011 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Chirurgie |
| Stichwörter / Keywords | Morbus Crohn, perianale Fistel, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Adenokarzinom, Stoma, Crohn´s disease, perianal, fistula, inflammatory bowel disease, adenocarcinoma, diverting stoma |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-206089 |
| Dokumenten-ID | 20608 |
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