Direkt zum Inhalt

Boluki, Daniel

Einfluss blutsparender Maßnahmen auf Blutbedarf und perioperative Komplikationsraten in der Knieendoprothetik

Boluki, Daniel (2011) Einfluss blutsparender Maßnahmen auf Blutbedarf und perioperative Komplikationsraten in der Knieendoprothetik. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 13 Mai 2011 07:04
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.20798


Zusammenfassung (Deutsch)

Die Gonarthrose ist eine Erkrankung mit großer gesundheitsökonomischer Bedeutung. Aufgrund der demographischen Entwicklung ist zudem mit einem deutlichen Anstieg der Prävalenz in der deutschen Bevölkerung zu rechnen. Konservative und gelenkerhaltende operative Verfahren können bisher den Fortgang der Erkrankung allenfalls verzögern, in fortgeschrittenen Arthrosestadien bieten sie keine ...

Die Gonarthrose ist eine Erkrankung mit großer gesundheitsökonomischer Bedeutung. Aufgrund der demographischen Entwicklung ist zudem mit einem deutlichen Anstieg der Prävalenz in der deutschen Bevölkerung zu rechnen. Konservative und gelenkerhaltende operative Verfahren können bisher den Fortgang der Erkrankung allenfalls verzögern, in fortgeschrittenen Arthrosestadien bieten sie keine ausreichende Beschwerdelinderung. Die Therapie der Wahl stellt daher in diesen Fällen die Implantation eines Gelenkersatzes dar. Aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahre zeichnet sich dabei ein deutlicher Trend hin zur Implantation eines bicondylären Oberflächenersatzes ab.
Anhand einer retrospektiven Aktendurchsicht von 890 Fällen aus den Jahren 2000 bis 2003 aus der Orthopädischen Klinik für die Universität Regensburg konnten folgende Feststellungen getroffen werden:
• Implantat der Wahl in der Primärendoprothetik stellt die bicondyläre zementierte Oberflächenersatzprothese dar.
• Modulare Prothesen und achsgeführte Kniegelenke haben ihre Berechtigung bei Wechseloperationen. Im Primärbereich stellt ihre Implantation eine seltene Versorgungsmöglichkeit bei rheumatisch oder traumatisch destruierten Kniegelenken dar. Andere Indikationen stellen Raritäten dar.
• Die Versorgung der Patella mit einem Rückflächenersatz ist üblicherweise nicht notwendig.
• Trotz routinemäßig durchgeführter blutsparender Maßnahmen in Form eines intraoperativen Oberschenkeltourniquets, autologer Blutretransfusion, lagerungstechnischer und physikalischer Maßnahmen erhielten 20,7 Prozent der Patienten anfangs eine Fremdblutgabe. Durch unterschiedliche Maßnahmen wie z. B. die Einführung der Regionalanästhesie konnte im Untersuchungszeitraum eine deutliche Reduktion des Blutbedarfs erzielt werden. Der Fremdblutbedarf reduzierte sich drastisch von 20,7% auf 2,4% der operierten Patienten.
• Viele der in der Literatur genannten Risikofaktoren für einen erhöhten Blutbedarf wie weibliches Geschlecht, umfangreiche Operation, verlängerte Operationszeit oder auch eine verlängerte Blutsperrezeit und Adipositas zeigten in dieser Untersuchung keinen wesentlichen oder durchgehenden Einfluss.
• Der wichtigste Parameter zur Vermeidung einer Blutgabe war das Operationsjahr. Im untersuchten Zeitraum sank die Rate der Eigenblut- und Fremdbluttransfusionen deutlich. Fremdblutgaben konnten vom Jahr 2000 bis 2003 um fast 90% gesenkt werden. Hauptsächlicher Grund scheint ein rigideres Transfusionsmanagement zu sein.
• Die Reduktion der Bluttransfusionen gelang ohne einen Anstieg der perioperativen Komplikationsrate.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Knee osteoarthritis is of high social, medical and economical importance. Due to the demographic development a significant increase of its prevalence in German population is estimated. Until today conservative and joint preserving surgical therapies can at best slow down disease progression. In advanced stages of osteoarthritis they do not provide sufficient pain relief. In these cases joint ...

Knee osteoarthritis is of high social, medical and economical importance. Due to the demographic development a significant increase of its prevalence in German population is estimated. Until today conservative and joint preserving surgical therapies can at best slow down disease progression. In advanced stages of osteoarthritis they do not provide sufficient pain relief. In these cases joint arthroplasty is the therapy of choice. The developments during recent years show a trend towards implantation of bicondylar surface arthroplasty.

By retrospectively analyzing the patient documentation of 890 knee arthroplasty cases performed between 2000 and 2003 in the Orthopedic Department of the University of Regensburg the following facts could be found:

• The implant of choice in primary knee arthroplasty is the full cemented bicondylar resurfacing prosthesis.
• Modular implant designs and hinge joints are mainly used in revision cases. They are also a rare option for primary care in severely destroyed rheumatic or posttraumatic knee joints. Other indications are even more seldom.
• The use of a patella back surface implant is usually not necessary.
• In spite of blood sparing measures like tourniquets, autologous blood retransfusion, patient support and physical therapy 20.7 % of the patients had a donated blood transfusion in the beginning of the survey period. Utilizing different measures, e.g. regional anesthesia, the need for donated blood transfusions could be drastically reduced from 20.7 % to 2.4 % of the operated patients.
• Most of the risk factors for increased blood transfusion rates mentioned in literature like female sex, complicated or long surgery, longer tourniquet time and obesity showed no notable or constant effect in this survey.
• The single most important factor for avoidance of blood transfusion was the operation year. During the survey period the rate of autologous and donated blood transfusion was significantly reduced. Donated blood transfusions could be reduced from 2000 to 2003 by nearly 90 %. The main reason seems to be the implementation of rigid transfusion management.
• The reduction of blood transfusions showed no increase in perioperative complications.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum13 Mai 2011
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Dr. Joachim Grifka und Prof. Dr. Martin Fleck
Tag der Prüfung6 Mai 2011
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Orthopädie
Stichwörter / KeywordsGonarthrose, Knie-Endoprothetik, Bluttransfusion, perioperative Komplikationen, Blutsparende Maßnahmen, Knee Arthritis, Knee joint arthroplasty, blood transfusion, perioperative complications, blood saving measures
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-207987
Dokumenten-ID20798

Bibliographische Daten exportieren

Nur für Besitzer und Autoren: Kontrollseite des Eintrags

nach oben