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Staudigl, Tobias

Inhibition in selective memory retrieval: behavioral and electrophysiological insights

Staudigl, Tobias (2011) Inhibition in selective memory retrieval: behavioral and electrophysiological insights. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 18 Jul 2011 09:15
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.21291


Zusammenfassung (Englisch)

Selectively retrieving information from memory often induces interference from related memories. It is widely assumed that inhibition resolves this competition by suppressing the interfering items' memory representations. However, the exact nature of the inhibitory process is not yet understood. The present work provides insight into the functioning and the effects of inhibition in selective ...

Selectively retrieving information from memory often induces interference from related memories. It is widely assumed that inhibition resolves this competition by suppressing the interfering items' memory representations. However, the exact nature of the inhibitory process is not yet understood. The present work provides insight into the functioning and the effects of inhibition in selective memory from two perspectives. In two electrophysiological experiments, the dynamics of inhibition as it operates in the neural system were investigated by analyzing brain oscillations across repeated cycles of selective retrieval. Theta oscillations reflected the dynamics of inhibition during selective retrieval from episodic memory and predicted later retrieval-induced forgetting (Experiment 1). During retrieval from semantic memory (Experiment 2), however, inhibition was not reflected by theta oscillations. Instead, alpha and beta oscillations were related to retrieval from semantic memory and theta oscillations were related to the formation of new episodic memory traces. Two further behavioral experiments gave insight into the effects of inhibition on the absolute and relative strength of previously interfering items. The absolute item strength was investigated by employing a recognition test procedure (Experiment 3). Retrieval-induced forgetting was found in the selective retrieval but not the reexposure condition, a result in line with the view that inhibition affects the interfering items' memory representation. The relative item strength was assessed by analyzing recall latencies during free recall (Experiment 4). No effect of inhibition on the previously interfering material was found. Together, the results elucidate the nature of inhibitory mechanisms during retrieval from long-term memory, revealing the neural dynamics of inhibition during selective retrieval, and the effects of inhibition on the representation of interfering memory information.

Übersetzung der Zusammenfassung (Deutsch)

Der selektive Abruf von Informationen aus dem Gedächtnis führt oft zu Interferenz durch ähnliche Gedächtnisinhalte. Es wird weithin angenommen, dass Inhibition diesen Wettbewerb durch Hemmung der Gedächtnisrepräsentation des interferierenden Items löst. Der exakte Wirkmechanismus des Inhibitionsprozesses ist allerdings noch nicht bekannt. Die vorliegende Arbeit gewährt aus zwei Perspektiven ...

Der selektive Abruf von Informationen aus dem Gedächtnis führt oft zu Interferenz durch ähnliche Gedächtnisinhalte. Es wird weithin angenommen, dass Inhibition diesen Wettbewerb durch Hemmung der Gedächtnisrepräsentation des interferierenden Items löst. Der exakte Wirkmechanismus des Inhibitionsprozesses ist allerdings noch nicht bekannt. Die vorliegende Arbeit gewährt aus zwei Perspektiven Einblick in die Funktionsweise und die Effekte von Inhibition beim selektiven Gedächtnisabruf. Anhand von zwei elektrophysiologischen Experimenten wurde die Dynamik des Inhibitionsprozesses auf neuronaler Ebene untersucht. Dabei wurde oszillatorische Gehirnaktivität über wiederholte Durchgänge selektiven Abrufs analysiert. Theta-Oszillationen reflektierten die Dynamik der Inhibition während des selektiven Abrufs aus dem episodischen Gedächtnis und sagten das Ausmaß an späterem abrufinduzierten Vergessen vorher (Experiment 1). Während des Abrufs aus dem semantischen Gedächtnis (Experiment 2) reflektierten Theta-Oszillationen jedoch nicht die Inhibition. Stattdessen variierte Alpha- und Beta- Aktivität mit dem Abruf aus dem semantischen Gedächtnis, während Theta-Aktivität mit der Bildung neuer episodischer Gedächtnisspuren in Verbindung gebracht werden konnte. Anhand zweier weiterer, behavioraler Experimente wurden Erkenntnisse über die Effekte von Inhibition auf die absolute und relative Stärke von vorher interferierenden Items gewonnen. Die absolute Itemstärke wurde durch den Einsatz eines Rekognitionstests untersucht (Experiment 3). Abrufinduziertes Vergessen wurde in der Abrufübungsbedingung gefunden, nicht aber in der Bedingung mit wiederholtem Lernen. Dieses Ergebnis steht in Einklang mit der Idee, dass Inhibition die Repräsentation des interferierenden Items beeinträchtigt. Die relative Itemstärke wurde anhand von Antwortlatenzen während des Freien Abrufs aus dem Gedächtnis untersucht (Experiment 4). Hier wurde kein Effekt von Inhibition auf vorher interferierendes Material gefunden. In Kombination tragen die vorliegenden Ergebnisse zum tieferen Verständnis von Inhibitionsmechanismen während des Abrufs aus dem Langzeitgedächtnis bei und legen die neuronale Dynamik von Inhibition während des selektiven Abrufs und die Effekte von Inhibition auf die Repräsentation von interferierenden Gedächtnisinhalten dar.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum18 Juli 2011
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Karl-Heinz Bäuml
Tag der Prüfung1 Juni 2011
InstitutionenHumanwissenschaften > Institut für Psychologie > Lehrstuhl für Psychologie IV (Entwicklungs- und Kognitionspsychologie) - Prof. Dr. Karl-Heinz Bäuml
Stichwörter / KeywordsEpisodisches Gedächtnis, Inhibition, abrufinduziertes Vergessen, Elektroenzephalografie, Antwortlatenzen, episodic memory, inhibition, retrieval-induced forgetting, electroencephalography, response latencies
Dewey-Dezimal-Klassifikation100 Philosophie und Psychologie > 150 Psychologie
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-212914
Dokumenten-ID21291

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