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Tafelmeier, Julia

Epikardiale Ablation von Vorhofflimmern mit dem Epicor System (HIFU)

Tafelmeier, Julia (2012) Epikardiale Ablation von Vorhofflimmern mit dem Epicor System (HIFU). Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 27 Jul 2012 10:05
Hochschulschrift der Universität Regensburg


Zusammenfassung (Deutsch)

Vorhofflimmern ist die häufigste supraventrikuläre Herzrhythmusstörung im Erwachsenenalter. Mit zunehmendem Lebensalter steigt sowohl Inzidenz als auch Prävalenz von AF. AF birgt ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und Herzinsuffizienz und hat außerdem eine erhöhte Mortalität zur Folge. Im Zuge des demographischen Wandels treten daher gesundheitspolitische und volkswirtschaftliche Konsequenzen ...

Vorhofflimmern ist die häufigste supraventrikuläre Herzrhythmusstörung im Erwachsenenalter. Mit zunehmendem Lebensalter steigt sowohl Inzidenz als auch Prävalenz von AF. AF birgt ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und Herzinsuffizienz und hat außerdem eine erhöhte Mortalität zur Folge. Im Zuge des demographischen Wandels treten daher gesundheitspolitische und volkswirtschaftliche Konsequenzen mehr und mehr in den Vordergrund. Einer sicheren und effektiven kurativen Therapie von AF kommt daher große Bedeutung zu.
Von Januar 2007 bis Juni 2008 wurden insgesamt 110 Patienten mit Vorhofflimmern in die prospektive Studie eingeschlossen. Bei allen Patienten wurde eine herzchirurgische Operation durchgeführt, zusätzlich erfolgte eine linksatriale epikardiale Ablation mittels Ultraschall (HIFU). Primären Anlass zur Operation gab in 41% ein Aortenklappenvitium, in 37% eine Koronare Herzerkrankung und in 18% ein Mitralklappenvitium. Bei 29% der Patienten bestand präoperativ paroxysmales, bei 31% persistierendes und bei 39% permanentes Vorhofflimmern. Die präoperative Größe des linken Vorhofs betrug im Durchschnitt 50 mm. Postoperativ erhielt jeder Patient eine Therapie mit Amiodaron und Marcumar ® für mindestens 6 Monate. Nach 6 und 12 Monaten erfolgte eine Nachuntersuchung, bei der jeweils neben der Anamnese eine Echokardiographie und ein EKG durchgeführt wurden.
Bei allen Patienten wurde der Ablationsvorgang mit dem Epicor-Gerät problemlos durchgeführt. Bei keinem der 110 Patienten traten Komplikationen auf, die auf das HIFU-Gerät oder den Ablationsvorgang an sich zurückzuführen waren. Bei vier Patienten musste postoperativ ein permanenter Herzschrittmacher implantiert werden. Eine zusätzliche Ablationslinie mit dem UltraWand Zubehör wurde in 82 Fällen appliziert. Insgesamt befanden sich nach 6 Monaten 56,3% der abladierten Patienten im Sinusrhythmus, nach 12 Monaten waren es 61,1%. Patienten mit paroxysmalen AF zeigen nach 12 Monaten signifikant häufiger Sinusrhythmus (100%) als Patienten mit persistierendem oder permanentem AF. Des Weiteren wurde bei isolierten herzchirurgischen Eingriffen (ACVB oder AKE) im Gegensatz zu Kombinationseingriffen nach 12 Monaten signifikant häufiger Sinusrhythmus beobachtet (p = 0,005). Eine weitere Rolle für eine erfolgreiche Ablation spielt die präoperative Größe des linken Vorhofs. Patienten mit einem Durchmesser des linken Vorhofs < 50 mm zeigen nach 12 Monaten in 77% der Fälle Sinusrhythmus.
Eine Ablation mit dem Epicor System, das sich hochfrequenten Ultraschall zu Nutze macht, hat sich als sichere, schnelle und komplikationsarme Methode herausgestellt, zusätzlich zu offenen herzchirurgischen Eingriffen. In unserer Studienpopulation fiel insgesamt eine geringere Konversionsrate in den Sinusrhythmus auf als in vergleichbaren Studien anderer Autoren. Eine mögliche Ursache könnte der kleinere Anteil an isolierten Mitralklappeneingriffen in unserem Kollektiv sein. Als präoperative Einflussfaktoren für eine erfolgreiche Ablation haben sich die primäre Diagnose, die Größe des linken Vorhofs und die Art des Vorhofflimmerns herauskristallisiert.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Atrial fibrillation (AF) is the most common supraventricular arrhythmia in adulthood. Both, incidence and prevalence of AF rise with increasing age. AF carries an extra risk of stroke and heart failure, and leads to an increased mortality. In the course of demographic change public health and economic consequences are getting more and more important. A safe and effective curative therapy for AF ...

Atrial fibrillation (AF) is the most common supraventricular arrhythmia in adulthood. Both, incidence and prevalence of AF rise with increasing age. AF carries an extra risk of stroke and heart failure, and leads to an increased mortality. In the course of demographic change public health and economic consequences are getting more and more important. A safe and effective curative therapy for AF is therefore of great importance.
From January 2007 to June 2008 a total of 110 patients with atrial fibrillation were enrolled into the prospective study. All patients underwent cardiac surgery in addition epicardial ablation of the left atrium using ultrasound (HIFU) was performed. Primary reason for surgery was aortic valve disease in 41%, ischemic heart disease in 37% and mitral valve disease in 18%. AF was paroxysmal in 29% of patients, persistent in 31% and permanent in 39%. The preoperative left atrial size averaged 50 mm. After surgery each patient received treatment with amiodarone and coumadin for at least 6 months. Follow-up studies including medical history, resting ECG, 24h Holter ECG and echocardiography were performed at 6 and 12 months.
All patients had successful application of the Epicor device. No complications occurred, which were due to the HIFU device or ablation itself. In four patients a permanent pacemaker had to be implanted postoperatively. An additional ablation line with the UltraWand device has been applied in 82 cases. Overall, at 6 months 56.3% of patients presented with sinus rhythm, after 12 months 61.1%. In patients with paroxysmal AF sinus rhythm was significantly more frequent (100%) than in patients with persistent or permanent AF at 12 months. Furthermore, in isolated cardiac surgical procedures (CABG or AVR) compared to combined surgery sinus rhythm was observed significantly more often (p = 0.005) after 12 months. Another factor for a successful ablation is the preoperative size of the left atrium. In patients with a diameter of the left atrium <50 mm, sinus rhythm was presented in 77% after 12 months. Ablation with the Epicor system using high intensity focused ultrasound has proven to be a safe and fast method with low complication rate, in addition to open heart surgery. Our study population showed a lower conversion rate to sinus rhythm than comparable studies by other authors. One possible reason could be the smaller proportion of isolated mitral valve disease in our study population. Predictors of success are the primary diagnosis, the size of the left atrium and the preoperative type of atrial fibrillation.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum27 Juli 2012
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Michael Hilker und Prof. Dr. Christian Hengstenberg
Tag der Prüfung16 Juli 2012
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Herz-, Thorax- und herznahe Gefäßchirurgie
Stichwörter / KeywordsAtrial fibrillation, epicardial ablation, HIFU
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-253808
Dokumenten-ID25380

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