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Physostigmin und postoperatives Delir bei Vorschulkindern: eine randomisierte Doppelblindstudie
Häusler, Julia Maria (2013) Physostigmin und postoperatives Delir bei Vorschulkindern: eine randomisierte Doppelblindstudie. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 04 Feb 2013 07:23
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.27184
Zusammenfassung (Deutsch)
Einleitung Ein Teil der Vorschulkinder erwacht nach Narkosen verzögert, schwer agitiert und desorientiert. Bei ähnlichen Zuständen Erwachsener wird Physostigmin unter der Annahme, dass es sich bei diesem postoperativen Delir meist um ein „zentrales anticholinerges Syndrom“ handelt, erfolgreich eingesetzt. Die vorgestellte Studie soll diesen Ansatz auch für Kleinkinder überprüfen. Materialien und ...
Einleitung
Ein Teil der Vorschulkinder erwacht nach Narkosen verzögert, schwer agitiert und desorientiert. Bei ähnlichen Zuständen Erwachsener wird Physostigmin unter der Annahme, dass es sich bei diesem postoperativen Delir meist um ein „zentrales anticholinerges Syndrom“ handelt, erfolgreich eingesetzt. Die vorgestellte Studie soll diesen Ansatz auch für Kleinkinder überprüfen.
Materialien und Methoden
Insgesamt wurden 211 Kinder nach standardisierter Narkose in drei Prüfzentren rekrutiert. Postoperative Delirien wurden über den Cole-Score erfasst (Cole Score >3). 40 Studienteilnehmer mit Delir wurden in Prüfgruppen randomisiert und doppelblind mit Physostigmin oder Placebo behandelt. Die restlichen Kinder wurden als Kontrollgruppe observiert. Folgend wurden Veränderungen des Cole-Scores neben weiteren Parametern wie z.B. Auftreten unerwünschter Ereignisse registriert. Die statistische Auswertung erfolgte mit SigmaStat (Systat Software inc., 2004) unter datenadäquater Nutzung von student’s t test, Wilcoxon-Vorzeichenrangtest, Chi-Quadrat- oder Fisher exact-Test.
Ergebnisse
Bei 40 der 211 Probanden wurde ein postoperatives Delir diagnostiziert. 10/20 Kindern der Verumgruppe und nur 4/20 der Placebogruppe sprachen auf die Studienmedikation an (Cole-Score<4 nach min. 5‘; p>0,05). Die Zeit bis zur Verlegungsfähigkeit unterschied sich in Kontroll- und Prüfgruppen nicht signifikant, wobei die Aufwachdauer bei Entwicklung eines Delirs kürzer war (p<0,01). Unter den erfassten unerwünschten Ereignissen und Verhaltensänderungen waren nur Übelkeit/Erbrechen und Hypersalivation in der Physostigmingruppe signifikant vermehrt (p<0,05).
Zusammenfassung
In der vorliegenden Studie zeigte sich lediglich ein klinischer Trend, der den optionalen Einsatz von Physostigmin bei postoperativem Delir von Vorschulkindern unterstützen könnte. Ein routinemäßiger Gebrauch kann aber noch nicht empfohlen werden, da diese Daten durch weitere Studien mit größerer Teilnehmerzahl verifiziert werden müssen.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Background Anesthesia emergence delirium has to be endured by a considerable part of preschool children undergoing surgery. In comparable circumstances with adults physostigmine is applied successfully as it supposed that in most cases a “central anticholinergic syndrome” is causative for the complaints. The presented study shall investigate this intervention in the case of preschool ...
Background
Anesthesia emergence delirium has to be endured by a considerable part of preschool children undergoing surgery. In comparable circumstances with adults physostigmine is applied successfully as it supposed that in most cases a “central anticholinergic syndrome” is causative for the complaints. The presented study shall investigate this intervention in the case of preschool children.
Material and methods
211 children were recruited in 3 centers after standardized anesthesia. Postoperative anesthesia emergence delirium was diagnosed when a Cole-score>3 was determined. 40 delirant children were randomized in two trial groups receiving physostigmine respectively placebo. Remaining children were observed for control purposes. Following the application of the study drug the change of the Cole-score besides other parameters like adverse effects was monitored. The statistical evaluation was performed using SigmaStat (Systat Software inc., 2004) applying student’s t test, Wilcoxon signed-rank test, chi-square or Fisher’s exact test when suitable.
Results
An anesthesia emergence delirium was diagnosed in 40/211 patients. 10/20 physostigmine group-children and 4/20 of the placebo group responded to the study drug (Cole-score<4 after 5’; p>0.05). Among the patients developing a delirium significantly less time passed until the wake up after ending narcosis (p<0.01). Among the additionally assessed parameters only the occurrence of nausea/vomitus and hypersalivation was observed more often in the physostigmine group (p<0.05).
Conclusion
In this study a non-significant trend favoring the application of physostigmine when anesthesia emergence delirium occurs in preschool children was observed. Further studies have to be performed before the administration of physostigmine in these situations can be recommended.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 4 Februar 2013 |
| Begutachter (Erstgutachter) | PD Dr. Wolfgang Funk |
| Tag der Prüfung | 16 Oktober 2012 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Anästhesiologie |
| Themenverbund | Nicht ausgewählt |
| Stichwörter / Keywords | Physostigmin, postoperatives Delir |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-271845 |
| Dokumenten-ID | 27184 |
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