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Hoiß, Lena

Autonomie und Einheit im Spannungsverhältnis: das katalanische Autonomiestatut im Lichte des spanischen Verfassungsrechts

Hoiß, Lena (2013) Autonomie und Einheit im Spannungsverhältnis: das katalanische Autonomiestatut im Lichte des spanischen Verfassungsrechts. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 12 Dez 2013 16:02
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.29010


Zusammenfassung (Deutsch)

Die zwischen 2003 und 2006 erfolgte Reform des katalanischen Autonomiestatuts von 1979 läutete in Spanien eine weitere Phase des Autonomieprozesses ein. Die Neufassung der autonomen Grundnorm bringt das gefestigte Selbstbewusstsein Kataloniens zum Ausdruck und stellt seine Beziehung zu Spanien wie auch Europa auf eine neue Grundlage. Im Gegensatz zu 1979, als der Schwerpunkt auf der ...

Die zwischen 2003 und 2006 erfolgte Reform des katalanischen Autonomiestatuts von 1979 läutete in Spanien eine weitere Phase des Autonomieprozesses ein. Die Neufassung der autonomen Grundnorm bringt das gefestigte Selbstbewusstsein Kataloniens zum Ausdruck und stellt seine Beziehung zu Spanien wie auch Europa auf eine neue Grundlage. Im Gegensatz zu 1979, als der Schwerpunkt auf der Konstituierung der Autonomen Gemeinschaft sowie der Übernahme von Kompetenzen gelegen hatte, sollte die Reform die katalanische Identität und Eigenständigkeit stärken. Aufgrund der umfangreichen Neuregelungen sahen Kritiker die Einheit der spanischen Nation in Gefahr und fürchteten eine Abspaltung Kataloniens von Spanien.

Die Arbeit analysiert zunächst die strittigsten Punkte der Statutreform. Darauf aufbauend wird die Vereinbarkeit des Statuts mit der spanischen Verfassung geprüft. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Definition Kataloniens als Nation, der Stärkung der katalanischen Sprache und der Einführung eines Rechte- und Pflichtenkatalogs. Als weitere Schritte hin zu mehr Selbstbestimmung konnten der Garantierat des Autonomiestatuts, die Einschränkung der Grundlagengesetzgebungskompetenz des Staates sowie der Versuch, die rechtsprechende Gewalt durch Schaffung eines Justizrates von Katalonien zu dezentralisieren, verstanden werden. Auch durch die Neugestaltung des Finanzwesens sowie Änderungen beim interterritorialen Solidaritäts- und Ausgleichsmechanismus sollte die Eigenständigkeit Kataloniens gefördert werden. Die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit berücksichtigt das im Jahr 2010 veröffentlichte Urteil des spanischen Verfassungsgerichts.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Between 2003 and 2006, the Statute of Autonomy of Catalonia of 1979 underwent a reform which brought about another phase in the autonomy process in Spain. This redraft of the Catalan basic institutional law expresses Catalonia's solid self-esteem and establishes a new basis for its relationship with both Spain and Europe. As opposed to 1979, when the focus was laid on the establishment of the ...

Between 2003 and 2006, the Statute of Autonomy of Catalonia of 1979 underwent a reform which brought about another phase in the autonomy process in Spain. This redraft of the Catalan basic institutional law expresses Catalonia's solid self-esteem and establishes a new basis for its relationship with both Spain and Europe. As opposed to 1979, when the focus was laid on the establishment of the autonomous community as well as the assumption of competences, the aim of this reform was to strengthen the Catalan identity and autonomy. Due to the profound amendments brought by the reform, its critics feared that Spanish unity was endangered and that Catalonia would separate from Spain.

This work commences with an analysis of the most controversial aspects of the statutory reforms, on the basis of which the statute's legal compatibility with the Spanish Constitution is assessed. A particular emphasis is placed on the definition of Catalonia as a nation, the strengthening of the Catalan language and the introduction of a catalog of rights and duties. The Catalan Council for Statutory Guarantees, the limitations placed on the legislative powers of the state with respect to basic laws and the attempt to decentralize judicial power by creating a Council of Justice of Catalonia can be seen as further steps towards greater self-determination. Furthermore, the reorganization of public finance administration and changes in the Inter-Territorial Compensation Fund were intended to promote Catalonia's autonomy. The examination of the constitutionality of the statute takes into account the ruling of the Spanish Constitutional Court, which was published in 2010.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum12 Dezember 2013
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Rainer Arnold
Tag der Prüfung25 September 2013
InstitutionenRechtswissenschaften > Entpflichtete oder im Ruhestand befindliche Professoren > Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere ausländisches Öffentliches Recht, Rechtsvergleichung, Wirtschaftsverwaltungsrecht und Recht der Europäischen Gemeinschaften (Prof. Dr. jur. Rainer Arnold)
Stichwörter / KeywordsKatalonien, Catalonia, Verfassungsrecht, constitutional law, Autonomie, autonomy, Autonomiestatut, statute of autonomy
Dewey-Dezimal-Klassifikation300 Sozialwissenschaften > 340 Recht
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-290109
Dokumenten-ID29010

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