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Korn, Annika Katja

Geschlechtsunterschiede bei der Bedarfsmedikation stationärer Patienten mit einer schweren depressiven Episode

Korn, Annika Katja (2015) Geschlechtsunterschiede bei der Bedarfsmedikation stationärer Patienten mit einer schweren depressiven Episode. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 08 Jan 2015 16:22
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.31048


Zusammenfassung (Deutsch)

Ziele: Das Ziel der vorliegenden Arbeit war die Untersuchung von geschlechtsspezifischen Unterschieden und Einflussfaktoren bei der Vergabe von Bedarfsmedikamenten an stationäre Patienten mit einer schweren depressiven Episode. Methoden: Aus der Gruppe aller in der psychiatrischen Basisdokumentation (DGPPN-BADO) erfassten Patienten, die sich im Jahr 2006 wegen einer schweren depressiven Episode ...

Ziele: Das Ziel der vorliegenden Arbeit war die Untersuchung von geschlechtsspezifischen Unterschieden und Einflussfaktoren bei der Vergabe von Bedarfsmedikamenten an stationäre Patienten mit einer schweren depressiven Episode.

Methoden: Aus der Gruppe aller in der psychiatrischen Basisdokumentation (DGPPN-BADO) erfassten Patienten, die sich im Jahr 2006 wegen einer schweren depressiven Episode in vollstationärer Behandlung auf einer allgemeinpsychiatrischen Station des Bezirksklinikums Regensburg befanden, wurde eine zufällige Stichprobe von 97 Patienten gezogen. Die Krankengeschichten dieser Patienten wurden insbesondere bezüglich der durch das Pflegepersonal ausgegebenen Bedarfsmedikamente ausgewertet. In Anlehnung an den Arzneimittelverordnungsreport wurden die Medikamente in Antidepressiva, Benzodiazepine, Antipsychotika und Hypnotika unterteilt. Des Weiteren flossen die Variablen Geschlecht, Alter, Familienstand, Art der Diagnose, Stationstyp, Aufenthaltsdauer, Geschlecht des Pflegepersonals und die Tageszeit der Medikamentenvergabe in die Analyse ein.

Ergebnisse: Weder das Geschlecht des Patienten, noch das Geschlecht des Pflegepersonals hatte einen signifikanten Einfluss auf die Vergabewahrscheinlichkeit einer bestimmten Medikamentengruppe. Insgesamt erhielten weibliche und männliche Patienten in unserer Untersuchung vergleichbar oft Bedarfsmedikation. Mit einem Anteil von knapp 50% machten Antipsychotika den Hauptteil aller Medikamentenvergaben aus (Benzodiazepine 25 %, Antidepressiva 15%, Hypnotika 10%). Zudem wurden in den ansteigenden Altersdekaden zunehmende Medikamentenvergabezahlen beobachtet.

Fazit: Das zentrale Ergebnis dieser Arbeit besteht darin, dass die Vergabe der Bedarfsmedikamente an depressive Patienten geschlechtsneutral erfolgte und die Anzahl der Medikamentenvergaben bei beiden Geschlechtern in etwa gleich hoch war. Einzeldosierungen wurden allerdings nicht mit in die Analyse einbezogen, was eine wesentliche Limitation darstellt. Im Rahmen zukünftiger Studien zu Geschlechtsunterschieden bei der medikamentösen Therapie depressiver Patienten könnten dem Therapiesystem inhärenten, möglicherweise geschlechtsspezifischen Kommunikations- und Interaktionsmustern, zusätzlich Beachtung geschenkt werden.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Objective: The aim of the present study was to investigate gender differences and factors influencing the medical treatment of hospital patients with major depressive disorder. Methods: Based upon a sample of all inpatients of the Bezirksklinikum Regensburg that were registered by “psychiatric basic documentation system” (DGPPN-BADO) in the year 2006 with major depressive disorder, a random ...

Objective: The aim of the present study was to investigate gender differences and factors influencing the medical treatment of hospital patients with major depressive disorder.

Methods: Based upon a sample of all inpatients of the Bezirksklinikum Regensburg that were registered by “psychiatric basic documentation system” (DGPPN-BADO) in the year 2006 with major depressive disorder, a random sample of 97 patients was drawn. The medication that was prescribed by medical practitioners and administered by nurses in the case of patients need was evaluated. Medication was classified into antidepressants, benzodiazepines, antipsychotics and hypnotics. Furthermore following variables were assessed and included into the study: patient’s gender, age, marital status, diagnosis, kind of hospital ward, length of stay, nurse’s gender and time of day when medication was administered.

Results: Neither patients nor nurses gender had a significant influence of the administration of one of the particular drug group. Overall, female and male patients received comparable amount of medication. Antipsychotics represented the major part of the total medication at approximately 50% (benzodiazepines 25%, antidepressants 15%, hypnotics 10%). Furthermore we found increasing medication with increasing age.

Conclusion: The main findings of this study were a gender-neutral medical treatment among major depressed inpatients. Furthermore male and female patients received approximately equal amount of medication. Medication dosages were not included into the analysis which represents a substantial limitation of this study. Further studies are required, which also focus on sex-specific communication patterns.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum8 Januar 2015
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Rainer Rupprecht
Tag der Prüfung8 Dezember 2014
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie
Stichwörter / KeywordsGender Medizin, Geschlechtsunterschiede, unipolare Depression, Bedarfsmedikation, schwere depressive Episode
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-310489
Dokumenten-ID31048

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