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MARIA CLEMENTINE MARTIN (1775-1843): Ordensfrau, „Quacksalberin“, Unternehmerin: EINE RECHTSHISTORISCHE UNTERSUCHUNG AUS NEUEN QUELLEN
Heckelmann, Helmut (2016) MARIA CLEMENTINE MARTIN (1775-1843): Ordensfrau, „Quacksalberin“, Unternehmerin: EINE RECHTSHISTORISCHE UNTERSUCHUNG AUS NEUEN QUELLEN. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 19 Apr 2016 07:09
Hochschulschrift
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.33514
Zusammenfassung
Die Säkularisation der Kirchen- und Klosterwelten links- und rechtrheinisch um das Jahre 1800 in Deutschland hatte einschneidende Auswirkungen auch und speziell auf das Leben von jungen Ordensfrauen, die nun weitgehend für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen hatten. Ein besonders gutes Beispiel dazu ist die im Jahre 1792 in das Annuntiatinnen-Kloster Coesfeld mit 17 Jahren eingetretene Maria ...
Die Säkularisation der Kirchen- und Klosterwelten links- und rechtrheinisch um das Jahre 1800 in Deutschland hatte einschneidende Auswirkungen auch und speziell auf das Leben von jungen Ordensfrauen, die nun weitgehend für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen hatten.
Ein besonders gutes Beispiel dazu ist die im Jahre 1792 in das Annuntiatinnen-Kloster Coesfeld mit 17 Jahren eingetretene Maria Clementine Martin, die schon im Jahre 1803 die Auflösung ihres Klosters und dann die vorübergehende Verlegung in den Konvent "Marienflucht" nach Glane erlebte. Nachdem sie mit dessen französischer Auflösung im Jahre 1811 endgültig auf sich alleine gestellt war, bemühte sie sich nach ihrer Rückkehr aus Brabant und Niederlassung in der Stadt Münster zunächst mit dem "Curieren von Fistel-und Krebsschäden", ihren Lebensunterhalt zu verdienen, was jedoch 1821 behördlicherseits ein Verfahren wegen "Quacksalberei" nach sich zog. Das entmutigte sie indes nicht, sich mit einem angeblich - wie sie behauptete - im Kloster erlernten "Geheimnis zur Herstellung von Melissen-Geist" als selbständige Unternehmerin in den komplexen Verhältnissen in Köln ab 1825 zwischen wirtschaftlichen Konkurrenten und preußischer Gesundheits-Kontrolle "durchzukämpfen". Dabei war die Ex-Ordensfrau Martin trotz mancher Niederlagen eine erfolgreiche Unternehmerin mit über die Rheinprovinz hinausreichenden Geschäftsbeziehungen und eine "ultramontane Katholikin" im Rheinland.
Dieser rechts- und kirchengeschichtlich bewegten und bedeutsamen Lebens- und Unternehmens-Geschichte ist die vorliegende Studie ausführlich aus vielen neuen Archivquellen nachgegangen und hat dabei einige bestehende „Legenden“ der bisherigen "romanhaften“" Darstellungen ihres Lebens als "Ordensfrau, ´Quacksalberin´ und Unternehmerin" korrigiert. Erstmals und anschaulich beschreibt diese Studie, wie eine westfälisch Ex-Ordensfrau als Unternehmerin im Rheinland mit "tadelnswerter Täuschung" und "unverdienter Gunst" - es eine Mitbewerberin formulierte - zum geschäftlichen Erfolg gelangte.
By the year 1800, the secularization of churches and monasteries located at the left and right bank of the river Rhine had decisive effects also and above all on the lives of young nuns who now had to earn for their living in Germany.
A particularly good example is Maria Clementine Martin, who entered aged 17 the Order of the Annunciation of the Blessed Virgin Mary at Coesfeld in 1792. Already in 1803, she experienced the termination of her monastery and the temporary relocation to the Convention "Marienflucht" at Glane. After she was finally set on her own according to the French termination of her monastery in 1811, she returned from Brabant and struggled to make a living in the city of Münster. Here she started to “cure fistulae and cancers” which ended up in a judicial investigation for being a "quack doctor" in 1821. But she was not discouraged. However, she moved to Cologne and started – within the complex conditions between economic competitors and Prussian health check – as a self-employed entrepreneur with the “Secrets of manufacturing of the Spirit of Melissa”, she claimed she had learned in the monastery. The ex-nun Martin was a successful entrepreneur, despite some defeats, maintaining business relationships beyond the Rhenish province and an "ultramodern Catholic" in the Rhineland.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift (Dissertation) |
| Ort der Veröffentlichung: | Regensburg |
|---|---|
| Seitenanzahl: | 294 |
| Datum | Juni 2016 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Hans-Jürgen Becker |
| Institutionen | Rechtswissenschaften > Entpflichtete oder im Ruhestand befindliche Professoren |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 300 Sozialwissenschaften > 340 Recht |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-335146 |
| Dokumenten-ID | 33514 |
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