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Behr, Michael ; Knüttel, Helge ; Fanghänel, Jochen ; Hahnel, Sebastian ; Engelhardt, Frank ; Proff, Peter

Historischer Rückblick der Entwicklung und Indikationsstellungen von Aufbissbehelfen/Schienen in der Zahnheilkunde

Behr, Michael, Knüttel, Helge , Fanghänel, Jochen, Hahnel, Sebastian, Engelhardt, Frank and Proff, Peter (2016) Historischer Rückblick der Entwicklung und Indikationsstellungen von Aufbissbehelfen/Schienen in der Zahnheilkunde. Deutsche zahnärztliche Zeitschrift 71 (2), pp. 146-155.

Date of publication of this fulltext: 21 Apr 2016 08:53
Article
DOI to cite this document: 10.5283/epub.33668


Abstract

Einführung: Publikationen zur Geschichte von Aufbissbehelfen und historische Publikationen über Aufbissbehelfe wurden anhand einer strukturierten Literatursuche recherchiert. Methode: Es wurden eine breite Auswahl an Datenbanken, Katalogen und Bibliographien elektronisch und per Hand Recherche herangezogen. Insgesamt wurden 181 Literaturstellen ausgewertet. Ergebnisse: Zunächst wurden ...

Einführung: Publikationen zur Geschichte von Aufbissbehelfen und historische Publikationen über Aufbissbehelfe wurden anhand einer strukturierten Literatursuche recherchiert.

Methode: Es wurden eine breite Auswahl an Datenbanken, Katalogen und Bibliographien elektronisch und per Hand Recherche herangezogen. Insgesamt wurden 181 Literaturstellen ausgewertet.

Ergebnisse: Zunächst wurden Schienen aus Holz oder Metall im Wesentlichen nur zur Frakturbehandlung eingesetzt. Später kamen Kautschukschienen dazu, die auch schon die Zahnreihen umfassten. Erst ab der Jahrhundertwende, ab ca. 1901, wurden Aufbissbehelfe gezielt zur Therapie von Dysfunktionen eingegliedert. Eine fehlerhafte Okklusion wurde in der Folgezeit als entscheidende Ursache von Zahnverlust (Alveolar Pyorrhöe, Karolyi-Effekt) sowie in den 20er und 30er Jahren als Ursache für Störungen der Funktion von Tuben, Hörminderung sowie Schwindel angesehen (Costen Syndrom). Nach 1945 rückten Okklusionsstörungen in Kombination mit Stressphänomenen in den Vordergrund der Therapiekonzepte sowie Therapien von Dysfunktionen des Kiefergelenks wie Diskusverlagerungen. Da Kunststoff statt Kautschuk zur Schienenherstellung genutzt werden konnte, eröffneten sich vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten von Aufbissbehelfen. Neben Schienen, die die gesamte Zahnreihe bedeckten (z.B. Michiganschiene) wurden Konzepte mit im Aufbiss reduzierten Kontaktflächen im Front- (z.B. Jig-Schienen) wie auch im Seitenzahngebiet (z.B. Pivot-Schienen) entwickelt.

Schlussfolgerungen: Der Nachweis der Effizienz einer Schienentherapie ist aber bei vielen Konzepten unbefriedigend. Werden Schienen als temporäreres Hilfsmittel zur Therapie kraniomandibulärer Störungen verstanden und eingesetzt, können sie, im Sinne einer „Krücke“, dem Patienten helfen über den akuten Beschwerdeschub hinweg zu kommen. Inwieweit sich durch Schienen die neuromuskulären Funktionsmuster des Patienten nachhaltig verändern, ist zurzeit Gegenstand intensiver Forschung. Es gibt Belege, dass sich auch kurative Wirkungen durch Aufbissbehelfe erzielen lassen.



Involved Institutions


Details

Item typeArticle
Journal or Publication TitleDeutsche zahnärztliche Zeitschrift
Publisher:Deutscher Ärzteverlag
Volume:71
Number of Issue or Book Chapter:2
Page Range:pp. 146-155
DateApril 2016
InstitutionsMedicine > Lehrstuhl für Kieferorthopädie
Medicine > Lehrstuhl für Zahnärztliche Prothetik
Central Institutions > University Library
Identification Number
ValueType
10.3238/dzz.2016.0146-0155DOI
Dewey Decimal Classification600 Technology > 610 Medical sciences Medicine
StatusPublished
RefereedYes, this version has been refereed
Created at the University of RegensburgYes
URN of the UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-336682
Item ID33668

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