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Theory of Mind und Aufmerksamkeitsreorientierung – Die Auswirkungen des sozialen Kontextes auf das Aufmerksamkeitsnetzwerk
Böhm, Valentin (2020) Theory of Mind und Aufmerksamkeitsreorientierung – Die Auswirkungen des sozialen Kontextes auf das Aufmerksamkeitsnetzwerk. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 15 Jan 2020 11:40
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.41370
Zusammenfassung (Deutsch)
Die vorliegende fMRT Studie lasst sich in die aktuelle neurokognitive Forschung zur Theory of Mind (ToM) und deren Zusammenhang zur Aufmerksamkeitsreorientierung einordnen. Bildgebende Studien zur ToM als auch zur Aufmerksamkeitsreorientierung weisen auf eine Beteiligung der rechten temporoparietalen Junktion (rTPJ) bei der Verarbeitung beider Prozesse hin. Trotz zahlreicher Studien besteht ...
Die vorliegende fMRT Studie lasst sich in die aktuelle neurokognitive Forschung zur Theory of Mind (ToM) und deren Zusammenhang zur Aufmerksamkeitsreorientierung
einordnen. Bildgebende Studien zur ToM als auch zur Aufmerksamkeitsreorientierung weisen auf eine Beteiligung der rechten temporoparietalen Junktion (rTPJ) bei der
Verarbeitung beider Prozesse hin. Trotz zahlreicher Studien besteht weiterhin Uneinigkeit bezuglich der Funktionsweise der rTPJ und einem moglichen, den beiden Forschungsbereichen gemeinsam zugrundeliegenden, Verarbeitungsprozess. Ziel unserer Studie war es durch ein Studiendesign, welches beide kognitive Leistungen in
einer Aufgabe vereint, diese Prozesse vergleichbar zu machen und zu uberprufen, ob sich eine soziale Interaktion innerhalb eines Aufmerksamkeitsparadigmas auf das neuronale Aufmerksamkeitsnetzwerk auswirkt. An der Studie nahmen 25 Probanden im Alter von 19 bis 32 Jahren teil. Die von uns im fMRT verwendete experimentelle Aufgabe lehnte sich an ein von Posner et al. (1980) entwickeltes Paradigma zur Erfassung der selektiven visuellen Aufmerksamkeit an, welches durch einen sozialen Kontext erweitert wurde. Die Aufgabe der Probanden bestand darin einen Zielreiz zu erkennen, welchem ein valider oder nicht-valider Hinweisreiz voranging. Wahrend der sozialen Bedingung war der Proband im Glauben, der Hinweisreiz werde ihm von einem Mitarbeiter gegeben. In der nicht-sozialen Bedingung wurde dem Probanden vermittelt, die Hinweisreize wurden computerbasiert generiert. Durch die Einfuhrung einer sozialen Komponente in ein Aufmerksamkeitsparadigma war es moglich die Auswirkung eines sozialen Kontextes auf ein Aufmerksamkeitsnetzwerk zu uberprufen. Die Ergebnisse zeigten ausschlieslich eine Mehraktivierung der rTPJ wahrend der nicht-sozialen Bedingung. Dies lies vermuten, dass die rTPJ nur wahrend der Aufmerksamkeitsreorientierung aktiviert ist. Der Interaktionseffekt (Validitat x Kontext) wies auf eine Beeinflussung des sozialen Kontextes auf das Aufmerksamkeitsparadigma hin, was auf ein komplexeres kognitives Verarbeitungsmuster schliesen lies. In diesem Zusammenhang lasst sich die rTPJ mit den beobachteten Koaktivierungen in das Modell der kontextuellen Aktualisierung (Geng et al., 2013) bringen. Demnach wird die spezifische Funktion der rTPJ durch den jeweils vorliegenden Kontext, sozial oder nicht-sozial, und dem damit verbunden Aktivitatsmuster eines Netzwerkes determiniert.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Cortical networks underpinning attentional control and mentalizing converge at the right temporoparietal junction (rTPJ). It is debated whether the rTPJ is fractionated in neighboring, but separate functional modules underpinning attentional control and mentalizing, or whether one overarching cognitive mechanism explains the rTPJ's role in both domains. Addressing this question, we combined ...
Cortical networks underpinning attentional control and mentalizing converge at the right temporoparietal junction (rTPJ). It is debated whether the rTPJ is fractionated in neighboring, but separate functional modules underpinning attentional control and mentalizing, or whether one overarching cognitive mechanism explains the rTPJ's role in both domains. Addressing this question, we combined attentional control and mentalizing in a factorial design within one task. We added a social context condition, in which another individual's mental states became apparently task-relevant, to a spatial cueing paradigm. This allowed for assessing cue validity- and context-dependent functional activity and effective connectivity of the rTPJ within corresponding cortical networks.
The results suggest that the rTPJ is part of both the ventral attention and the ToM network and that its function is defined by context-dependent coupling with the respective network. We argue that the rTPJ as a functional unit underpins an overarching cognitive mechanism in attentional control and mentalizing.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 15 Januar 2020 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Rainer Rupprecht |
| Tag der Prüfung | 15 Januar 2020 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie |
| Stichwörter / Keywords | Theory of mind, attentional reorienting, Aufmersamkeitsreorientierung |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-413703 |
| Dokumenten-ID | 41370 |
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