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Kollmann-Jehle, Felix

Prospektive Studie zur Monitoralarmierung auf deutschen Intensivstationen

Kollmann-Jehle, Felix (2020) Prospektive Studie zur Monitoralarmierung auf deutschen Intensivstationen. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 23 Jan 2020 10:20
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.41397


Zusammenfassung (Deutsch)

Das maschinelle Monitoring auf Intensivstationen stellt einen essentiellen Bestandteil der medizinischen Versorgung lebensbedrohlich erkrankter Patienten dar. Hierbei werden durch die Medizingeräte bis zu 40 verschiedene akustische Signale mit einer Lautstärke von bis zu 40 dB generiert. Jedoch haben bis zu 90 % der vorliegenden Alarmierungen keine klinische Relevanz und mindern sogar die ...

Das maschinelle Monitoring auf Intensivstationen stellt einen essentiellen Bestandteil der medizinischen Versorgung lebensbedrohlich erkrankter Patienten dar. Hierbei werden durch die Medizingeräte bis zu 40 verschiedene akustische Signale mit einer Lautstärke von bis zu 40 dB generiert. Jedoch haben bis zu 90 % der vorliegenden Alarmierungen keine klinische Relevanz und mindern sogar die Effektivität der medizinischen Behandlung und belasten das Personal. Auch für die zu versorgenden Patienten stellen die unnötige Geräuschbelastung und eine mögliche Desensibilisierung des Personals ein relevantes Gesundheitsrisiko dar.
In der vorliegenden Arbeit wurde daher eine prospektive Studie zur Evaluierung der vorherrschenden Meinung des betroffenen Personals auf deutschen Intensivstationen hinsichtlich der Effektivität der vorhandenen Monitoringsysteme und die dadurch entstehende Be- und Entlastung der Mitarbeiter im Alltag durchgeführt. Zudem sollte in Erfahrung gebracht werden, welche Verbesserungsvorschläge und Wünsche die Befragten für zukünftige Monitoringsysteme haben.
Hierzu wurde auf Basis des deutschen Krankenhausregisters eine repräsentative Stichprobe von 183 Intensivstationen unterschiedlicher Bettenkapazität ausgewählt. Mittels mehrerer Fragenbögen konnten insgesamt 915 Mitarbeiter befragt werden.
Neben Angaben zur beruflichen Stellung und Erfahrung, Größe und Art der Intensivstation sowie des Klinikums wurden vor allem Fragen zum bestehenden Monitoringsystem, die Häufigkeit und klinische Konsequenz der Alarmierung einschließlich der dadurch entstandenen Belastung gestellt. Anschließend wurden Vorschläge zur Reduzierung von Monitoringalarmen für eine Evaluation zukünftiger Monitoringsysteme gemacht.
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An der Studie beteiligten sich 160 Ärzte/-innen und 114 Krankenpfleger/-innen. Die überwiegende Mehrheit der Befragten gab an, dass weniger als die Hälfte der Alarmierungen eine klinische Konsequenz hätten. Der Großteil des Intensivpersonals empfand die Anzahl an Alarmierungen als zu häufig und lediglich ein sehr kleiner Anteil fühlte sich durch das bestehende Monitoringsystem entlastet.
Die Mehrheit der Befragten stimmte den Verbesserungsvorschlägen zukünftiger Monitoringsystem zu (trendbasierte Alarme, Signalglättung zur Artefaktvermeidung, Zusammenfassung von Vitalparametern und Zusammenfassung von Monitoringsystemen).
Für neue Monitoringsysteme wünschten sich die Befragten vor allem bessere Möglichkeiten zur Artefakterkennung, kabellose Systeme und eine Verbesserung des Monitor User Interface.
Im Vergleich mit bereits durchgeführten Studien bestätigt diese Studie die Unzufriedenheit des medizinischen Personals auf deutschen Intensivstationen in Bezug auf die Alarmhäufigkeit und die Spezifität der derzeitig eingesetzten Monitoringsysteme. Der Großteil der Befragten würde neue Alarmalgorithmen, denen eine Signalglättung zur Artefakterkennung oder trendbasierte Analysen zugrunde liegen, zur Verbesserung der Alarmgebung und dementsprechend auch zur Reduzierung der Alarmierungen begrüßen.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Monitoring of physiologic parameters in critically ill patients is associated with an enormous number of alarms, leading to reduced clinical value with high sensitivity but low specificity. To evaluate opinions of intensive care unit (ICU) staff on current monitoring we conducted a survey of German ICUs. Furthermore, the survey aimed to assess requirements and requests for future alarm systems. ...

Monitoring of physiologic parameters in critically ill patients is associated with an enormous number of alarms, leading to reduced clinical value with high sensitivity but low specificity. To evaluate opinions of intensive care unit (ICU) staff on current monitoring we conducted a survey of German ICUs. Furthermore, the survey aimed to assess requirements and requests for future alarm systems. The survey was conducted between May 2006 and June 2007 on a randomised sample of German ICUs. Questionnaires with 24 partly closed-ended partly open-ended questions were posted. Of 915 letters, 274 (30%) from 185 contacted ICUs were returned and evaluated. One hundred and sixty physicians, the majority (52%) working in a department of anaesthesiology, and 114 nurses returned the survey. Most responders (87%) estimated that less than 50% of current alarms result in clinical consequences (52% estimated less than 25%). We suggested trend alarms, smoothing of signals to reduce artefacts, generation of new combined alarms and integrative monitoring of different alarm systems as improvements of current ICU alarm systems, all of which were agreed to by the majority. Free text commentaries focused on the need for reducing alarms caused by artefacts and called for improvement of the monitor-user interfaces. Our survey demonstrates the dissatisfaction of clinical staff with the current alarm systems regarding alarm frequency and specificity in German ICUs, thereby confirming data raised in single institutions. ICU staff's acceptance for new alarm algorithms like signal extraction or detection of trends as a basis for smart monitoring appealed to the majority of users.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum23 Januar 2020
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Christian Wrede
Tag der Prüfung14 Januar 2020
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Innere Medizin I
Stichwörter / KeywordsIntensivmonitoring, Algorithmen, Monitoringsystem
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-413976
Dokumenten-ID41397

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