Analyse von Fatigue, Depression, Tagesschläfrigkeit, Schlafqualität und aktimetrisch ermittelten Schlafparametern bei Multiple Sklerose-Patienten mit unterschiedlicher Krankheitsdauer im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen
Fatigue, Depression und Schlafstörungen treten bei Multiple Sklerose (MS)-Patienten häufiger auf als in der Normalbevölkerung. Es ist jedoch unklar, in welcher Phase der chronischen neuroinflammatorischen Erkrankung diese auftreten.
Der Zweck dieser Studie bestand darin, mithilfe subjektiver Fragebögen Tagesschläfrigkeit, subjektive Schlafstörungen, Depression und Fatigue zu beurteilen bzw. ...
Zusammenfassung (Deutsch)
Fatigue, Depression und Schlafstörungen treten bei Multiple Sklerose (MS)-Patienten häufiger auf als in der Normalbevölkerung. Es ist jedoch unklar, in welcher Phase der chronischen neuroinflammatorischen Erkrankung diese auftreten.
Der Zweck dieser Studie bestand darin, mithilfe subjektiver Fragebögen Tagesschläfrigkeit, subjektive Schlafstörungen, Depression und Fatigue zu beurteilen bzw. mithilfe der Aktigraphie das Schlafverhalten zu erfassen. Dazu wurden die Teilnehmer in Gruppen von 24 ersterkrankten MS-Patienten, die direkt nach der Diagnosestellung untersucht wurden, 23 längererkrankten MS-Patienten mit längerer Krankheitsdauer und 24 gesunden Probanden, die zu den Ersterkrankten hinsichtlich Alter, Geschlecht und Bildungsstand gematcht wurden, eingeteilt. Ersterkrankte MS-Patienten wurden zudem nach einem Jahr wiederholt getestet.
Die Untersuchungen zeigten, dass längererkrankte MS-Patienten häufiger an subjektiv eingeschränktem Schlaf, depressiver Symptomatik und Fatigue litten als gesunde Kontrollpersonen. Zudem trat Fatigue häufiger bei längererkrankten MS-Patienten als bei Patienten mit Erstmanifestation auf. Bezüglich der Schlafparameter der Aktigraphie ergaben sich hinsichtlich der Bettzeit und der Schlaflatenz längere Zeiten in der Gruppe der ersterkrankten MS-Patienten zum Ausgangszeitpunkt verglichen mit der Kontrollgruppe. Die follow-up Untersuchung der ersterkrankten MS-Patienten nach einem Jahr zeigte keine Veränderung von Tagesschläfrigkeit, subjektiv beeinträchtigtem Schlaf, Fatigue und Schlafverhalten. Hinsichtlich der depressiven Symptomatik konnte eine Besserung ein Jahr nach Diagnosestellung beobachtet werden. Fatigue korrelierte in der untersuchten Population positiv mit Depression, subjektiver Schlafqualität, Tagesschläfrigkeit und einer längeren Krankheitsdauer, nicht jedoch mit den objektiven Schlafparametern.
Im weiteren Verlauf sollten Studien zum Vergleich der einzelnen Parameter der Aktigraphie und dem Goldstandard, der Polysomnographie, erfolgen. Des Weiteren bietet sich eine weiterführende Untersuchung der Population der ersterkrankten MS-Patienten mehrere Jahre nach Diagnosestellung an, um einen genaueren Einblick zu erhalten, wann die Inzidenzen von Fatigue, Depression und subjektiv schlechterer Schlafqualität ansteigen. Diese Erkenntnisse wären wichtig für die Behandlung von MS-Patienten, um diese schnell und effektiv mit individuellen Angeboten therapieren zu können.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Fatigue, depression, and sleep disorders are more common in patients with multiple sclerosis (MS). It remains unclear at which stage of this chronic and neuroinflammatory disease these impairments occur.
The aim of this study was to assess daytime sleepiness, subjective sleep-disorders, depression, and fatigue, using questionnaires, and to detect sleep behavior by actigraphy. The group of ...
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Fatigue, depression, and sleep disorders are more common in patients with multiple sclerosis (MS). It remains unclear at which stage of this chronic and neuroinflammatory disease these impairments occur.
The aim of this study was to assess daytime sleepiness, subjective sleep-disorders, depression, and fatigue, using questionnaires, and to detect sleep behavior by actigraphy. The group of individuals who participated in the study included 24 patients directly after their initial MS diagnosis, 23 long-term MS patients, and 24 healthy controls. The controls were matched to the first-time diagnosed patients according to age, gender, and education. Questionnaires and actigraphy were repeated after one year in patients with a first-time diagnosis.
Results showed that patients with a prolonged disease duration suffered more frequently from poorer subjective sleep quality, depressive symptoms, and fatigue in comparison to healthy controls. Additionally, fatigue occurred more often in patients with a prolonged disease duration in relation to patients with a first-time diagnosis of MS. Assessing actimetry-derived sleep parameters revealed that patients with a first-time diagnosis of MS spent more time in bed and had a longer sleep latency in comparison to healthy controls. The one-year follow-up of patients with a first diagnosis of MS showed no change in daytime sleepiness, subjective sleep quality, fatigue, and sleep parameters. However, depressive symptoms improved significantly one year after diagnosis. Fatigue was positively correlated with depression, subjective sleep quality, daytime sleepiness, and longer disease duration, but not with objective sleep parameters.
Future studies should compare actigraphy-derived sleep parameters and polysomnography data, which is the gold standard of detecting sleep. Furthermore, it would be beneficial to re-examine the group of patients with a first diagnosis of MS in our study in the future, to obtain further insights into the timing of the onset of fatigue, depression, and poorer subjective sleep quality. These insights could be useful for treating MS patients with timely and effective individual therapies.