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Trißl, Lukas

Der Einfluss von selektiver Übung auf zeitabhängiges Vergessen

Trißl, Lukas (2023) Der Einfluss von selektiver Übung auf zeitabhängiges Vergessen. PhD, Universität Regensburg.

Date of publication of this fulltext: 11 Jan 2023 12:37
Thesis of the University of Regensburg
DOI to cite this document: 10.5283/epub.53281


Abstract (German)

Der Abruf von Informationen aus dem Gedächtnis wird zunehmend schwieriger, je mehr Zeit zwischen dem Einspeichern der Informationen und deren Abruf vergeht. Dieses zeitabhängige Vergessen kann durch selektive Übung in Form von Abruf oder erneutem Lernen unterbrochen werden, indem nicht nur der Abruf der geübten Informationen, sondern auch der Abruf der nicht geübten Informationen gefördert wird. ...

Der Abruf von Informationen aus dem Gedächtnis wird zunehmend schwieriger, je mehr Zeit zwischen dem Einspeichern der Informationen und deren Abruf vergeht. Dieses zeitabhängige Vergessen kann durch selektive Übung in Form von Abruf oder erneutem Lernen unterbrochen werden, indem nicht nur der Abruf der geübten Informationen, sondern auch der Abruf der nicht geübten Informationen gefördert wird. Diese Abrufförderung wird darauf zurückgeführt, dass selektive Übung den temporalen Kontext zum Zeitpunkt des Lernens wiederherstellen kann, welcher wiederum den Abruf anderer Inhalte erleichtert, die in einem ähnlichen Kontext gelernt wurden. Es ist jedoch unklar, ob dieser Kontextabruf eine nur kurzfristige Unterbrechung der natürlichen Fluktuation des temporalen Kontexts darstellt oder ob er eine eher permanente Kontextaktualisierung erzeugt, welche eine länger anhaltende Unterbrechung des zeitabhängigen Vergessens mit sich bringen würde. In fünf Experimenten wurde das zeitabhängige Vergessen von eingespeicherten Informationen direkt nach dem Lernen und nach zeitverzögerter selektiver Übung in Form von Abruf (Experimente 1-3) und in Form von erneutem Lernen (Experimente 4-5) untersucht. Selektive Übung konnte den Abruf der geübten und nicht geübten Inhalte fördern und damit das zeitabhängige Vergessen unterbrechen. Bei den nicht geübten Inhalten erzeugte die selektive Übung zudem einen Neustart des zeitabhängigen Vergessens, sodass das Vergessen nach der Übung nicht unterscheidbar war von dem Vergessen nach dem Lernen. Bei den geübten Inhalten konnte das Vergessen sogar abgeschwächt werden. Die Ergebnisse deuten an, dass selektive Übung längerfristige Auswirkungen auf das zeitabhängige Vergessen hat und dieser Effekt wahrscheinlich durch Kontextabruf und eine permanente Aktualisierung des temporalen Kontexts herbeigeführt wird.

Translation of the abstract (English)

Memory retrieval gets impaired as more and more time passes between initial encoding and final recall of the information. Selective practice by means of retrieval or restudy can interrupt such time-dependent forgetting, enhancing recall not only of the practiced but also of the unpracticed information. This recall enhancement has been attributed to context retrieval and the idea that selective ...

Memory retrieval gets impaired as more and more time passes between initial encoding and final recall of the information. Selective practice by means of retrieval or restudy can interrupt such time-dependent forgetting, enhancing recall not only of the practiced but also of the unpracticed information. This recall enhancement has been attributed to context retrieval and the idea that selective practice reactivates the retrieved item’s temporal context during study, which can facilitate recall of other items that had a similar context at study. However, it is unclear whether context retrieval induces a transient discontinuity in the stream of temporal context only, or a more permanent updating of context that would entail a lasting interruption of time-dependent forgetting. In five experiments, we analyzed time-dependent forgetting of encoded information right after study and after time-lagged selective practice by means of retrieval (experiments 1-3) or restudy (experiments 4-5). Selective practice improved recall of the practiced and unpracticed information and interrupted the time-dependent forgetting. For the unpracticed information, it created a restart of time-dependent forgetting that made forgetting after selective practice indistinguishable from forgetting after study. For the practiced information, it attenuated the time-dependent forgetting. The results suggest that selective practice causes a lasting recall enhancement, an effect likely mediated by context retrieval and a permanent updating of temporal context.


Involved Institutions


Details

Item typeThesis of the University of Regensburg (PhD)
Open Access Type:Primary Publication
Date11 January 2023
RefereeProf. Dr. Karl-Heinz T. Bäuml
Date of exam15 December 2022
InstitutionsHuman Sciences > Institut für Psychologie > Lehrstuhl für Psychologie IV (Entwicklungs- und Kognitionspsychologie) - Prof. Dr. Karl-Heinz Bäuml
KeywordsEpisodisches Gedächtnis, Vergessen, Abruf, erneutes Lernen, Kontext
Dewey Decimal Classification100 Philosophy & psychology > 150 Psychology
StatusPublished
RefereedYes, this version has been refereed
Created at the University of RegensburgYes
URN of the UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-532817
Item ID53281

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