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Arnds, Johannes Maximilian

Amplitudenmodulierte akustische Stimulation bei tonalem und noise-like Tinnitus

Arnds, Johannes Maximilian (2022) Amplitudenmodulierte akustische Stimulation bei tonalem und noise-like Tinnitus. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 08 Dez 2022 09:10
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.53321


Zusammenfassung (Deutsch)

Die Erforschung von akustischer Stimulation von Probanden mit chronischem Tinnitus bietet zum einen die Möglichkeit ein tieferes Verständnis von Tinnitus zu erlangen, zum anderen der-zeitige Therapiemöglichkeiten zu erweitern. Sowohl bildgebende Verfahren als auch elektro-physiologische Untersuchungen legen nahe, dass es einen pathophysiologischen Unterschied zwischen tonalem und noise-like (aus ...

Die Erforschung von akustischer Stimulation von Probanden mit chronischem Tinnitus bietet zum einen die Möglichkeit ein tieferes Verständnis von Tinnitus zu erlangen, zum anderen der-zeitige Therapiemöglichkeiten zu erweitern. Sowohl bildgebende Verfahren als auch elektro-physiologische Untersuchungen legen nahe, dass es einen pathophysiologischen Unterschied zwischen tonalem und noise-like (aus dem Englischen „noise“ für Rauschen oder Geräusch) Tinnitus gibt. Da man davon ausgeht, dass ein Sinuston bei Probanden mit tonalem Tinnitus im Bereich der Tinnitusfrequenz die größtmögliche residuale Inhibition (RI) hervorruft, ist es ein vielversprechender Ansatz auch Probanden mit noise-like Tinnitus mit einem Geräusch zu sti-mulieren, das ihrem Tinnitus am nächsten kommt.
Deswegen wurden in dieser Studie für Probanden mit noise-like Tinnitus Stimuli auf Basis des Weißen Rauschens erstellt, die in ihrer Bandweite und Centerfrequenz so weit wie möglich dem individuellen Tinnitus des jeweiligen Probanden glichen. Da sich in vergangenen Studien ein Trend abzeichnete, dass amplitudenmodulierte Stimuli unter Umständen eine größere resi-duale Inhibition nach sich ziehen, wurde dieses Schmalbandrauschen mit 10 Hz und 40 Hz Amplitudenmodulation sowie unmoduliert präsentiert. Als Kontrollstimuli sollte das Weiße Rauschen mit den analogen Modulationen dienen. Als weiterer Kontrast wurde ein Schmal-bandrauschen auf Höhe der Tinnitusfrequenz mit Lautstärke auf Minimum Masking Level (MML) präsentiert.
Als Kontrollgruppe dienten Probanden mit tonalem Tinnitus. Auch diesen wurden die oben genannten akustischen Stimuli präsentiert. Die Stimuli mit Schmalbandrauschen hatten dabei als Centerfrequenz die Tonhöhe des Tinnitus’ und eine feste Filterbandbreite.
Die für die akustische Stimulation verwendeten sieben Stimuli wurden für jeweils drei Minuten präsentiert. Im Anschluss wurde die Tinnituslautstärke im zeitlichen Verlauf erfasst. Die Studie bestätigte das Potential von Stimuli auf Basis des Weißen Rauschen RI auszulösen. Den Trend, dass amplitudenmodulierte, akustische Stimuli zu einer größeren, residualen Inhibition führen, konnte bezüglich Stimuli auf Basis des Weißen Rauschens in der vorliegenden Studie nicht bestätigt werden. Die Ergebnisse zeigten einen signifikanten Unterschied der RI für die beiden Fallgruppen „Tonal“ (n=15) und „Noise-like“ (n=14) direkt nach Stimulationsende. Auch bei vorliegender, unterschiedlicher Geschlechterverteilung der beiden Fallgruppen, kann dies auf ein besseres Ansprechverhalten bezüglich akustischer Stimulation mit Stimuli auf Basis des Weißen Rauschens hindeuten. Dies stellt einen weiteren Schritt in Richtung individualisierter, akustischer Tinnitustherapie dar.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Acoustic stimuli were testet to induce residual inhibition (RI) in individuals with noise-like and tonal tinnitus. Seven stimuli on basis of a White Noise were (WN) used with and without 10 Hz and 40 Hz amplitude modulation (AM). Additionally there a band pass filter was used to create stimuli similar to an narrow band noise (NBN) tinnitus. The aim of the study was whether a noise similar to the ...

Acoustic stimuli were testet to induce residual inhibition (RI) in individuals with noise-like and tonal tinnitus. Seven stimuli on basis of a White Noise were (WN) used with and without 10 Hz and 40 Hz amplitude modulation (AM). Additionally there a band pass filter was used to create stimuli similar to an narrow band noise (NBN) tinnitus. The aim of the study was whether a noise similar to the tinnitus could induce greater RI-depth when used with an AM. All of the used stimuli induced RI. There was no difference between the AM and the unmodulated sounds. Overall higher RI-depht was seen in the group of individuals withs noise-like tinnitus. The study provides further insights in acoustic therapy of chronic tinnitus.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum8 Dezember 2022
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Berthold Langguth
Tag der Prüfung22 November 2022
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie
Stichwörter / KeywordsTinnitus, akkustische Stimulation, residuale Inhibition, noise-like Tinnitus, White Noise, Narrow-band noise
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-533214
Dokumenten-ID53321

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