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Der Einfluss von Metformin auf das progressionsfreie und Gesamtüberleben bei Patienten mit hochgradigen Gliomen
Luber, Christian (2023) Der Einfluss von Metformin auf das progressionsfreie und Gesamtüberleben bei Patienten mit hochgradigen Gliomen. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 16 Feb 2023 05:14
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.53801
Zusammenfassung (Deutsch)
Hochgradige Gliome sind die häufigsten malignen Neoplasien des zentralen Nervensystems. Sie umfassen verschiedene histologische Entitäten, von denen der Hauptanteil auf Astrozytome und Glioblastome entfällt. Diese Tumore können in die WHO-Grade III und IV eingeteilt werden. Die Therapie wird je nach Einzelfall gewählt, meist werden Kombinationen aus chirurgischer Resektion, Chemo- und ...
Hochgradige Gliome sind die häufigsten malignen Neoplasien des zentralen Nervensystems. Sie umfassen verschiedene histologische Entitäten, von denen der Hauptanteil auf Astrozytome und Glioblastome entfällt. Diese Tumore können in die WHO-Grade III und IV eingeteilt werden. Die Therapie wird je nach Einzelfall gewählt, meist werden Kombinationen aus chirurgischer Resektion, Chemo- und Radiotherapie angewendet. Trotzdem ist die Überlebenszeit nach der Diagnosestellung kurz und konnte in den letzten Jahrzehnten durch neuere Therapieansätze nur geringfügig verlängert werden.
Das orale Antidiabetikum Metformin wird schon seit Jahrzehnten zur Therapie des Diabetes mellitus Typ II eingesetzt. Zusätzlich zur blutzuckersenkenden Wirkung konnten zahlreiche Studien eine Assoziation zwischen einer Metformin-Therapie und der Inzidenz bzw. der Mortalität bei verschiedenen Tumorerkrankungen nachweisen. Auch für Gliome wurde ein positiver Einfluss auf das Überleben festgestellt.
Die vorliegende Studie wertete retrospektiv Daten von Patienten mit hochgradigen Gliomen mit Hinblick auf das Gesamtüberleben und das progressionsfreie Überleben aus. Dabei zeigte sich erstmals ein positiver Einfluss einer Metformin-Therapie allein bei Gliomen vom WHO-Grad III, nicht jedoch beim WHO-Grad IV. Prinzipiell kann man sich diese Ergebnisse mit bereits veröffentlichen Erkenntnissen zum Mutationsstatus (z.B. des Enzyms Isocitrat-Dehydrogenase) erklären, da sich Gliome der WHO-Grade III und IV in verschiedenen molekularen Markern unterscheiden. Denkbar wäre daher eine Therapie von Patienten mit WHO-Grad III-Gliomen – dafür müssen die Ergebnisse jedoch noch in anderen Studien repliziert werden.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
High-grade gliomas are the most common malignant neoplasms of the central nervous system. They comprise various histologic entities, of which astrocytomas and glioblastomas account for the majority. These tumors can be classified into WHO grades III and IV. Therapy is chosen according to the individual case, usually combinations of surgical resection, chemotherapy and radiotherapy are used. ...
High-grade gliomas are the most common malignant neoplasms of the central nervous system. They comprise various histologic entities, of which astrocytomas and glioblastomas account for the majority. These tumors can be classified into WHO grades III and IV. Therapy is chosen according to the individual case, usually combinations of surgical resection, chemotherapy and radiotherapy are used. Nevertheless, survival after diagnosis is short and has been only slightly prolonged by newer therapeutic approaches in recent decades.
The oral antidiabetic drug metformin is a widely used medication for type II diabetes. In addition to its blood glucose-lowering effect, numerous studies have demonstrated an association between metformin therapy and the incidence or mortality of various tumors. A positive effect on survival has also been found for gliomas.
The present study retrospectively evaluated data from patients with high-grade gliomas with regard to overall survival and progression-free survival. For the first time, metformin therapy was shown to have a positive effect on WHO grade III gliomas alone, but not on WHO grade IV gliomas. These results can be explained by previously published findings on mutation status (e.g., of the enzyme isocitrate dehydrogenase), since WHO grade III and IV gliomas differ in various molecular markers. It would therefore be conceivable to treat patients with WHO grade III gliomas - but for this, the results still need to be replicated in other studies.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 16 Februar 2023 |
| Begutachter (Erstgutachter) | PD Dr. Dr. Corinna Seliger-Behme |
| Tag der Prüfung | 10 Februar 2023 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Neurologie |
| Stichwörter / Keywords | Gliom; Metformin; Überleben; retrospektiv |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-538015 |
| Dokumenten-ID | 53801 |
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