Ziel dieser Arbeit ist es die grenzübergreifende medizinische Versorgung zwischen Bayern und Tschechien systematisch zu erfassen, zu diesem Zweck wurden zentrale Akteure der Gesundheitsversorgung in einem exemplarischen Bereich der Grenzregion zwischen Bayern und Tschechien befragt. Von den 347 verschicken Fragebögen wurden in Bayern 89 beantwortet, in Tschechien 9. Dies entspricht einer ...
Zusammenfassung (Deutsch)
Ziel dieser Arbeit ist es die grenzübergreifende medizinische Versorgung zwischen Bayern und Tschechien systematisch zu erfassen, zu diesem Zweck wurden zentrale Akteure der Gesundheitsversorgung in einem exemplarischen Bereich der Grenzregion zwischen Bayern und Tschechien befragt. Von den 347 verschicken Fragebögen wurden in Bayern 89 beantwortet, in Tschechien 9. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 36% bzw. 9%, insgesamt 28,2 %. Die weitere Auswertung erfolgte wegen der geringen Anzahl von ausgefüllten Fragebögen aus Tschechien für beide Länder gemeinsam.
Von den 98 beantworteten Fragebögen wurde in 18 angegeben, dass eine Kooperation mit dem jeweiligen Nachbarland besteht. Dies entspricht 18,4 % der beantworteten Fragebögen
Die Kooperationen konnten mit Mehrfachnennung den Bereich ambulanter Sektor, stationärer Sektor, Notfallbehandlung (keine Unterscheidung zwischen Rettungsdienst und Notfallbehandlung in Klinik oder Praxis) sowie dem administrativen Sektor zugeordnet werden. Die Kooperationsprojekte fanden zu 72,2 % (n=13) im ambulanten Sektor statt, zu 50 % (n=9) im stationären Sektor, zu 33,3 % (n=6) als Notfallbehandlung und zu 5,6 % betrafen sie den administrativen Bereich. Durch die Kooperationen konnte in verschiedenen Bereichen Verbesserungen erzielt werden. So gaben 61,1 % (n=11) der Projektbeteiligten an, dass die Patientenversorgung sich verbessert hat, 72,2 % (n=13) sahen eine positive Entwicklung der Kommunikation zwischen den Projektpartnern und 50 % (n=9) erkannten eine Intensivierung der Kontakte. Die Motivation für weitere Kooperationen mit dem Nachbarland wurde unter den bereits in Projekten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Eingebundenen mit 72,2% (n=13) angegeben. Allerdings sahen die Teilnehmer durchaus Unterstützungsbedarf. So gaben 66,7 % (n=12) an, dass Hilfe von Verwaltungen und Behörden erforderlich ist, 38,9 % (n=7) betrachteten die finanzielle und personelle Ausstattung als unzureichend und 33,3 % (n=6) sahen Bedarf für die Vermittlung von Kontakten.
Die Befragung belegt, dass sehr gute Voraussetzungen für den Auf- und Ausbau der grenzüberschreitenden medizinischen Versorgung bestehen und diese künftig eine wichtige Rolle in der Sicherstellung der ambulanten und stationären Betreuung von Patienten im böhmisch-ostbayerischen Grenzraum einnehmen wird.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
The aim of this work was to systematically capture cross-border medical care between Bavaria and the Czech Republic. To this end, key players in the healthcare system in a representative area of the border region were surveyed. Out of 347 questionnaires sent out, 89 were answered in Bavaria and 9 in the Czech Republic, resulting in a response rate of 36% and 9%, respectively, with an overall ...
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
The aim of this work was to systematically capture cross-border medical care between Bavaria and the Czech Republic. To this end, key players in the healthcare system in a representative area of the border region were surveyed. Out of 347 questionnaires sent out, 89 were answered in Bavaria and 9 in the Czech Republic, resulting in a response rate of 36% and 9%, respectively, with an overall response rate of 28.2%. Due to the low number of completed questionnaires from the Czech Republic, further analysis was conducted jointly for both countries. Of the 98 completed questionnaires, 18 indicated that there is cooperation with the neighboring country, which corresponds to 18.4% of the responses. The cooperations were categorized into the outpatient sector, inpatient sector, emergency treatment (without distinguishing between emergency services and emergency treatment in clinics or practices), and the administrative sector. The cooperation projects took place predominantly in the outpatient sector (72.2%, n=13), followed by the inpatient sector (50%, n=9), emergency treatment (33.3%, n=6), and the administrative area (5.6%). Improvements were achieved in various areas through these cooperations. For instance, 61.1% (n=11) of the project participants reported an improvement in patient care, 72.2% (n=13) observed a positive development in communication between project partners, and 50% (n=9) recognized an intensification of contacts. The motivation for further cooperation with the neighboring country was indicated by 72.2% (n=13) of those already involved in cross-border collaboration projects. However, participants also identified a need for support. Specifically, 66.7% (n=12) stated that assistance from administrations and authorities is necessary, 38.9% (n=7) considered the financial and personnel resources to be insufficient, and 33.3% (n=6) saw a need for facilitating contacts.
The survey shows that there are excellent conditions for the development and expansion of cross-border medical care, which will play an important role in ensuring outpatient and inpatient care for patients in the Bohemian-East Bavarian border region in the future.