| Lizenz: Creative Commons Namensnennung 4.0 International (1MB) |
- URN zum Zitieren dieses Dokuments:
- urn:nbn:de:bvb:355-epub-765683
- DOI zum Zitieren dieses Dokuments:
- 10.5283/epub.76568
| Dokumentenart: | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
|---|---|
| Open Access Art: | Primärpublikation |
| Datum: | 14 April 2025 |
| Begutachter (Erstgutachter): | Prof. Dr. Romuald Brunner |
| Tag der Prüfung: | 18 März 2025 |
| Institutionen: | Medizin > Lehrstuhl für Kinder- und Jugendmedizin |
| Stichwörter / Keywords: | Schulabstentismus, Verlaufsstudie, Prädiktoren |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status: | Veröffentlicht |
| Begutachtet: | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden: | Ja |
| Dokumenten-ID: | 76568 |
Zusammenfassung (Deutsch)
In der vorliegenden Arbeit wurde eine klinische Inanspruchnahme-Stichprobe von Kindern und Jugendlichen, welche in den Jahren 2012 bis 2018 die Spezialambulanz für schulvermeidendes Verhalten der KJPP Regensburg aufsuchten, evaluiert. Insbesondere wurde die Stichprobe hinsichtlich psychiatrischer Komorbiditäten im Geschlechtervergleich und möglicher Verlaufsprädiktoren genauer untersucht. Die ...

Zusammenfassung (Deutsch)
In der vorliegenden Arbeit wurde eine klinische Inanspruchnahme-Stichprobe von Kindern und Jugendlichen, welche in den Jahren 2012 bis 2018 die Spezialambulanz für schulvermeidendes Verhalten der KJPP Regensburg aufsuchten, evaluiert. Insbesondere wurde die Stichprobe hinsichtlich psychiatrischer Komorbiditäten im Geschlechtervergleich und möglicher Verlaufsprädiktoren genauer untersucht. Die Daten wurden retrospektiv auf der Basis von elektronischen Patientenakten erhoben, wobei sich insgesamt eine Stichprobengröße von N = 174 (n = 99 männlich, n = 75 weiblich) Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren ergab. Zur Analyse des zeitlichen Verlaufs der schulischen Fehlzeiten wurden drei Ränge gebildet. Die Rangeinteilung erfolgte angelehnt an Reissner et al. in einen geringen Schulbesuch (<10.00 %), einen partiellen Schulbesuch (10.00 %-90.00 %) und einen regelmäßigen Schulbesuch (>90.00 %) und wurde zu drei Zeitpunkten (nach einem Jahr, nach zwei bis drei Jahren, ab dem dritten Jahr) nach Behandlungsbeginn in der KJPP herausgearbeitet. Insgesamt ergab sich in der vorliegenden Studie im Mittel eine statistisch signifikante Rangverbesserung bei 34.64% der Patienten im ersten Jahr. Entgegen den Erwartungen stieg im ersten Jahr auch der Anteil derer, welche nur einen geringen Schulbesuch von unter 10.00 % aufwiesen. Bei einem Großteil dieser Patienten wurde jedoch eine große Compliance-Problematik hinsichtlich der Einhaltung der Therapieempfehlungen deutlich. Als potenzielle Prädiktoren für den Verlauf des Schulbesuchs wurden neben dem Alter und dem Geschlecht beispielsweise das Ausmaß schulischer Fehlzeit zum Zeitpunkt der Ersterhebung, die Diagnosen, die Summe der Therapieempfehlungen und deren prozentuale Einhaltung nach Erstdiagnostik untersucht. Die Ergebnisse zeigen das Geschlecht als einflussreichsten signifikanten Prädiktor auf die Rangveränderung nach einem Jahr. Männlich zu sein machte es 68.50 % unwahrscheinlicher im Rang aufzusteigen und somit im Verlauf weniger schulische Fehltage aufzuweisen. Ebenso konnte auch bei einer höheren Anzahl an Therapieempfehlungen im Rahmen der Erstdiagnostik ein um 44.70 % unwahrscheinlicheres Aufsteigen im Rang aufgezeigt werden. Insgesamt 41.90 % unwahrscheinlicher machte es das Vorhandensein einer höheren Summe an Achse V Diagnosen im Rang aufzusteigen. Die Wahrscheinlichkeit eines Rangaufstiegs nach einem Jahr erhöhte sich hingegen um 61.90 % bei einem höheren Umfang an Fehltagen vor Beginn der Therapie. Bei mehreren weiteren Variablen konnten keine oder nur schwach ausgeprägte Effekte herausgearbeitet werden. Zu den weiteren Erhebungszeitpunkten zeigte sich die Stichprobengröße durch eine Vielzahl fehlender Werte als zu klein für eine aussagekräftige Regression. Hinsichtlich der Komorbiditäten stellte sich eine hohe Prävalenz an psychiatrischen Diagnosen bei Kindern und Jugendlichen mit Schulabsentismus dar. Die durchschnittliche Anzahl externalisierender Diagnosen lag dabei bei den männlichen Patienten statistisch signifikant über der mittleren Anzahl bei den weiblichen Patienten. Insgesamt konnten jedoch keine erheblichen signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern herausgearbeitet werden. So zeigte sich im Hinblick auf die Anzahl an Diagnosen auf den einzelnen Achsen des MAS nach ICD-10 kein statistisch signifikanter Zusammenhang sowie ein insgesamt sehr ähnliches Verteilungsmuster der Diagnosegruppen (F1x.x-F9x.x) bei beiden Geschlechtern. Die Ergebnisse verweisen in der Gesamtheit dennoch auf ein sich sehr heterogen präsentierendes Patientenklientel und unterstreichen die hohe Relevanz des Schulabsentismus in der kinder- und jugendpsychiatrischen Patientenversorgung.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
In the present study, a clinical utilization sample of children and adolescents who attended the specialized outpatient clinic for school avoidance behavior at the KJPP Regensburg between 2012 and 2018 was evaluated. In particular, the sample was examined more closely regarding to psychiatric comorbidities in gender comparison and possible progression predictors. The data were collected ...

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
In the present study, a clinical utilization sample of children and adolescents who attended the specialized outpatient clinic for school avoidance behavior at the KJPP Regensburg between 2012 and 2018 was evaluated. In particular, the sample was examined more closely regarding to psychiatric comorbidities in gender comparison and possible progression predictors. The data were collected retrospectively based on electronic patient records, resulting in a total sample size of N = 174 (n = 99 male, n = 75 female) children and adolescents aged 6 to 17 years. To analyze the temporal course of school absenteeism, three categories were established. The categorization was based on Reissner et al. into low school attendance (<10.00%), partial school attendance (10.00%-90.00%) and regular school attendance (>90.00%) and was assessed at three time points (after one year, after two to three years, from the third year) following the initiation of treatment at KJPP. Overall, the present study found a statistically significant improvement in ranking for 34.64% of patients in the first year. Contrary to expectations, the proportion of those exhibiting only low school attendance of less than 10.00% also increased in the first year. However, a significant compliance issue regarding adherence to therapy recommendations was evident in a large portion of these patients. Potential predictors for the course of school attendance included age and gender, as well as the extent of school absenteeism at the time of initial assessment, diagnoses, the total number of therapy recommendations and their percentage adherence following initial diagnosis. The results indicated that gender was the most influential significant predictor of rank change after one year. Being male made it 68.50% less likely to improve in rank and thus to exhibit fewer school absences over time. Additionally, a higher number of therapy recommendations during the initial diagnosis was associated with a 44.70% lower likelihood of rank improvement. The presence of a higher sum of Axis V diagnoses made it 41.90% less likely to improve in rank. Conversely, the probability of rank improvement after one year increased by 61.90% with a higher extent of absenteeism prior to the start of therapy. For several other variables, no or only weakly pronounced effects were identified. Regarding subsequent assessment time points, the sample size was deemed too small for meaningful regression analysis due to numerous missing values. Concerning comorbidities, there was a high prevalence of psychiatric diagnoses among children and adolescents with school absenteeism. The average number of externalizing diagnoses was statistically significantly higher among male patients compared to female patients. However, no substantial significant differences between genders were identified overall. In terms of the number of diagnoses on individual axes according to ICD-10, no statistically significant correlation was found, and there was an overall very similar distribution pattern of diagnostic groups (F1x.x-F9x.x) for both genders. Overall, the results point to a very heterogeneous patient clientele and underscore the high relevance of school absenteeism in child and adolescent psychiatric care.
Metadaten zuletzt geändert: 14 Apr 2025 05:25
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