| Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand (2MB) |
- URN zum Zitieren dieses Dokuments:
- urn:nbn:de:bvb:355-epub-773988
- DOI zum Zitieren dieses Dokuments:
- 10.5283/epub.77398
| Dokumentenart: | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
|---|---|
| Open Access Art: | Primärpublikation |
| Datum: | 24 Juli 2025 |
| Begutachter (Erstgutachter): | Prof. Dr. Michael Leitzmann und Prof. Dr. Orkan Okan |
| Tag der Prüfung: | 18 Juli 2025 |
| Institutionen: | Medizin > Lehrstuhl für Kinder- und Jugendmedizin |
| Projekte: |
Gefördert von:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
(409800133)
|
| Stichwörter / Keywords: | Gesundheitskompetenz; health literacy; longitudinal; Entwicklung; development; Mütter; mothers; first-time mothers; HLS-EU; quantitativ; qualitativ; latent growth curve model; IPA; interviews |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status: | Veröffentlicht |
| Begutachtet: | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden: | Ja |
| Dokumenten-ID: | 77398 |
Zusammenfassung (Deutsch)
Hintergrund und Ziel: Gesundheitskompetenz (GK) beschreibt das Wissen, die Kompetenz und die Motivation, gesundheitsrelevante Informationen finden, verstehen, beurteilen und anwenden zu können (Sørensen et al., 2012). Ziel des Promotionsprojekts war es zu untersuchen, wie sich diese Fähigkeit bei Müttern im Verlauf des ersten Lebensjahres ihres Kindes verändert und welche Faktoren bei der ...

Zusammenfassung (Deutsch)
Hintergrund und Ziel: Gesundheitskompetenz (GK) beschreibt das Wissen, die Kompetenz und die Motivation, gesundheitsrelevante Informationen finden, verstehen, beurteilen und anwenden zu können (Sørensen et al., 2012). Ziel des Promotionsprojekts war es zu untersuchen, wie sich diese Fähigkeit bei Müttern im Verlauf des ersten Lebensjahres ihres Kindes verändert und welche Faktoren bei der Entwicklung der GK eine Rolle spielen. Diese Fragestellung wurde mithilfe von zwei Studien näher beleuchtet: die quantitative Studie hatte zum Ziel, die längsschnittliche Entwicklung der GK und damit zusammenhängende Determinanten in einer großen Kohorte von Müttern zu analysieren; die qualitative Interviewstudie sollte die individuelle Entwicklung der GK mit Fokus auf den Erfahrungen und subjektiv wahrgenommenen Veränderungen von Müttern explorieren.
Methoden: Im Rahmen der quantitativen Studie wurden Längsschnittdaten von 1363 Müttern, die mit ihrem Kind an der KUNO-Kids Gesundheitsstudie teilnahmen, verwendet. Daten zur GK und zu persönlichen und situationellen Einflussfaktoren wurden zu verschiedenen Zeitpunkten während des ersten Lebensjahres (Geburt des Kindes, nach 6 und 12 Monaten) mittels Interviews und Selbstberichtsfragebögen erhoben. Dabei wurde die GK mithilfe der Skala zur Krankheitsbewältigung des European Health Literacy Survey Questionnaire (HLS-EU-Q) erfasst, deren 16 Items die verschiedenen Dimensionen (finden, verstehen, beurteilen, anwenden) der GK umfassen. Die durchschnittlichen Verläufe und Determinanten der GK wurden mithilfe von latenten Wachstumskurvenmodellen in der Gesamtstichprobe und in der Subgruppe der Erstgebärenden analysiert.
Für die qualitative Interviewstudie wurden 16 Mütter, die ein Kind im ersten Lebensjahr hatten, im Raum Regensburg rekrutiert. Es wurden leitfadengestützte, semi-strukturierte Interviews mit narrativen Anteilen durchgeführt. Dabei sollten die Mütter von ihren subjektiven Erfahrungen im Umgang mit gesundheitsbezogenen Situationen und Themen erzählen. Die Interviews wurden aufgezeichnet, anschließend transkribiert und mittels interpretativer phänomenologischer Analyse ausgewertet.
Hauptergebnisse: Die Ergebnisse der quantitativen Studie zeigten einen Anstieg der GK-Werte der Mütter vom Zeitpunkt der Geburt des Kindes (Mittelwert [M] = 35,46, Standardabweichung [SD] = 7,34) über 6 Monate (M = 37,31, SD = 7,31) bis 12 Monate nach Geburt (M = 38,01, SD = 7,41). Der Anstieg war sowohl in der Gesamtstichprobe (1,19, Standardfehler [SE] = 0,09, p < ,001) als auch in der Subgruppe der Erstgebärenden (1,36, SE = 0,11, p < ,001) statistisch signifikant. Außerdem wiesen Mütter, die bei der Geburt des Kindes eine niedrigere subjektive GK hatten einen steileren Verlauf über das Jahr hinweg auf. Mehrere persönliche und situationelle Variablen waren mit der GK zum Zeitpunkt der Geburt (z. B. Bildung, Gesundheit des Kindes) und mit der Entwicklung über die Zeit (z. B. Anzahl der Kinder) assoziiert.
Im Rahmen der qualitativen Interviewstudie wurden Veränderungen im Wissen, den Kompetenzen und der Motivation bezüglich des Umgangs mit gesundheitsbezogenen Situationen und Fragestellungen beschrieben. Die meisten Mütter berichteten, dass sie im Laufe der Zeit sicherer und schneller im Umgang mit gesundheitlichen Situationen geworden sind, und dass ihr Vertrauen in ihre eigenen Entscheidungen gestiegen ist. Veränderungen wurden zudem bezüglich der subjektiven Bedeutung von Gesundheit und des damit einhergehenden Verhaltens beschrieben. Als Einflussfaktoren für die Entwicklung der GK wurden ebenfalls verschiedene persönliche (z. B. eigener beruflicher Hintergrund) und situationelle (z. B. Kontakt zu anderen Personen, soziale Medien) Bereiche beschrieben.
Schlussfolgerung: Insgesamt konnte in beiden Studien gezeigt werden, dass die subjektive GK von Müttern im Laufe des ersten Lebensjahres ihres Kindes anstieg. Neben den eigenen Erfahrungen hatten verschiedene persönliche und situationelle Faktoren Einfluss auf diese Entwicklung, unter anderem Gesundheitsprofessionelle. Diese könnten durch regelmäßige Einblicke in das Familienleben und einer GK-sensitiven Beratung ausschlaggebend zu einer Förderung der GK von Müttern beitragen. Zukünftige Studien könnten zudem Veränderungen der GK bereits ab der Schwangerschaft untersuchen, um den idealen Zeitpunkt von Interventionen und deren Nutzen beurteilen zu können.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Background and objective: Health literacy (HL) describes the knowledge, skills, and motivation to access, understand, appraise, and apply health-related information (Sørensen et al., 2012). The aim of this project was to investigate how this ability changes in mothers during the first year of their child’s life and which factors play a role in the development of HL. This question was explored ...

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Background and objective: Health literacy (HL) describes the knowledge, skills, and motivation to access, understand, appraise, and apply health-related information (Sørensen et al., 2012). The aim of this project was to investigate how this ability changes in mothers during the first year of their child’s life and which factors play a role in the development of HL. This question was explored through two studies: the quantitative study aimed to analyse the longitudinal development of HL and associated determinants in a large cohort of mothers; the qualitative interview study aimed to explore the individual development of HL with a focus on mothers’ experiences and subjectively perceived changes.
Methods: The quantitative study used longitudinal data from 1,363 mothers who participated with their child in the KUNO-Kids health study. Data on HL and personal and situational determinants were collected at various time points during the first year of life (birth of the child, after 6 and 12 months) through interviews and self-report questionnaires. HL was measured using the health care scale of the European Health Literacy Survey Questionnaire (HLS-EU-Q), whose 16 items cover the different dimensions (accessing, understanding, appraising, applying) of HL. The average trajectories and determinants of HL were analysed using latent growth curve models in the total sample and in the subgroup of first-time mothers.
For the qualitative interview study, 16 mothers with a child in the first year of life were recruited in the area of Regensburg. They took part in guided, semi-structured interviews with narrative elements. The mothers were asked to share their subjective experiences with health-related situations and topics. The interviews were recorded, transcribed, and analysed using interpretative phenomenological analysis.
Main results: The results of the quantitative study showed an increase in mothers’ subjective HL from the time of the child’s birth (mean [M] = 35.46, standard deviation [SD] = 7.34) over 6 months (M = 37.31, SD = 7.31) to 12 months after birth (M = 38.01, SD = 7.41). The increase was statistically significant both in the total sample (1.19, standard error [SE] = 0.09, p < .001) and in the subgroup of first-time mothers (1.36, SE = 0.11, p < .001). Additionally, mothers with lower subjective HL at childbirth showed a steeper trajectory over the year. Several personal and situational variables were associated with HL at the time of birth (e.g., education, child’s health) and with HL development over time (e.g., number of children). In the qualitative interview study, changes in knowledge, skills, and motivation regarding dealing with health-related situations and topics were described. Most mothers reported that, over time, they became more confident and quicker in dealing with health situations, and that their confidence in their own decisions increased. They also described a change in the subjective importance of health and the associated behaviours. Various personal factors (e.g., own professional background) and situational factors (e.g., contact with other people, social media) were identified as influencing the development of HL.
Conclusion: Overall, both studies showed that mothers’ subjective HL increased during their child’s first year of life. In addition to their own experiences, various personal and situational factors influenced this development, including health professionals. These could contribute significantly to promoting mothers’ HL through regular insights into family life and HL-sensitive counselling. Future studies could also investigate changes in HL starting from pregnancy to assess the ideal timing and benefits of interventions.
Metadaten zuletzt geändert: 24 Jul 2025 11:31

Downloadstatistik