Zusammenfassung
Hintergrund
Verfügbare epidemiologische Daten zur Corona-Pandemie in Deutschland haben im internationalen Vergleich in Bezug auf klinische Auswirkungen und Impfstoffeffektivität eine geringe Aussagekraft.
Methoden
Wir untersuchten in dieser retrospektiven Beobachtungsstudie exemplarisch die Vollständigkeit ausgewählter eigener in der Pandemie erhobener Daten. Hierfür wurden Angaben zu den ...
Zusammenfassung
Hintergrund
Verfügbare epidemiologische Daten zur Corona-Pandemie in Deutschland haben im internationalen Vergleich in Bezug auf klinische Auswirkungen und Impfstoffeffektivität eine geringe Aussagekraft.
Methoden
Wir untersuchten in dieser retrospektiven Beobachtungsstudie exemplarisch die Vollständigkeit ausgewählter eigener in der Pandemie erhobener Daten. Hierfür wurden Angaben zu den wichtigen Parametern Hospitalisierung, Impfstatus und Risikofaktoren für schweren Verlauf und Tod aus unterschiedlichen Perioden herangezogen und deskriptiv ausgewertet. Die Daten werden im erweiterten Kontext geforderter digitaler Strategien in Deutschland diskutiert.
Ergebnisse
Es wurden für den Zeitraum 01.01.2022 bis 30.06.2022 126.920 Meldevorgänge unter der Erkrankung COVID-19 gefunden. Bei den Daten zur Hospitalisierung enthielten 19.749 Vorgänge die Angabe „Nein“, 1.990 Vorgänge „Ja“ und 105.181 Vorgänge (83+%) die Angaben „nicht erhoben“ oder „nicht ermittelbar“. Auch bei den Angaben zu Impfungen fanden sich nur in einem geringen Prozentsatz Informationen zu Impfstoff (11,1+%), Anzahl der Impfungen (4,4+%) und Datum der letzten Impfung (2,1+%). Die Vollständigkeit von Angaben zu Vorerkrankungen bei COVID-19-bezogenen Todesfällen nahm im Verlauf von vier aufeinanderfolgenden Perioden zwischen 2020 und 2022 mit zunehmendem Fallaufkommen ab.
Schlussfolgerung
Künftige Strategien müssen unter dem Aspekt der Aussagekraft und Datenvollständigkeit zeitgemäße technische Lösungen mit zentraler Datenerfassung zu Infektionsfällen beinhalten, ohne das Prinzip des Datenschutzes zu gefährden.