| Lizenz: Creative Commons Namensnennung 4.0 International (2MB) |
- URN zum Zitieren dieses Dokuments:
- urn:nbn:de:bvb:355-epub-779484
- DOI zum Zitieren dieses Dokuments:
- 10.5283/epub.77948
| Dokumentenart: | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
|---|---|
| Open Access Art: | Primärpublikation |
| Datum: | 16 Oktober 2025 |
| Begutachter (Erstgutachter): | PD Dr. Claudia Kunst |
| Tag der Prüfung: | 15 Oktober 2025 |
| Institutionen: | Medizin > Lehrstuhl für Innere Medizin I |
| Stichwörter / Keywords: | Interprofessionelle Ausbildung - Kosten-Nutzen-Analyse - Patientenzufriedenheit |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status: | Veröffentlicht |
| Begutachtet: | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden: | Ja |
| Dokumenten-ID: | 77948 |
Zusammenfassung (Deutsch)
Die Versorgung von Patienten mit komplexen Erkrankungen vor dem Hintergrund steigen-der Anforderungen des modernen Gesundheitswesens erfordert die enge Kooperation aller beteiligten Professionen. International wird die Notwendigkeit der Umsetzung interprofessi-oneller Konzepte zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen im Gesundheitswesen als eine wesentliche Chance zur ...

Zusammenfassung (Deutsch)
Die Versorgung von Patienten mit komplexen Erkrankungen vor dem Hintergrund steigen-der Anforderungen des modernen Gesundheitswesens erfordert die enge Kooperation aller beteiligten Professionen. International wird die Notwendigkeit der Umsetzung interprofessi-oneller Konzepte zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen im Gesundheitswesen als eine wesentliche Chance zur Optimierung der Patientenversorgung gesehen. Mit der Implementierung einer interprofessionellen Ausbildungsstation wurde die-ser Ansatz bereits in die Ausbildung der angehenden Ärzte und Pflegekräfte in der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Regensburg integriert. Diese Stationen bieten eine arbeitsplatzbasierte interprofessionelle Ausbildung in dem realen Umfeld der Gesund-heitsversorgung und fördern das gemeinschaftliche Lernen der Studierenden. Während ihr pädagogischer Wert weithin anerkannt ist, gibt es immer wieder Debatten über ihre Kostenef-fizienz und den Outcome für die Patienten. In dieser Hinsicht ist die Forschung nach wie vor ausgesprochen spärlich und geografisch begrenzt. Diese Studie bewertet die Kosteneffizienz und die Patientenzufriedenheit der interprofessionellen Ausbildungsstation Regensburg (A-STAR) im Vergleich zu konventionellen Stationen.
Von Mai 2021 bis April 2022 wurden Patientenfälle durch das Case Management der A-STAR oder den konventionellen Stationen zugewiesen. In diesem Zeitraum wurden die Auswirkungen des interprofessionellen Konzepts auf die Patienten mit Hilfe eines Mixed-Method-Designs untersucht, das aus Fragebögen zur Patientenzufriedenheit und der Erfas-sung von Daten aus dem Krankenhausinformationssystem bestand, um eine umfassende Analyse aller damit verbundenen Erlöse und Kosten durchzuführen.
Es konnte gezeigt werden, dass die Studierenden der Medizin und die Auszubildenden der Pflege in der Lage waren, ähnlich komplexe Fälle mit Hilfe einer gut organisierten, berufs-gruppenübergreifenden Zusammenarbeit ebenso effizient zu behandeln wie die Fachkräfte auf der Vergleichsstation. Die Patienten (n=281) bemerkten die verbesserte Teamdynamik und zeigten sich sehr zufrieden, was durch positive Äußerungen über die Kompetenz des Teams und die Atmosphäre auf der Station unterstrichen wurde. 96% der Patienten wussten die Gesprächsführung und Informationsvermittlung während ihres Krankenhausaufenthalts zu schätzen und 89% gaben an, dass sich die Zusammenarbeit des Teams positiv auf ihr Wohlbefinden ausgewirkt hat. In den Patientenberichten wurden die Freundlichkeit des Teams, die verständlichen Erklärungen und die proaktive Beteiligung gelobt. Die interprofes-sionelle Interaktion ermöglicht eine auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Kommunika-tion und bietet eine große Chance für eine optimierte Patientenversorgung.
Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten konnte die Ausbildungsstation ein ähnliches Ergeb-nis erreichen wie die Vergleichsstation. Im Untersuchungszeitraum behandelte die A-STAR 433 Patienten, die Normalstation 1224 Patienten, wobei die Patienten der A-STAR im Schnitt jünger waren. Die A-STAR erzielte mit 0,5 ein vergleichbares Umsatz-Kosten-Verhältnis wie die Normalstation (0,4).
Die Ausbildungsstation erwirtschaftete im Durchschnitt einen DRG-Erlös von 9.865 € pro Fall, was im Vergleich zur Normalstation (9.965 €) nur geringfügig weniger war. Sie war außerdem in der Lage, Fälle von ähnlicher medizinischer Komplexität zu behandeln, was der vergleichbare Case-Mix-Index (CMI: 2,62 vs. 2,65) zeigt.
Die hohe Fallkomplexität korreliert mit einer etwas längeren Verweildauer der Patienten der A-STAR (9,4 vs. 9,1 Tage). Die A-STAR wies eine höhere Bettenauslastung (87% vs. 75%) und eine höhere Anzahl behandelter Fälle pro Bett auf (4,2 vs. 3,3 Fälle/Bett).
Die monatlichen Betriebskosten, die sich aus Sach- und Personalkosten zusammensetzen, waren bei A-STAR pro Bett niedriger (4.891 € vs. 5.010 €), insbesondere in der Sparte der Arzneimittelkosten, was auf eine ressourceneffizientere Arbeitsweise hindeutet und den Ef-fekt der interdisziplinären, interprofessionellen Arzneimittel-Visite in Zusammenarbeit mit unserer Klinik-Apotheke unterstreicht.
Diese Daten unterstreichen insgesamt die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Patientenver-sorgung auf der Ausbildungsstation und bestätigen, dass die Patienten der dortigen Versor-gung vertrauen können. Insgesamt hat das Beispiel der Regensburger Ausbildungsstation A-STAR gezeigt, dass sowohl das Personal als auch die Patienten von der Integration eines interprofessionellen Konzepts in die klinische Praxis profitieren und dass dieses Konzept auch als wirtschaftlich rentabel angesehen werden kann.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
The care of patients with complex diseases in the context of the increasing demands of mod-ern healthcare requires the close cooperation of all professions involved. Internationally, the need to establish interprofessional concepts to improve cooperation between the professional groups in healthcare is regarded as a significant opportunity to optimize patient care. By im-plementing an ...

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
The care of patients with complex diseases in the context of the increasing demands of mod-ern healthcare requires the close cooperation of all professions involved. Internationally, the need to establish interprofessional concepts to improve cooperation between the professional groups in healthcare is regarded as a significant opportunity to optimize patient care. By im-plementing an interprofessional training station, this approach has already been integrated into the training of future doctors and nurses in the Department of Internal Medicine I at the University Hospital Regensburg. Interprofessional training wards offer workplace-based interprofessional education in real healthcare settings, fostering collaborative learning among students. While their educational value is widely recognized, debates persist regarding their cost-effectiveness as well as their patient outcomes. In these concerns research remains nota-bly sparse and geographically limited. This study assesses both, cost efficiency and the pa-tient outcomes of the interprofessional student training ward Regensburg (A-STAR), com-pared to conventional wards.
From May 2021 to April 2022 patient cases were assigned to A-STAR or conventional wards by case managers. During this period the effects of interprofessional training on those patients were investigated by using a mixed-method design consisting of patient satisfaction questionnaires and collection of data from the hospital information system with the aim of conducting a comprehensive analysis of all associated revenues and costs.
We demonstrate that both medicine and nursing students were able to treat similarly complex cases as efficiently as the professionals in the conventional ward with the help of well-organized, interprofessional cooperation. Patients (n=281) noticed the improved team dy-namics and showed high satisfaction, underscored by positive reflections on team compe-tence and ward atmosphere. 96% appreciated the discussion and information about their treatment during their hospital stay and 89% stated that the collaboration of the team had a positive effect on their well-being. Patient narratives commended team kindness, lucid expla-nations, and proactive involvement. Interprofessional interaction enables personalized com-munication and offers significant potential for optimizing patient care.
From an economic point of view, the training station achieved a similar benefit-cost ratio as the conventional ward. A-STAR treated 433 patients, whereas conventional wards treated 1224 patients, with younger patients at A-STAR. With a revenue-to-cost ratio of 0.5, the A-STAR achieved a comparable ratio to the normal ward (0.4).
On average, the training ward generated DRG revenue of € 9.865 per case, which was only slightly less than the normal ward (€ 9.965) and was able to deal with the same medical complexity reflected in a comparable case-mix index (CMI: 2.62 vs. 2.65).
The high case complexity correlates with slightly longer patient stays at A-STAR (9.4 vs. 9.1 days). A-STAR exhibited a higher capacity utilization rate (87% vs. 75%) and a higher num-ber of cases treated per bed (4.2 vs. 3.3 cases/bed).
The monthly operating costs which are calculated from material costs and personnel costs were at A-STAR lower on a per-bed basis (€ 4.891vs. € 5.010), particularly in terms of medication expenses, indicating more resource-efficient operations.
This data collectively underscores the safety and reliability of patient care within training wards, affirming that patients can trust the care provided in these settings.
Overall, the example of the Regensburg Training Ward proved that both staff and patients benefit from the integration of an interprofessional concept into clinical practice, and that this concept can also be considered economically profitable.
Metadaten zuletzt geändert: 16 Okt 2025 08:36
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