| Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand Dissertation (29MB) |
- URN zum Zitieren dieses Dokuments:
- urn:nbn:de:bvb:355-epub-789008
- DOI zum Zitieren dieses Dokuments:
- 10.5283/epub.78900
| Dokumentenart: | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
|---|---|
| Open Access Art: | Primärpublikation |
| Datum: | 12 März 2026 |
| Begutachter (Erstgutachter): | Prof. Dr. Ralf Ringler |
| Tag der Prüfung: | 2 Februar 2026 |
| Institutionen: | Medizin > Lehrstuhl für Strahlentherapie |
| Stichwörter / Keywords: | Herzschrittmacher, Off-beam Dosimetrie, Strahlentherapie |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation: | 500 Naturwissenschaften und Mathematik > 530 Physik 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 600 Technik 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status: | Veröffentlicht |
| Begutachtet: | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden: | Ja |
| Dokumenten-ID: | 78900 |
Zusammenfassung (Deutsch)
Aktuelle internationale Leitlinien zeigen eine Eingruppierung von Patienten in der Strahlentherapie mit kardial implantierbaren elektronischen Systemen (engl.: Cardiac Implantable Electronic Device, CIED) in verschiedene Risikokategorien. Diese ist abhängig von der maximalen Dosis (Dmax), welche das Implantat über den gesamten Strahlentherapieprozess erhält. In bestimmten Fällen wird zur ...

Zusammenfassung (Deutsch)
Aktuelle internationale Leitlinien zeigen eine Eingruppierung von Patienten in der Strahlentherapie mit kardial implantierbaren elektronischen Systemen (engl.: Cardiac Implantable Electronic Device, CIED) in verschiedene Risikokategorien. Diese ist abhängig von der maximalen Dosis (Dmax), welche das Implantat über den gesamten Strahlentherapieprozess erhält. In bestimmten Fällen wird zur Deaktivierung der Anti-Tachykarden-Therapie (ATA) während der Bestrahlung ein Magnet auf dem CIED platziert. Dies dient dazu das Risiko für unangebrachte und für den Patienten sehr schmerzhafte Impulse aufgrund eines strahleninduzierten Fehlverhaltens zu vermeiden. Um Patienten in eine korrekte Risikogruppe einordnen zu können, müssen einige Unsicherheiten in der Dosisbestimmung berücksichtigt werden. Zum einen ist die Dosiskalkulation außerhalb des primären Strahlenfeldes nicht genau genug, um daraufhin eine sichere Aussage über die dort auflaufende Dosis treffen zu können. Zum anderen kommt hinzu, dass der Magnet nicht in den Bestrahlungsplanungsprozess einbezogen wird und erst bei der Bestrahlung auf die Hautoberfläche des Patienten aufgelegt wird. Dies führt wiederum zu einer Unsicherheit, bei der Dosisbestimmung am CIED. Ziel dieser Arbeit war es, unter anderem den Einfluss des Magneten auf die CIED-Dosis zu untersuchen und festzustellen, ob die Einbeziehung des Magneten in den Bestrahlungsplanungsprozess die Genauigkeit der Dosisvorhersage und der daraus resultierenden Einteilung in Risikogruppen für Patienten erhöht. Bezogen wurde dies auf eine volumenmodulierte Rotationsbestrahlung (engl.: Volumetric modulated arc therapy, VMAT) des Ösophagus- und Naso-, Oropharynxkarzinoms. Im Rahmen dessen wurde zudem eine vergleichende Bestrahlungsplanung durchgeführt, um festzustellen ob eine Bestrahlung ohne Ausgleichskörper im Vergleich zu einer Bestrahlung mit Ausgleichskörper zu einer Reduzierung der kalkulierten Dosis im TPS führen kann. Gleiches wurde auch hinsichtlich einer Dual Arc (DArc) bzw. Triple Arc (TArc) Bestrahlung durchgeführt. Aus der vergleichenden Bestrahlungsplanung wurden Bestrahlungspläne ausgewählt und die Dosis mit und ohne Magnet kalkuliert. Im Weiteren Verlauf wurden diese auf ein Phantom mit integriertem CIED übertragen. Die Dosis am Implantat wurde mit Thermolumineszenzdetektoren und Gafchromic Filmen verifiziert. Die Ergebnisse zeigen einen geringen Einfluss des Magneten auf die CIED-Dosis bei VMAT-Bestrahlungen von Patienten mit Ösophagus- oder Naso-, Oropharynxkarzinom, bei denen eine direkte Bestrahlung des CIED um jeden Preis vermieden wird. Darüber hinaus zeigt die im Bestrahlungsplanungssystem (engl.: Treatment Planning System, TPS) Monaco berechnete Dosis eine im Durchschnitt um 0,4 Gy überschätzte CIED-Dosis. Bei einer unter 1,5 Gy geringen Dosis kann die Kalkulation durch das TPS als konservative Annahme verwendet werden. Die Einbeziehung des Magneten in das TPS hatte keinen Einfluss auf die berechnete CIED-Dosis und änderte die Einstufung in die Risikogruppen nicht. Auch in der vergleichenden Bestrahlungsplanung wurde festgestellt, dass eine Bestrahlung mit oder ohne Ausgleichskörper sowie mit DArc oder TArc nicht zu einer signifikanten Dosisverringerung der Dmax am Implantat führt. Die Konformität sowie Homogenität der Pläne war in den jeweiligen Planvarianten vergleichbar. Zusammenfassend wurde festgestellt, dass bei VMAT-Bestrahlungen von Patienten mit Ösophagus- oder Naso-, Oropharynxkarzinom, bei denen eine direkte Bestrahlung des CIED vermieden wird, die Platzierung des Magneten keinen klinisch relevanten Einfluss auf die CIED-Dosis besitzt. Die Risikoeinstufung durch das TPS Monaco ist in 97 % der Fälle sicher, auch wenn ein Magnet zur ATA-Deaktivierung verwendet und nicht vorher in die Bestrahlungsplanung einbezogen wurde. Die Einbeziehung des Magneten in die TPS-Dosisberechnung ist nicht notwendig, sollte jedoch in Fällen in Betracht gezogen werden, in denen sich das CIED in der Nähe des Zielvolumens befindet, um eine unerwünschte höhere Hautdosis aufgrund von Teilbestrahlungen zu verhindern. Die vorliegenden Ergebnisse beziehen sich auf die in dieser Klinik zur Verfügung stehenden Geräte und sollten aufgrund der unterschiedlich konfigurierten Strahlenmodelle immer individuell untersucht werden.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Current international guidelines classify patients undergoing radiation therapy with cardiac implantable electronic devices (CIEDs) into different risk categories. This classification depends on the maximum dose (Dmax) that the device receives during the entire radiotherapy. In certain cases, a magnet is placed on the CIED to deactivate anti-tachycardia therapy (ATA) during irradiation. This ...

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Current international guidelines classify patients undergoing radiation therapy with cardiac implantable electronic devices (CIEDs) into different risk categories. This classification depends on the maximum dose (Dmax) that the device receives during the entire radiotherapy. In certain cases, a magnet is placed on the CIED to deactivate anti-tachycardia therapy (ATA) during irradiation. This avoids the risk of inappropriate and very painful impulses for the patient due to radiation-induced malfunction. In order to classify patients into the correct risk group, some uncertainties in dose determination must be considered. On the one hand, dose calculation outside the primary radiation field is not accurate enough to make a reliable statement about the cumulative dose. On the other hand, the magnet is not included in the treatment planning process and is only placed on the patient's skin during irradiation. This leads to another uncertainty in dose determination at the CIED. The aim of this study was to investigate the influence of the magnet on the CIED dose and to determine whether the inclusion of the magnet in the treatment planning process improves the accuracy of the dose prediction and the resulting classification into risk groups. The study was based on volumetric modulated arc therapy (VMAT) of esophageal or nasopharyngeal and oropharyngeal carcinoma. As part of this, comparative treatment planning was carried out for tumor entities of nasopharyngeal, oropharyngeal, or esophageal carcinoma, in order to determine whether irradiation without flattening filter can lead to a reduction in the calculated dose in the treatment planning system (TPS) compared to irradiation with flattening filter. The same was done for irradiation with dual arc (DArc) and triple arc (TArc) beams. From the comparative treatment planning, treatment plans were selected and the dose was calculated with and without magnet. These were then transferred to a phantom with an integrated CIED. The dose at the implant was verified using TLDs and Gafchromic films. The results show that the magnet has little influence on the CIED dose in VMAT radiation therapy for patients with esophageal or nasopharyngeal carcinoma, in whom direct irradiation of the CIED is avoided at all costs. In addition, the dose calculated in the TPS Monaco shows an average overestimation of the CIED dose by 0.4 Gy. Furthermore, the inclusion of the magnet in the TPS had no influence on the calculated CIED dose and did not change the classification into risk groups. The comparative treatment planning also showed that radiation with or without flattening filter and with DArc or TArc did not lead to a significant reduction in the Dmax dose at the implant. The conformity and homogeneity of the plans were comparable in the respective plans. In summary, it was found that for VMAT plans for patients with esophageal or nasopharyngeal carcinoma, in which direct irradiation of the CIED is avoided, the placement of the magnet has no clinically relevant influence on the CIED dose. The risk classification by TPS Monaco is reliable in 97% of cases, even if a magnet is used for ATA deactivation and was not previously included in the treatment planning process. Inclusion of the magnet in the TPS dose calculation is not necessary, but should be considered in cases where the CIED is located near the planning target volume in order to prevent an undesirable higher skin dose due to partial irradiation. The present results refer to the equipment available at this clinic and should be considered with caution due to the different configurations.
Metadaten zuletzt geändert: 12 Mrz 2026 08:18
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