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Moosburger, Ramona Natalie

Gesundheitsverhalten im Kontext von Klimawandel – Wissen, Einstellungen und Motivation zu klimarelevantem Ernährungs- und Bewegungsverhalten

Moosburger, Ramona Natalie (2026) Gesundheitsverhalten im Kontext von Klimawandel – Wissen, Einstellungen und Motivation zu klimarelevantem Ernährungs- und Bewegungsverhalten. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 07 Aug 2026 09:07
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.80328


Zusammenfassung (Deutsch)

Das aktive Zurücklegen von Wegstrecken sowie die Reduzierung von Fleischkonsum sind beides Verhaltensweisen, die sowohl gesundheitsförderlich sind, als auch zur Reduzierung von Treibhausgasen beitragen. Auf Grund dieses doppelten Nutzens spricht man auch von Co-Benefits. Um besser zu verstehen, inwieweit Klima- bzw. Umweltschutz relevante Beweggründe sein können, um diese ...

Das aktive Zurücklegen von Wegstrecken sowie die Reduzierung von Fleischkonsum
sind beides Verhaltensweisen, die sowohl gesundheitsförderlich sind, als auch zur
Reduzierung von Treibhausgasen beitragen. Auf Grund dieses doppelten Nutzens
spricht man auch von Co-Benefits. Um besser zu verstehen, inwieweit Klima- bzw.
Umweltschutz relevante Beweggründe sein können, um diese Gesundheitsverhalten
zu fördern, verfolgt die Arbeit zwei Ziele. Erstens soll das aktive Mobilitätsverhalten
von in Deutschland lebenden Erwachsenen analysiert, Unterschiede zwischen
Bevölkerungsgruppen untersucht und festgestellt werden, ob Klimaschutz ein
relevantes Motiv für aktive Mobilität ist. Zweitens soll die Studienlage bezüglich
individuellem Fleischkonsum im Kontext des Klimawandels in einem systematischen
Scoping Review zusammengefasst werden. Dabei werden folgende Aspekte
untersucht: (1) das Bewusstsein über den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum
und Klimawandel, (2) die Bereitschaft, den Fleischkonsum zu reduzieren, um das
Klima zu schützen, und (3) Bevölkerungsgruppen, die aus Klimaschutzgründen ihren
Fleischkonsum bereits reduziert haben.
Um das erste Ziel der Arbeit zu erreichen, werden Daten von 4.971 Erwachsenen aus
der bundesweiten Gesundheitsbefragung „Gesundheit in Deutschland aktuell 2021“
verwendet. Zusammenhänge zwischen aktiven Mobilitätsverhalten bzw. Motiven und
soziodemografischen sowie gesundheitsbezogenen Variablen werden mittels
logistischer Regressionsmodelle analysiert. Über 80 Prozent der in Deutschland
lebenden Erwachsenen legen Wege mindestens einmal pro Woche zu Fuß oder mit
dem Fahrrad zurück. Zu Fuß gehen ist die deutlich häufiger genutzte aktive
Fortbewegungsmethode. Frauen gehen häufiger zu Fuß, während Männer häufiger
Fahrrad fahren. Ein höheres Bildungsniveau, ein besserer subjektiver
Gesundheitszustand und das Leben in größeren Gemeinden stehen im
Zusammenhang mit einer häufigeren Fortbewegung zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Aktive Mobilität wird durch eine Reihe von Gründen motiviert, wobei die Vorteile für die Gesundheit und die körperliche Bewegung am häufigsten genannt werden. Klima- und Umweltschutz wird mit 68 Prozent am dritthäufigsten genannt – häufiger von Frauen und von Personen, die mindestens an vier Tagen pro Woche Fahrrad fahren. Die Förderung aktiver Mobilität, besonders bei Personen mit geringerer Bildung und
Frauen (beim Fahrradfahren), könnte durch weitere Erkenntnisse über Barrieren profitieren. Der Klimaschutz ist ein relevantes Motiv und sollte daher in Programmen
zur Förderung aktiver Mobilität neben dem Gesundheitsnutzen stärker berücksichtigt
werden.
Für das zweite Ziel der Arbeit wird ein Scoping-Review gemäß den erweiterten
PRISMA-Richtlinien für Scoping-Reviews erstellt. Fünf Datenbanken werden
systematisch durchsucht. Eingeschlossen werden nur Originalstudien mit Peer
Review, die in den Jahren 2015-2025 und in englischer, deutscher, dänischer oder
niederländischer Sprache veröffentlicht sind. Das Scoping Review umschließt 93
Artikel und fasst die Daten in einer narrativen, deskriptiven Evidenzsynthese
zusammen. Die meisten Studien stammen aus Europa, werden unter Erwachsenen
durchgeführt und verwenden ein quantitatives Studiendesign. Die Ergebnisse deuten
darauf hin, dass das Bewusstsein für das Klimaschutzpotenzial eines reduzierten
Fleischkonsums überwiegend gering ist. Es scheint, dass insbesondere Personen mit
höherem Fleischkonsum die Wirksamkeit einer Reduzierung im Hinblick auf den
Klimaschutz geringer einschätzen. Darüber hinaus haben mehrere Studien gezeigt,
dass Frauen und Personen mit niedrigerem Fleischkonsum eher bereit sind, ihren
Konsum zu reduzieren. Klimaschutz ist meist nicht das Hauptmotiv für die Reduktion
des Fleischkonsums, aber in der Regel eines der drei häufigsten genannten Motive –
neben Gesundheit und Tierschutz. Die Nutzung von standardisierten, validierten
Instrumenten in repräsentativen Stichproben würde die Vergleichbarkeit zwischen den Ländern verbessern. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels wäre es sinnvoll, Veränderungen in Bewusstsein, Bereitschaft und Motivation weltweit zu beobachten.
In Kampagnen zur Förderung von Bewegung und gesunder Ernährung sollten
möglichst viele Co-Benefits von Verhaltensänderungen betont, Barrieren abgebaut
und Förderfaktoren ausgebaut werden. Das gesundheits- und umweltgerechte
Bepreisen von Lebensmitteln und transportbedingter Ausgaben kann zum Beispiel als
politisches Steuerungsmittel unterstützend wirken. Insbesondere die Kombination von Maßnahmen, die sowohl auf das individuelle Verhalten als auch auf die Verhältnisse abzielen, scheint vielversprechend, um nachhaltige Verhaltensänderungen zu ermöglichen.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Both actively travelling and reducing meat consumption are behaviours that promote health and contribute to reducing greenhouse gas emissions. Due to this dual benefit, they are also referred to as 'co-benefits'. To better understand the extent to which climate-related or environmental protection can serve as relevant motivations for promoting these health behaviours, this dissertation pursues ...

Both actively travelling and reducing meat consumption are behaviours that promote health and contribute to reducing greenhouse gas emissions. Due to this dual benefit, they are also referred to as 'co-benefits'. To better understand the extent to which climate-related or environmental protection can serve as relevant motivations for promoting these health behaviours, this dissertation pursues two objectives. Firstly, the active mobility behaviour of adults living in Germany is analysed, examining differences among population groups and determining whether climate protection is a relevant motivator for active mobility. Secondly, the dissertation summarises existing research on individual meat consumption in the context of climate change through a systematic scoping review. The following aspects are included: (1) awareness of the link between meat consumption and climate change; (2) willingness to reduce meat consumption to protect the climate; and (3) population groups that have already reduced their meat consumption for climate protection reasons.
To achieve the first objective, data from 4,971 adults from the nationwide health survey 'Gesundheit in Deutschland aktuell 2021' are used. Correlations between active mobility behaviours or motives and sociodemographic and health-related variables were analysed using logistic regression models. More than 80 per cent of adults living in Germany travel on foot or by bicycle at least once a week. Walking is by far the most common form of active transportation. Women walk more often, while men are more likely to ride bicycles. Higher levels of education, better subjective health and living in larger communities are correlated with walking or cycling. Active mobility is motivated by a range of reasons, with health benefits and physical activity being the most frequently cited. Climate and environmental protection is the third most frequently cited reason, at 68 per cent — more often by women and by people who cycle at least four days a week. Further insights into barriers could benefit the promotion of active mobility, particularly among people with lower levels of education and women (in the case of cycling). Climate protection is a relevant motivator and should therefore be given greater consideration in programmes to promote active mobility, alongside health benefits.
To achieve the second objective of this dissertation, a scoping review is conducted in accordance with the expanded PRISMA guidelines for scoping reviews. Five databases were systematically searched. Only original peer-reviewed studies published in English, German, Danish or Dutch between 2015 and 2025 are included. The scoping review includes 93 articles and summarises the data in a narrative descriptive evidence synthesis. Most of the studies are from Europe, were conducted among adults, and used a quantitative design. The results suggest that awareness of the climate protection potential of reduced meat consumption is generally low. It appears that individuals with higher meat consumption in particular tend to underestimate the effectiveness of reducing their consumption in terms of climate protection. Furthermore, several studies have shown that women and individuals with lower meat consumption are more willing to reduce their consumption. Climate protection is not usually the main motive for reducing meat consumption, but it is generally one of the three most frequently cited motives, alongside health and animal welfare. Using standardised, validated instruments in representative samples would improve comparability across countries. In light of advancing climate change, it would be useful to monitor changes in awareness, willingness and motivation worldwide.
In campaigns to promote physical activity and healthy eating, as many co-benefits of behavioural changes as possible should be emphasised. Barriers should be removed and enabling factors expanded. For example, pricing food and transportation-related expenses in a way that is consistent with health and environmental goals can serve as a supportive policy tool. In particular, a combination of measures that target both individual behaviour and broader circumstances appears promising for facilitating sustainable behavioural changes.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Open Access Art:Primärpublikation
Datum7 August 2026
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Julika Loss
Tag der Prüfung6 August 2026
InstitutionenMedizin > Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin
Stichwörter / KeywordsFleischkonsum aktive Mobilität Klimaschutz Scoping Review
Dewey-Dezimal-Klassifikation300 Sozialwissenschaften > 300 Sozialwissenschaften, Soziologie
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenZum Teil
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-803285
Dokumenten-ID80328

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