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Epidemiologische Analyse des Kopfballspiels und seiner Folgen im Semiprofessionellen- und Amateurfrauenfußball
Hochschulschrift der Universität Regensburg
Quint, Jana (2026) Epidemiologische Analyse des Kopfballspiels und seiner Folgen im Semiprofessionellen- und Amateurfrauenfußball. Dissertation, Universität Regensburg.DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.80881
Zusammenfassung (Deutsch)
Kopfverletzungen im Fußball sind eine gefürchtete Verletzungsentität. Aufgrund ihrer häufig nicht abschätzbaren Schwere und bislang unklaren Langzeitfolgen, rücken diese immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang wird auch zunehmend das Kopfballspiel kontrovers diskutiert, insbesondere auch in Hinblick auf mögliche Langzeitfolgen des repetitiven Kopfballspiels. Die bislang ...
Kopfverletzungen im Fußball sind eine gefürchtete Verletzungsentität. Aufgrund ihrer häufig nicht abschätzbaren Schwere und bislang unklaren Langzeitfolgen, rücken diese immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang wird auch zunehmend das Kopfballspiel kontrovers diskutiert, insbesondere auch in Hinblick auf mögliche Langzeitfolgen des repetitiven Kopfballspiels. Die bislang vereinzelt durchgeführten Studien beschränken sich dabei vorwiegend auf den Männerfußball. Die folgende Arbeit soll einen Überblick über die Epidemiologie von Kopfballspiel und kopfballbedingte Kopfverletzungen im Frauenfußball schaffen und Möglichkeiten zur Prävention aufzeigen.
In der vorliegenden Studie wurden dafür 150 Spiele aus dem Semiprofessionellen- und Amateurfrauenfußballbereich einer qualitativen, videogestützten Analyse unterzogen. Dabei wurden einerseits alle Kopfbälle einer detaillierten Kategorisierung unterzogen und weiterführend noch kopfverletzungswahrscheinliche Situationen, sog. Critical Incidents (CI), ausführlich analysiert, sodass hieraus eine Übersicht über die Kopfballhäufigkeit, die dazugehörigen Rahmenbedingungen sowie Daten zur Verletzungsinzidenz und zu potenziellen Risikofaktoren vorlagen.
In 150 Spielen konnten 10.365 Kopfbälle und 29 kopfverletzungsträchtige Situationen analysiert werden. In den semiprofessionellen Ligen ergab sich dabei eine Kopfballhäufigkeit von 3,2 Kopfbällen pro Spielerin und Spiel. Im Amateurbereich ergab sich ein Mittelwert von 3,1 Kopfbällen pro Spielerin und Spiel. Besonders häufig führten dabei Mittelfeldspielerinnen die Kopfbälle aus. Die Kopfbälle wurden dabei zumeist in defensiver Intention zum Passen oder zum Klären einer Situation eingesetzt. Der überwiegende Anteil der Kopfbälle fand im Mittelfeld statt. In 42,6% der Fälle in den semiprofessionellen Ligen bzw. 33,2% in den Amateurligen befand sich die köpfende Spielerin zum Zeitpunkt des Kopfballs in einem Zweikampf.
Die Analyse der kopfverletzungsträchtigen Situationen ergab einen Wert von 0,31 CIs pro Spiel in den semiprofessionellen Ligen und 0,10 CIs pro Spiel in den Amateurligen. Überproportional häufig im Vergleich zum allgemeinen Kopfballverhalten waren dabei Stürmerinnen (OR 1,8) betroffen. Als weiterer Risikofaktor ließ sich ein während des Kopfballs stattfindender Zweikampf mit mehreren beteiligten Spielerinnen eruieren
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(OR 20,3). Eine Sonderstellung nahmen dabei die ungewollten Abschüsse am Kopf ein, die sich verhältnismäßig oft ereigneten (5/29 bzw. 17,2%).
Diese Studie bietet als eine der Ersten Einblick in die Epidemiologie von Kopfballspiel sowie kopfballbedingten Kopfverletzungen im Wettkampfbetrieb im Frauenfußball. In Zusammenschau der Studienergebnisse und im Vergleich mit bereits vorliegender Literatur aus dem Männerbereich, konnten geschlechterspezifische Unterschiede identifiziert und potenzielle Präventionsstrategien speziell für den Frauenfußball abgeleitet werden. Die Langzeitfolgen von repetitivem Kopfballspiel bleiben aber weiterhin ungeklärt und geben Anreiz zu weiterführender Forschung in diesem Gebiet.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Head injuries in soccer are a dreaded type of injury. Due to their often unpredictable severity and as yet unclear long-term consequences, they are increasingly becoming the focus of public attention. In this context, heading the ball is also progressively the subject of controversy, particularly with regard to the possible long-term effects of repetitive heading. The few studies conducted to ...
Head injuries in soccer are a dreaded type of injury. Due to their often unpredictable severity and as yet unclear long-term consequences, they are increasingly becoming the focus of public attention. In this context, heading the ball is also progressively the subject of controversy, particularly with regard to the possible long-term effects of repetitive heading. The few studies conducted to date have been limited mainly to men's soccer. The following paper aims to provide an overview of the epidemiology of heading and heading-related head injuries in women's soccer and to identify possible prevention strategies.
In this study, 150 games from semi-professional and amateur women's soccer were subjected to a qualitative video-based analysis. All headers were categorized in detail and situations with a high probability of head injury, known as critical incidents (CI), were analyzed in depth to provide an overview of the frequency of headers, the associated conditions, and data on injury incidence and potential risk factors.
In 150 games, 10,365 headers and 29 situations involving potential head injuries were analyzed. In the semi-professional leagues, the frequency of headers was 3.2 headers per player per game. In the amateur leagues, the average was 3.1 headers per player per game. Midfield players performed headers particularly frequently. The headers were mostly used defensively to pass or clear the ball. The majority of headers took place in midfield. In 42.6% of cases in the semi-professional leagues and 33.2% in the amateur leagues, the player heading the ball was in a duel at the time of the header. The analysis of situations involving head injuries revealed a value of 0.31 CIs per game in the semi-professional leagues and 0.10 CIs per game in the amateur leagues. Compared to general heading behavior, female strikers were disproportionately affected (OR 1.8). Another risk factor identified was a duel involving several players during a header (OR 20.3). Unintentional shots to the head, which occurred relatively often (5/29 or 17.2%), hold a special position.
This study is one of the first to provide insight into the epidemiology of heading and heading-related head injuries in competitive women's soccer. By reviewing the study results and comparing them with existing literature from the men's sector, gender- specific differences were identified and potential prevention strategies specifically for women's soccer were derived. However, the long-term effects of repetitive heading remain unclear and encourage further research in this area.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Open Access Art | Primärpublikation |
| Datum | 6 Oktober 2026 |
| Veröffentlichungsdatum | 06 Okt 2026 08:00 |
| Begutachter (Erstgutachter) | PD Dr. Johannes Weber |
| Tag der Prüfung | 25 August 2026 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Unfallchirurgie |
| Stichwörter / Keywords | Kopfball, Kopfverletzung, Frauenfußball |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-808819 |
| Dokumenten-ID | 80881 |
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