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Pschibl, Kerstin

Das Interaktionssystem des Kabaretts - Versuch einer Soziologie des Kabaretts

Pschibl, Kerstin (2001) Das Interaktionssystem des Kabaretts - Versuch einer Soziologie des Kabaretts. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 11 Jan 2001 10:45
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.9858


Zusammenfassung (Deutsch)

Kabarett ist ein sehr populäres Kleinkunst-Genre, das jedoch bisher kaum sozialwissenschaftlich erforscht wurde. Die Arbeit versteht sich deshalb als erster Versuch einer Soziologie des Kabaretts mittels der Beschreibung des 'idealtypischen' Interaktionssystems einer Kabarettaufführung unter Zuhilfenahme der Interaktionstheorien von Alfred Schütz und Erving Goffman. Eingegangen wird dabei ...

Kabarett ist ein sehr populäres Kleinkunst-Genre, das jedoch bisher kaum sozialwissenschaftlich erforscht wurde. Die Arbeit versteht sich deshalb als erster Versuch einer Soziologie des Kabaretts mittels der Beschreibung des 'idealtypischen' Interaktionssystems einer Kabarettaufführung unter Zuhilfenahme der Interaktionstheorien von Alfred Schütz und Erving Goffman. Eingegangen wird dabei insbesondere auf die Beschreibung des diskursiven Prozesses zwischen Kabarettist und Publikum; auf die Abgrenzung des Genres gegenüber anderen Interaktionssystemen (v.a. dem Theater); auf die historische Struktur des Kabarettpublikums unter der Prämisse, daß der Kabarettist als 'Gleichgesinnter unter Gleichgesinnten' auftritt; auf die kabarett-spezifischen Werkzeuge des Kabarettisten, mit Hilfe derer er im Wechselspiel mit den Zuschauern eine nicht-wiederholbare Kabarettaufführung gestaltet, auf das Schlüsselelement 'Kritik' sowie auf die Frage nach den potentiellen Wirkungsmöglichkeiten einer Kabarettaufführung, die sich in einer 'karnevalisierten Ausnahmesituation' der kurzfristigen Verkehrung der gesellschaftlichen Autoritätsverhältnisse abspielt. Wesentliche Faktoren im Zusammenhang mit der Formulierung der Hypothesen sind dabei: Die besondere Rolle des 'Zeitfaktors' im Kabarett-Rahmen, die sich auf die Themenauswahl sowie die spezifische Themenbearbeitung in einem Kabarettprogramm bezieht und damit verbunden die 'Einmaligkeit' einer Kabarettaufführung, die in einem diskursiven Prozeß nur 'einmal geboren' wird und in der das (vorangedachte) Publikum eine so entscheidende Bedeutung für den Kabarettisten hat, daß man davon ausgehen kann, daß es bereits an der Entstehung des Werkes beteiligt ist.
Die kabarett-spezifischen Inhalte des Kabarett-Interaktionssystems, in dem nur bestimmte Themen auf bestimmte Art und Weise angesprochen werden können. Der Kabarettist ist in einem Kabarettprogramm nicht 'belehrend', sondern er präsentiert mit Hilfe von (Rahmen)Brüchen eine paradoxe Ver

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Kabarett is a very popular art genre, which has been hardly socialogically investigated however. The thesis 'The system of interaction of cabaret' is the first attempt of a sociology of the kabarett by means of the description of the 'ideal-typical' interaction system of a cabaret-performance on the basis of the theories of interaction by Alfred Schütz and Erving Goffman. In this context is ...

Kabarett is a very popular art genre, which has been hardly socialogically investigated however. The thesis 'The system of interaction of cabaret' is the first attempt of a sociology of the kabarett by means of the description of the 'ideal-typical' interaction system of a cabaret-performance on the basis of the theories of interaction by Alfred Schütz and Erving Goffman.
In this context is important: the description of the discoursive process between cabaretist and audience; the division between interaction systems (especially the theatre); the history of the cabaret-audience, with the premise of the cabaretist as 'equal among equal'; the specific tools of the cabaretist which help to create a non-repeatable performance in the interrelation with the spectators; the code item 'criticism'; and the potential capabilities of a cabaret-performance in a 'carnevalistic exceptional situation'. Connected with this hypotheses are substantial factors: the special role of the 'time-factor' in the 'cabaret-frame', which influenced the specific choice of the themes and their specific handling in a cabaret-performance; this ist connected to the uniqueness of a cabaret-performance, which is only 'born one time' during a discoursive process. In this process the importance of the (assumed) audience is so big for the cabaretist, that we can speak of a participation of the audience by creating a cabaret-performance at the origin. the specific contents of the cabaret-interaction-system, in which only certain topics can be responded in a certain manner. The cabaretist is not 'instructing' during his cabaret-program, he presents with (frame-)breaks a paradoxe reversal of the everyday life of his (potential) spectators. He operates � for example - with his cultural-conditioned allocation as a 'rationalistic criticism of society'. the attempt of the description of a interaction process, which is free from unintentional disturbances, as a discoursive process of 'equal among equals'.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum10 Januar 2001
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Dieter Goetze
Tag der Prüfung31 Juli 2000
InstitutionenPhilosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften > Fachgebiet Soziologie, Sozialkunde und Arbeitslehre
Stichwörter / KeywordsKabarett , Interaktion , Interaktionssystem , Publikum , Karnevalisierung , Rahmen , Schütz , Goffman , Theater , cabaret , interaction , audience , theater , frame
Dewey-Dezimal-Klassifikation300 Sozialwissenschaften
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-opus-119
Dokumenten-ID9858

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