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Ein Schritt auf dem Weg zu einem verbesserten Methodenmix in der empirischen Sozialforschung
Findl, Renate (2006) Ein Schritt auf dem Weg zu einem verbesserten Methodenmix in der empirischen Sozialforschung. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 19 Jan 2006 07:42
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.10408
Zusammenfassung (Deutsch)
Zur Fragestellung vorliegender Untersuchung wurde erhoben, ob durch die simultane Anwendung von qualitativer und quantitativer Methodik ein zur Einzelanwendung vergleichsweise erhöhter Erkenntnisgewinn erzielbar ist. Als qualitatives Erhebungsinstrument wurden 10 Gruppendiskussionen zur Thematik des öffentlichen Nahverkehrs in einer nordwestdeutschen Region durchgeführt. Zusätzlich wurde den ...
Zur Fragestellung vorliegender Untersuchung wurde erhoben, ob durch die simultane Anwendung von qualitativer und quantitativer Methodik ein zur Einzelanwendung vergleichsweise erhöhter Erkenntnisgewinn erzielbar ist. Als qualitatives Erhebungsinstrument wurden 10 Gruppendiskussionen zur Thematik des öffentlichen Nahverkehrs in einer nordwestdeutschen Region durchgeführt. Zusätzlich wurde den Teilnehmern der Gruppendiskussionen ein Fragebogen als quantitatives Instrument zum selben Gegenstand vorgelegt.
Es zeigt sich, dass durch die Hinzunahme von Gruppendiskussionen zur Fragebogenerhebung zusätzliche Erkenntnis über wichtige Verhaltensmechanismen und einzelfallartige Schilderungen, die unmittelbaren Handlungsbedarf dokumentieren, gewonnen werden und bedeutsame weiterführende Fragen durch das Auftreten von Resultaten der Gruppendiskussion, die nicht mit denen des Fragebogens in augenscheinlichem Einklang stehen, aufgeworfen werden: so lässt sich beispielsweise die Stichprobe anhand einer binären logistischen Regressionsanalyse mittels von im Fragebogen erhobenen Kriterien in Nutzer und Nichtnutzer mit hoch ausgeprägten Gütemaßen trennen, die Gruppendiskussionen legen jedoch eine spezifische Problematik nahe, die in keiner Form Eingang in die binäre logistische Regressionsanalyse gefunden hat.
Des weiteren wurden die Fragestellungen erörtert, ob die Kombination von offener Frage im Fragebogen und Gruppendiskussionen zu einem Informationsgewinn führt und ob die ökonomisch relativ aufwendigen Gruppendiskussionen durch eine offene Frage im Fragebogen ersetzt werden können. Nach einer einheitlichen Kategorisierung der Antworten auf die offene Frage im Fragebogen und der Äußerungen in den Gruppendiskussionen erwies sich anhand nichtparametrischer Tests, dass durch die Methodenkombination ein signifikanter (p ≤ .05) Informationsgewinn (�Nettoinformationsgewinn�) zu verzeichnen ist und in den Gruppendiskussionen sowohl eine signifikant (p ≤. 05) größere Anzahl an relevanten Beiträgen als auch in höherem Maße differenzierte Äußerungen (p ≤ .05) vorgebracht wurden als in der offenen Frage des Fragebogens, in der offenen Frage des Fragebogens jedoch signifikant (p ≤ .05) mehr undifferenzierte Äußerungen genannt wurden. Somit kann von einer nur bedingten Ersetzbarkeit der Gruppendiskussionen ausgegangen werden.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
One issue of the study was if more information can be gained combining a qualitative and a quantitative instrument than by the single use of one of these instruments. As qualitative instrument 10 focusgroups were accomplished and as quantitative instrument subjects had to complete a questionnaire. The common topic of the questionnaire and the focusgroups concerned the problems of using public ...
One issue of the study was if more information can be gained combining a qualitative and a quantitative instrument than by the single use of one of these instruments. As qualitative instrument 10 focusgroups were accomplished and as quantitative instrument subjects had to complete a questionnaire. The common topic of the questionnaire and the focusgroups concerned the problems of using public transport. It figured out that information about important mechanisms of behaviour, which indicate a strong need for intervention, can be raised only from the focusgroups. Furthermore, contradictory results of the questionnaire and the focusgroups led to interesting questions: For example the sample could be divided in a group of user an nonuser of public transportation with a highly fitting binary logitmodel using several ratings as independent variables from the questionnaire, but inspecting the utterances of the focusgroups concerning the problems of the public transport, aspects which did not occur in the questionnaire built up the core of the discussions.
A second issue of the study was to determine if the combination of an unstructured question in the questionnaire and focusgroups reveals more information than the single use of one of these instruments and if the expensive application of focusgroups can be replaced by the application of an unstructured question in a questionnaire. Results indicated first that significant (p≤.05) more relevant informations can be gained combining the instruments than by the single use of either the unstructured question of the questionnaire or the focusgroups (�nettoinformationgain�) and second that more differentiated information can be revealed by the focusgroups (p≤.05), but more global information than by the unstructured question of the questionnaire. Therefore it is recommended to replace focusgroups by unstructured question in an questionnaire, only if one wants to get global information.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 18 Januar 2006 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Alf Zimmer |
| Tag der Prüfung | 14 Dezember 2005 |
| Institutionen | Humanwissenschaften > Institut für Psychologie > Entpflichtete oder im Ruhestand befindliche Professoren > Lehrstuhl für Psychologie (Allgemeine und Angewandte Psychologie) - Prof. Dr. Alf Zimmer |
| Stichwörter / Keywords | Qualitative Sozialforschung , Empirische Sozialforschung , Methodenfreiheit , Triangulierung <Soziologie> , Methodentriangulation , Gruppendiskussion , focusgroup |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 100 Philosophie und Psychologie > 150 Psychologie |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-opus-6130 |
| Dokumenten-ID | 10408 |
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