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Selektives Erinnern: Hemmende und fördernde Effekte auf den Abruf verwandter Gedächtnisinhalte
Samenieh, Anuscheh (2010) Selektives Erinnern: Hemmende und fördernde Effekte auf den Abruf verwandter Gedächtnisinhalte. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 02 Mrz 2010 17:01
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.13024
Zusammenfassung (Deutsch)
Sowohl das selektive Abrufen einer Teilmenge gelernter Items als auch die Präsentation eines Teils der Items als Hinweisreize, beeinträchtigen üblicherweise das Erinnern des restlichen Materials. Der negative Effekt dieser beiden Formen selektiven Erinnerns wird häufig mit einer Hemmung des restlichen Materials erklärt, die der Interferenzreduktion während des selektiven Erinnerns dienen soll. ...
Sowohl das selektive Abrufen einer Teilmenge gelernter Items als auch die Präsentation eines Teils der Items als Hinweisreize, beeinträchtigen üblicherweise das Erinnern des restlichen Materials. Der negative Effekt dieser beiden Formen selektiven Erinnerns wird häufig mit einer Hemmung des restlichen Materials erklärt, die der Interferenzreduktion während des selektiven Erinnerns dienen soll. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zu prüfen, ob die Vorgabe eines Teils der Listenitems als Hinweisreize und selektives Abrufen immer zu Hemmung führen, oder, ob diese Manipulationen unter gewissen Bedingungen auch förderlich für das Erinnern verwandter Gedächtnisinhalte sein können. In fünf Experimenten wird gezeigt, dass die Auswirkungen selektiven Erinnerns davon abhängen, ob das Gelernte von bestimmten Formen episodischen Vergessen betroffen ist oder nicht. Das zentrale Ergebnis ist, dass beide Formen selektiven Erinnerns sich positiv auf den Abruf von Material auswirken, das durch gerichtetes Vergessen mit der Listenmethode oder auf Grund eines Kontextwechsels vergessen wurde. Lag Vergessen durch das Verstreichen von Zeit oder durch gerichtetes Vergessen mit der Itemmethode vor, so hatte selektives Erinnern weder positive noch negative Effekte. Unterlag das Material proaktiver Interferenz, zeigte sich der typische negative Effekt. Als mögliche Ursache für den fördernden Effekt wird in der vorliegenden Arbeit eine Wiederherstellung von Kontextinformationen durch das selektive Erinnern diskutiert, die sich unter solchen Bedingungen positiv auswirkt, in denen auf Hinweisreize aus dem Lernkontext schlecht zugegriffen werden kann.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Both, the selective retrieval of a subset of previously studied items (part-list retrieval) and the presentation of those items as retrieval cues (part-list cuing), can impair recall of the remaining items. The detrimental effect of part-list cuing and part-list retrieval is often attributed to inhibitory processes, suppressing the related items’ representation. The aim of the present work is to ...
Both, the selective retrieval of a subset of previously studied items (part-list retrieval) and the presentation of those items as retrieval cues (part-list cuing), can impair recall of the remaining items. The detrimental effect of part-list cuing and part-list retrieval is often attributed to inhibitory processes, suppressing the related items’ representation. The aim of the present work is to examine whether and under which conditions part-list cuing and part-list retrieval can also enhance recall of related items. The results of five experiments show that part-list cuing and part-list retrieval can both enhance and impair recall of related material, depending on whether the material to be recalled is subject to certain forms of episodic forgetting or not. In particular, part-list cuing and part-list retrieval enhanced recall of related material that was subject to list-method directed forgetting and context-dependent forgetting, impaired recall of related material that was subject to proactive interference, and had no effect on the recall of related material that was subject to normal forgetting and item-method directed forgetting. The beneficial effects of part-list cuing and part-list retrieval are discussed in terms of context reinstatement.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Seitenanzahl: | 112 |
|---|---|
| Datum | 2 März 2010 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Karl-Heinz Bäuml und Prof. Dr. Klaus W. Lange |
| Tag der Prüfung | 10 Februar 2010 |
| Institutionen | Humanwissenschaften > Institut für Psychologie > Lehrstuhl für Psychologie IV (Entwicklungs- und Kognitionspsychologie) - Prof. Dr. Karl-Heinz Bäuml |
| Stichwörter / Keywords | Episodisches Gedächtnis, selektives Erinnern, Part-List Cuing, abrufinduziertes Vergessen, gerichtetes Vergessen, kontextabhängiges Vergessen, episodic memory, part-list cuing, part-list retrieval, retrieval-induced forgetting, directed forgetting, context-dependent forgetting |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 100 Philosophie und Psychologie > 150 Psychologie |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-130240 |
| Dokumenten-ID | 13024 |
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