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Exekutivfunktionen, Arbeitsgedächtnis, Motorik und Impulsivität bei geringem bis moderatem Ecstasy-, Cannabis- und Alkoholkonsum
Piechatzek, Michaela (2010) Exekutivfunktionen, Arbeitsgedächtnis, Motorik und Impulsivität bei geringem bis moderatem Ecstasy-, Cannabis- und Alkoholkonsum. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 18 Mrz 2010 12:25
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.13205
Zusammenfassung (Deutsch)
Substanzkonsum ist unter jungen Erwachsenen weit verbreitet und steht in engem Zusammenhang mit Beeinträchtigungen kognitiver Funktionen. Hinweise stammen hauptsächlich aus Studien, die ein klinisches Patientenkollektiv untersuchen oder deren Stichprobe sich überwiegend aus starken Konsumenten zusammensetzen. Allerdings besteht in der Bevölkerung der Großteil der Konsumenten aus Personen, die ...
Substanzkonsum ist unter jungen Erwachsenen weit verbreitet und steht in engem Zusammenhang mit Beeinträchtigungen kognitiver Funktionen. Hinweise stammen hauptsächlich aus Studien, die ein klinisches Patientenkollektiv untersuchen oder deren Stichprobe sich überwiegend aus starken Konsumenten zusammensetzen. Allerdings besteht in der Bevölkerung der Großteil der Konsumenten aus Personen, die keinen exzessiven Gebrauch von Substanzen betreiben. Ziel der vorliegenden Studie ist es, den Zusammenhang zwischen moderatem Substanzkonsum und kognitiven Leistungen anhand einer populationsbasierten Stichprobe zu untersuchen.
Eine Stichprobe von 284 jungen Erwachsenen mit Ecstasy-, Cannabis- oder hohem Alkoholkonsum sowie nichtkonsumierende Kontrollen wurden basierend auf der Early Developmental Stages of Psychopathology Studie zur Teilnahme an der Munich Assessment of Young Adults Studie rekrutiert. Die Versuchspersonen absolvierten eine umfangreiche neuropsychologische Testbatterie in den Bereichen Exekutivfunktionen, Arbeitsgedächtnis, Motorik und Impulsivität. Multiple lineare Regressionsmodelle wurden verwendet, um die Relation zwischen Substanzkonsum und kognitiver Leistung bzw. zwischen der Menge der konsumierten Substanz und der Leistungsfähigkeit zu ermitteln.
In den untersuchten Bereichen fanden sich Hinweise, dass Ecstasykonsum Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit hat. Hinsichtlich der Exekutivfunktionen zeigte sich, dass Ecstasykonsumenten fehleranfälliger beim Stroop Test und bei einer Aufgabe zur Aufmerksamkeitsverschiebung waren als Personen, die keinen Ecstasykonsum in der Vergangenheit aufwiesen. Schlechtere Ergebnisse erzielten VPn mit Ecstasykonsum im Vergleich zu VPn ohne Ecstasykonsum auch hinsichtlich des visuellen Arbeitsgedächtnisses. Ebenso wiesen Ecstasykonsumenten teilweise höhere Impulsivitätswerte als Personen ohne Ecstasygebrauch auf. Hinsichtlich der Konsumhäufigkeit waren die Befunde weniger einheitlich; ein Einfluss scheint vorhanden zu sein.
Basierend auf geringem bis moderatem Substanzkonsum der Stichprobe konnten subtile Hinweise auf eine leichte Beeinträchtigung der kognitiven Leistungen gefunden werden. Eine erhöhte Fehleranfälligkeit wurde im Zusammenhang mit Ecstasykonsum evident. Da die Unterschiede gering sind, sind weitere prospektive Langzeitstudien erforderlich, um die langfristigen Effekte des Konsums und kausale Zusammenhänge zu klären. Nichtsdestotrotz geben die Befunde Anlass zu weiteren Präventivmaßnahmen.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Substance use has been linked with impaired cognitive functioning. Evidence comes mainly from clinical studies or studies examining heavy users. Though, the majority of users are not involved in heavy use. This study investigates the association between moderate use and cognition in a population-based sample. A total of 284 young adults with ecstasy, cannabis or alcohol use and a control group ...
Substance use has been linked with impaired cognitive functioning. Evidence comes mainly from clinical studies or studies examining heavy users. Though, the majority of users are not involved in heavy use. This study investigates the association between moderate use and cognition in a population-based sample.
A total of 284 young adults with ecstasy, cannabis or alcohol use and a control group were sampled from the Early Developmental Stages of Psychopathology database for participation in the Munich Assessment of Young Adults study. Subjects completed a comprehensive battery of neuropsychological tests (executive functions, working memory, motor functions and impulsivity). Multiple linear regression models were conducted to examine the relationship between use and cognitive performance.
Subjects with a history of ecstasy use showed an increased error-proneness (Stroop task, shifting of attention) compared to subjects without ecstasy use in their lifetime. Furthermore, ecstasy users performed worse in tests of visual working memory. Concerning the frequency of use the results were more inconsistent.
Based on mild to moderate substance use, little indication of differences in executive functioning was found. For ecstasy use, an increased error-proneness was revealed. The subtle differences in relatively young individuals warrant further investigation in prospective long-term studies to examine effects of prolonged patterns of use on cognitive functioning and to clarify causal relations. Nevertheless, the results give reason to increase preventive actions.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 18 März 2010 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Klaus W. Lange |
| Tag der Prüfung | 16 Dezember 2009 |
| Institutionen | Humanwissenschaften > Institut für Psychologie |
| Stichwörter / Keywords | Substanzkonsum, Ecstasy, Cannabis, Alkohol, Neurokognition, Neuropsychologie, Exekutivfunktion, Arbeitsgedächtnis, Impulsiviät, substance use, ecstasy, cannabis, alcohol, neurokognition, neuropsychology, executive functions, working memory, impulsivity |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 100 Philosophie und Psychologie > 150 Psychologie |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-132053 |
| Dokumenten-ID | 13205 |
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