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Schrott, Georg

Sozialgeschichtliche und pragmatische Faktoren in der okkasionellen Literatur der frühneuzeitlichen Stifte. Die Leichenpredigten für die bayerischen Klosterprälaten.
Band 1: Untersuchungen zu den Leichenpredigten.

Band 2: Verzeichnis der Leichenpredigten

Schrott, Georg (2010) Sozialgeschichtliche und pragmatische Faktoren in der okkasionellen Literatur der frühneuzeitlichen Stifte. Die Leichenpredigten für die bayerischen Klosterprälaten.
Band 1: Untersuchungen zu den Leichenpredigten.

Band 2: Verzeichnis der Leichenpredigten.
Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 26 Mai 2010 13:57
Hochschulschrift der Universität Regensburg


Zusammenfassung (Deutsch)

Gedruckte Leichenpredigten gab es in den katholischen Territorien der Frühen Neuzeit fast ausschließlich für Fürsten, Adelige und Klostervorsteher. Sie sind daher als informelle Standeszeichen anzusehen, die im Dienste der herrschaftlichen Repräsentation veröffentlicht wurden. Im späten 17. Jahrhundert wurde es in den bayerischen Klöstern der Benediktiner, Zisterzienser, Augustiner-Chorherren und ...

Gedruckte Leichenpredigten gab es in den katholischen Territorien der Frühen Neuzeit fast ausschließlich für Fürsten, Adelige und Klostervorsteher. Sie sind daher als informelle Standeszeichen anzusehen, die im Dienste der herrschaftlichen Repräsentation veröffentlicht wurden.
Im späten 17. Jahrhundert wurde es in den bayerischen Klöstern der Benediktiner, Zisterzienser, Augustiner-Chorherren und Prämonstratenser allmählich üblich, die „Leichpredigen“ und „Trauerreden“ für die verstorbenen Prälaten drucken zu lassen. Zwischen dem Einsetzen dieser Tradition und der Säkularisation von 1802/03 wurden auf diese Weise etwa 25% der Äbte und Pröpste posthum geehrt. Der Konvent beauftragte in der Regel einen auswärtigen Geistlichen mit der Abfassung der Kanzelrede. Üblicherweise knüpfte der Prediger im Exordium an die Trauer der Hinterbliebenen an, breitete im Hauptteil das Lob des Verstorbenen aus und spendete am Schluss der Trauergemeinde Trost. In der laudatio wurde dabei häufig auf einen bestimmten Grundbestand biographischer Leistungen zurückgegriffen, aus dem sich die idealtypische Vorstellung von einem Prälaten rekonstruieren lässt. Diese Ideale konnten in der Auseinandersetzung mit der antimonastischen Literatur der Aufklärung zur Verteidigung der Klöster rhetorisch eingesetzt werden. Neben der okkasionellen Öffentlichkeit anlässlich der Trauerfeierlichkeiten war aber auch der Konvent des Verstorbenen Adressat der Leichenpredigt. Ihm diente die Rekapitulation klösterlicher Ideale ebenso zur Bestätigung und Stärkung seiner kollektiven Identität wie später die Verteidigung der klösterlichen Lebensform gegen antimonastische Aufklärer.
Diese Zusammenhänge sind im ersten Teil der Arbeit untersucht. Der zweite Teil dokumentiert alle zu ermittelnden Leichenpredigten für bayerische Äbte und Pröpste.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

In the early modern catholic territories funeral sermons were nearly exclusively printed for princes, noblemen, noblewomen and the principals of monasteries. Therefore they have to be considered as informal estate symbols, which were published for the sake of manorial representation. In the late 17th century it became a custom to have printed the „Leichepredigen“ and „Trauerreden“ for the ...

In the early modern catholic territories funeral sermons were nearly exclusively printed for princes, noblemen, noblewomen and the principals of monasteries. Therefore they have to be considered as informal estate symbols, which were published for the sake of manorial representation.
In the late 17th century it became a custom to have printed the „Leichepredigen“ and „Trauerreden“ for the deceased prelates in the Bavarian monasteries of the Benedictines, Cistercians, Augustinian canons and Premonstrates. From the beginning of this tradition until the secularisation of 1802/03 about 25% of the abbots and provosts were honoured posthumously by a printed funeral sermon. Usually the convent commissioned a non-resident preacher to write the pulpit oration. As a rule the preacher referred to the grief of the bereaved in the exordium, spread the praise of the deceased in the main part and consoled the mourning audience at the end of the sermon. In the eulogy a certain stock of achievements during the prelates biography was frequently fallen back upon, from which the ideal-typical early-modern conceptions of being a prelate can be reconstructed. These ideals could be rhetorically used for defending the monasteries against the anti-monastic literature in the age of enlightenment. Nevertheless, beside the occasional public of the funeral ceremonies the funeral sermon was also addressed to the convent of the deceased. For the monks and canons the recapitulation of monastic ideals served both as a confirmation of their collective identity and in later decades as a defence of the monastic way of life against antimonastic agitators of the enlightenment.
These phenomena are explored in part 1 of the thesis. Part 2 documents all ascertained funeral sermons for Bavarian abbots and provosts.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum26 Mai 2010
Begutachter (Erstgutachter)PD Dr. Eberhard Dünninger
Tag der Prüfung13 November 2007
InstitutionenSprach- und Literatur- und Kulturwissenschaften > Institut für Germanistik > Entpflichtete oder im Ruhestand befindliche Professoren > Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft I (Prof. Dr. Bernhard Gajek)
Stichwörter / KeywordsFrühe Neuzeit, Literatur, Bayern, Klöster, Stifte, Benediktiner, Zisterzienser, Augustiner-Chorherren, Prämonstratenser, Gelegenheitsliteratur, Funeralliteratur, Leichenpredigt, Predigt, Festkultur, Aufklärung, kollektive Identität, kulturelles Gedächtnis, Early modern period, literature, Bavaria, monasteries, Benedictines, Cistercians, Augustinian canons, Premonstrates, occasional literature, funeral literature, funeral sermon, sermon, festival culture, enlightenment, collective identity, cultural memory
Dewey-Dezimal-Klassifikation400 Sprache > 430 Deutsch
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-146502
Dokumenten-ID14650

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