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Hiesinger, Laura

Einfluss der Wachtherapie auf Affekt- und Schmerzverarbeitung bei Patienten mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung

Hiesinger, Laura (2012) Einfluss der Wachtherapie auf Affekt- und Schmerzverarbeitung bei Patienten mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 07 Nov 2012 07:02
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.26591


Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung: Es hat sich gezeigt, dass Schlafentzug komplexe Auswirkungen auf affektive Dimensionen und die Modalitäten der Schmerzwahrnehmung sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Patienten mit Major Depression hat. Angesichts der vielfältigen Verbindungen zwischen Stimmungs- und Schmerzregulation bei Patienten mit chronischem somatoformen Schmerz war die Absicht der vorliegenden Arbeit, die ...

Einleitung: Es hat sich gezeigt, dass Schlafentzug komplexe Auswirkungen auf affektive Dimensionen und die Modalitäten der Schmerzwahrnehmung sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Patienten mit Major Depression hat. Angesichts der vielfältigen Verbindungen zwischen Stimmungs- und Schmerzregulation bei Patienten mit chronischem somatoformen Schmerz war die Absicht der vorliegenden Arbeit, die Effekte von Schlafentzug zum ersten Mal in dieser Patientengruppe zu untersuchen.
Methodik: Zwanzig Patienten mit der Diagnose somatoforme Schmerzstörung nach ICD-10 Kriterien nahmen einem totalen Schlafentzug für eine Nacht teil, gefolgt von einer Erholungsnacht (Recovery-Nacht (RN)). Klinische Schmerzbeschwerden (Visuelle Analogskala), Detektions- und Schmerzschwelle (Temperatur und Druck) sowie Gemütslage (Profile of Mood States) wurden jeweils zweimal täglich am Tag vor dem Experiment, am Tag nach Schlafentzug und am Tag nach dem Recovery-Schlaf bewertet.
Ergebnisse: Schlafentzug bewirkte eine Zunahme der interozeptiven Schmerzbeschwerden bei gleichzeitiger Verbesserung der Stimmung. Wir fanden eine Diskrepanz zwischen erhöhten klinischen (interozeptiven) Schmerzbeschwerden und unveränderter experimenteller (exterozeptiver) Schmerzwahrnehmung nach Schlafentzug. Die exterozeptiven Schmerzschwellen blieben nach Schlafentzug unverändert, stiegen aber nach der RN an. Nur die klinischen Schmerzbeschwerden, aber nicht die experimentellen Schmerzschwellen korrelierten mit den mit Müdigkeit verbundenen Symptomen. Die Total Mood Disturbance (TMD) hat abgenommen und Gefühle von Depression und Wut verbesserten sich signifikant nach Schlafentzug.
Zusammenfassung: Wir folgern daraus, dass Schlafentzug vermutlich die Reagibilität des limbischen Systems ändern kann, aber Stimmungs- und Schmerzverarbeitung dabei auf entgegengesetzte Weise beeinflusst werden könnten, was besonders die neurobiologischen Unterschiede zwischen emotionaler Regulation und interozeptiver Schmerzverarbeitung widerspiegelt.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Objective: Sleep deprivation was found to exert complex effects on affective dimensions and modalities of pain perception both in healthy volunteers and patients with major depression. Considering multifaceted links between mood- and pain regulation in patients with chronic somatoform pain, it is intriguing to study sleep deprivation effects for the first time in this patients group. Methods: ...

Objective: Sleep deprivation was found to exert complex effects on affective dimensions and modalities of pain perception both in healthy volunteers and patients with major depression. Considering multifaceted links between mood- and pain regulation in patients with chronic somatoform pain, it is intriguing to study sleep deprivation effects for the first time in this patients group.
Methods: Twenty patients with a somatoform pain disorder according to ICD-10 diagnosis criteria were sleep deprived for one night, followed by one recovery night. Clinical pain complaints (visual analogue scale), detection- and pain thresholds (temperature and pressure) as well as mood states (Profile of Mood States) were assessed on the day prior to the experiment, on the day after sleep deprivation and on the day after recovery sleep (twice a day each).
Results: We found a discrepancy between significantly increased clinical pain complaints and unaltered experimental pain perception after sleep deprivation. Only the clinical pain complaints, but not the experimental pain thresholds were correlated with tiredness associated symptoms. Total mood disturbances decreased and feelings of depression and anger improved significantly after sleep deprivation. However, these changes were not correlated with a change in clinical pain perception. Detection and pain thresholds increased significantly after the recovery night.
Conclusion: We conclude that sleep deprivation may generally change the reagibility of the limbic system, but mood processing and pain processing may be affected in an opposite way reflecting neurobiological differences between emotional regulation and interoceptive pain processing.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum7 November 2012
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Peter Eichhammer
Tag der Prüfung24 Oktober 2012
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie
Stichwörter / KeywordsSchmerz, Stimmung, Wachtherapie, Somatoforme Schmerzstörung
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-265914
Dokumenten-ID26591

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