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Kellner, Jan Peter Florian

Mentale Rotation bei Grundschulkindern: Zusammenhang mit motorischen Fähigkeiten und Einfluss motorischer Prozesse

Kellner, Jan Peter Florian (2015) Mentale Rotation bei Grundschulkindern: Zusammenhang mit motorischen Fähigkeiten und Einfluss motorischer Prozesse. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 26 Feb 2015 14:40
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.31354


Zusammenfassung (Deutsch)

In dieser Arbeit wird der Zusammenhang zwischen den motorischen Fähigkeiten und der kognitiven Fähigkeit der mentalen Rotation, der Fähigkeit sich einen Gegenstand beliebig gedreht vorstellen zu können, bei Kindern im Grundschulalter untersucht. Zusätzlich wird mittels eines Interferenzparadigmas überprüft, ob motorische Prozesse, wie sie z. B. zum Drehen eines Knopfes mit der Hand benötigt ...

In dieser Arbeit wird der Zusammenhang zwischen den motorischen Fähigkeiten und der kognitiven Fähigkeit der mentalen Rotation, der Fähigkeit sich einen Gegenstand beliebig gedreht vorstellen zu können, bei Kindern im Grundschulalter untersucht. Zusätzlich wird mittels eines Interferenzparadigmas überprüft, ob motorische Prozesse, wie sie z. B. zum Drehen eines Knopfes mit der Hand benötigt werden, an der mentalen Rotation beteiligt sind. Außerdem wurde untersucht, ob die motorischen Fähigkeiten einen Einfluss auf die Beteiligung solcher motorischer Prozesse an der mentalen Rotation haben. Anhand der Ergebnisse kann festgehalten werden, dass der Zusammenhang zwischen den motorischen Fähigkeiten und der mentalen Rotationsfähigkeit von mehreren Faktoren moduliert wird. Werden durch das Stimulusmaterial oder durch motorische Aufgaben mit Bezug zur mentalen Rotation die Verwendung motorischer Prozesse bei der mentalen Rotation implizit angeregt, lässt sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen den motorischen Fähigkeiten der Kinder und der mentalen Rotationsfähigkeit nachweisen. Kinder mit ausgeprägteren motorischen Fähigkeiten machen weniger Fehler im mentalen Rotationstest als Kinder mit weniger ausgeprägten motorischen Fähigkeiten. Außerdem konnte bei 7-8 jährigen Jungen eine Interferenz zwischen dem Drehen eines Knopfes in die eine Richtung und der gleichzeitigen mentalen Rotation in die entgegengesetzte Richtung festgestellt werden. Stimmen mentale und manuelle Drehrichtung überein, sind die mittleren Reaktionszeiten um 300ms schneller als wenn die Drehrichtungen inkompatibel sind. In einem weiteren Experiment konnte eine Interferenz allein durch einen der mentalen Rotation entgegengesetzten Bewegungsplan nachgewiesen werden. 7-8 Jährige Mädchen und Jungen hatten um 430ms längere Reaktionszeiten wenn sie während der mentalen Rotation den Bewegungsplan für eine inkompatible Handbewegung aufrechterhalten mussten, als wenn mentale Rotation und Bewegungsplan für eine Handbewegung die gleiche Richtung hatten. Ein Zusammenhang zwischen den motorischen Fähigkeiten und den Interferenzerscheinungen konnte nicht nachgewiesen werden.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Subject of this paper is the relation between motor ability and the cognitive ability of mental rotation in primary school aged children. Mental rotation is the ability to imagine how a stimulus would look like when rotated. Furthermore, the involvement of motor processes as required for e.g. manually rotating a knob was investigated using an interference paradigm. Additionally, the influence of ...

Subject of this paper is the relation between motor ability and the cognitive ability of mental rotation in primary school aged children. Mental rotation is the ability to imagine how a stimulus would look like when rotated. Furthermore, the involvement of motor processes as required for e.g. manually rotating a knob was investigated using an interference paradigm. Additionally, the influence of motor ability on mental rotation and on an interference effect was checked. Considering the results the conclusion can be drawn that the relation between motor ability and mental rotation ability is modulated by several factors. If the stimuli or a motor task in relation to the mental rotation task implicitly provoke the use of motor processes in mental rotation, a significant correlation between children’s motor ability and mental rotation ability can be found. Children with well-developed motor ability make fewer errors in a mental rotation task than children with less developed motor ability. In addition, an interference between manually rotating a knob in one direction and simultaneously executing a mental rotation in the opposite direction could be found in 7 to 8 year old boys. Mean response times were about 300ms faster when mental and manual rotation direction were congruent than when directions were incompatible. In a further experiment, an interference could even be found between a mental rotation and an opposite motor intention. Response times for the 7 to 8 year old girls and boys were about 430ms longer if they had to maintain the intention for an incompatible manual rotation during a mental rotation task. A correlation between children’s motor ability and this interference effect could not be found.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum26 Februar 2015
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Petra Jansen
Tag der Prüfung27 Januar 2015
InstitutionenHumanwissenschaften > Institut für Sportwissenschaft
Stichwörter / Keywordsmentale Rotation, Kinder, motorische Prozesse, motorische Fähigkeiten
Dewey-Dezimal-Klassifikation700 Künste und Unterhaltung > 796 Sport
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-313547
Dokumenten-ID31354

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