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Nöth, Victoria

Neuronale Korrelate der belief-Attribution bei Personen mit Autismus-Spektrum-Störung: Eine fMRT-Studie

Nöth, Victoria (2022) Neuronale Korrelate der belief-Attribution bei Personen mit Autismus-Spektrum-Störung: Eine fMRT-Studie. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 17 Nov 2022 09:02
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.53106


Zusammenfassung (Deutsch)

Zentrale Kriterien für die Autismus-Spektrum-Störung stellen die Defizite der Betroffenen in sozialen Situationen dar. Eine wichtige Fähigkeit, die zur Navigation durch unsere soziale Welt unerlässlich ist, ist die Theory of Mind (ToM), die sich mit dem Innenleben eines anderen Menschen – und damit seinen Überzeugungen, Wünschen und Intentionen – beschäftigt. Zu den neuronalen Grundlagen der ToM ...

Zentrale Kriterien für die Autismus-Spektrum-Störung stellen die Defizite der Betroffenen in sozialen Situationen dar. Eine wichtige Fähigkeit, die zur Navigation durch unsere soziale Welt unerlässlich ist, ist die Theory of Mind (ToM), die sich mit dem Innenleben eines anderen Menschen – und damit seinen Überzeugungen, Wünschen und Intentionen – beschäftigt. Zu den neuronalen Grundlagen der ToM wurden bereits diverse Studien durchgeführt, für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung gibt es jedoch kaum Untersuchungen, die sich mit ebendiesem Netzwerk beschäftigen. Ziel der vorliegenden Studie war es daher, anhand eines false belief-Paradigmas die neuronalen Korrelate der ToM bei erwachsenen autistischen Probanden (N=15) im Vergleich zu einer neurotypischen Kontrollgruppe (N=15) zu untersuchen. Dafür wurde den Probanden ein Paradigma vorgelegt, im Rahmen dessen sowohl inkompatible als auch kompatible Bedingungen bearbeitet sowie verschiedene Perspektiven eingenommen werden mussten. Die Areale, die während der Antwortphase beim Bearbeiten dieser Aufgaben aktiviert wurden, wurden durch fMRT-Aufnahmen aufgezeichnet und Unterschiede zwischen den beiden Gruppen untersucht. Dabei konnte für die Verhaltensdaten kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen (Antwortgenauigkeit, Reaktionszeit) gefunden werden, es fanden sich jedoch Unterschiede auf neuronaler Ebene: So konnte für die Autisten unter anderem eine signifikante Mehraktivierung im medialen präfrontalen Kortex (BA 10) sowie in der temporo-parietalen Übergangsregion (BA 39) gefunden werden – zwei Regionen, die als zentrale Schaltstellen für das Theory of Mind-Netzwerk fungieren. Zudem zeigte sich eine verstärkte Aktivierung des inferioren Frontalkortex (BA 47) in der Gruppe der Autisten im Vergleich zu den Kontrollprobanden während der inkompatiblen Bedingung. Diese Ergebnisse zeigen, dass erwachsene Menschen mit Autismus in einem expliziten Test false belief-Aufgaben genauso gut lösen können wie neurotypische Personen, dass sich aber die neuronalen Korrelate der Bearbeitung zwischen den Gruppen unterscheiden.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Central criteria for autism spectrum disorder are the deficits of those affected in social situations. An important skill that is essential for navigating our social world is the Theory of Mind (ToM), which deals with the inner life of another person - and thus his beliefs, desires and intentions. Various studies have already been carried out on the neuronal basis of the ToM, but there are hardly ...

Central criteria for autism spectrum disorder are the deficits of those affected in social situations. An important skill that is essential for navigating our social world is the Theory of Mind (ToM), which deals with the inner life of another person - and thus his beliefs, desires and intentions. Various studies have already been carried out on the neuronal basis of the ToM, but there are hardly any studies for people with autism spectrum disorder that deal with this network. The aim of the present study was therefore to use a false belief paradigm to investigate the neuronal correlates of ToM in adult autistic subjects (N=15) in comparison to a neurotypical control group (N=15). For this purpose, the subjects were presented with a paradigm in which both incompatible and compatible conditions had to be processed and different perspectives had to be taken. The areas activated during the response phase of completing these tasks were recorded by fMRI scans and differences between the two groups were examined. No difference between the two groups could be found for the behavioral data (accuracy of answer, reaction time), but there were differences at the neuronal level: For example, a significant increase in activation in the medial prefrontal cortex (BA 10) and in the temporo -parietal transition region (BA 39) - two regions that act as central hubs for the theory of mind network. In addition, there was increased activation of the inferior frontal cortex (BA 47) in the autistic group compared to the control subjects during the incompatible condition. These results show that adults with autism can solve false belief tasks just as well as neurotypical individuals in an explicit test, but that the neural correlates of processing differ between the groups.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum17 November 2022
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Rainer Rupprecht
Tag der Prüfung21 Juni 2022
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie
Stichwörter / KeywordsTheory of mind, Autismus-Spektrum-Störung, fMRI, false belief
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-531067
Dokumenten-ID53106

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