Die Therapie der Depression mit Transkranieller Magnetstimulation (TMS) ist seit einiger Zeit Gegenstand der Forschung. Da bisher nicht bekannt ist, wie genau die TMS die Verbesserung der depressiven Symptomatik hervorbringt, ist auch nicht bekannt, wie genau die Impulse appliziert werden müssen, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Ein Ansatz zur optimalen Behandlung ist die aiTBS ...
Zusammenfassung (Deutsch)
Die Therapie der Depression mit Transkranieller Magnetstimulation (TMS) ist seit einiger Zeit Gegenstand der Forschung. Da bisher nicht bekannt ist, wie genau die TMS die Verbesserung der depressiven Symptomatik hervorbringt, ist auch nicht bekannt, wie genau die Impulse appliziert werden müssen, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Ein Ansatz zur optimalen Behandlung ist die aiTBS („acclerated intermittent theta burst stimulation“). Vorteile von dieser gegenüber konventionellen TMS-Protokollen sind sowohl die kürzere Gesamtdauer als auch die damit verbundene bessere Eingliederungsmöglichkeit in den klinischen Alltag.
Wir verwendeten ein modifiziertes Protokoll unter der Arbeitshypothese, dass ein beschleunigtes iTBS-Protokoll bessere Ergebnisse erzielt als eine Behandlung mittels konventioneller iTBS.
Es handelte sich um eine Pilotstudie mit kleinen Gruppen von 9 Probanden. Die ersten beiden Gruppen wurden mit aiTBS behandelt. Die erste Gruppe für zwei Wochen, die zweite Gruppe für vier Wochen. Als Vergleichsgruppe dienten die Ergebnisse einer vorangegangen hauseigenen Studie, bei der die Patienten mit neuronavigierter, aber nicht beschleunigter, iTBS behandelt wurden. Die Anwendung erfolgte täglich von Montag bis Freitag und dreimal am Tag. Pro Sitzung wurden 600 Pulse appliziert mit einer Dauer von 15 Minuten zwischen den Sitzungen.
In allen Gruppen kam es während der Behandlung zu einer Besserung der depressiven Symptomatik. Bei der Gruppe 2, die über einen Zeitraum von vier Wochen mit der aiTBS behandelt wurde, sind die Verbesserungen signifikant. Bei Gruppe 1, die gleichbehandelt wurde, allerdings nur für zwei Wochen, hingegen nicht. Weitere Analysen ergaben, dass die Veränderungen zwischen den Gruppen nicht signifikant sind.
Es lässt sich daher zusammenfassen: Alle drei Behandlungsregime führten zu einer Reduktion der Symptomlast, allerdings ist keine Behandlung einer anderen überlegen. Das bedeutet, dass laut unserer Studie das beschleunigte Protokoll keinen Vorteil gegenüber der konventionellen Therapie bringt.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
The treatment of depression with transcranial magnetic stimulation (TMS) has been subject of intense research for the past decades. As it is not yet known how exactly TMS brings about an improvement in depressive symptoms, it is also not known how exactly the impulses need to be applied in order to achieve the best possible result. One approach to optimise treatment is aiTBS (‘acclerated ...
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
The treatment of depression with transcranial magnetic stimulation (TMS) has been subject of intense research for the past decades. As it is not yet known how exactly TMS brings about an improvement in depressive symptoms, it is also not known how exactly the impulses need to be applied in order to achieve the best possible result. One approach to optimise treatment is aiTBS (‘acclerated intermittent theta burst stimulation’). The advantages of this method over conventional TMS protocols are the shorter overall duration and the associated easier integration into everyday clinical practice.
We used a modified protocol under the working hypothesis that an accelerated iTBS protocol achieves better results than treatment using conventional iTBS.
This was a pilot study with small groups of 9 patients. The first two groups were treated with aiTBS. The first group received treatment for two weeks, the second group for four weeks. The results of a previous study of our department in which the patients were treated with neuronavigated, but not accelerated, iTBS, served as a comparison group. The application took place daily from Monday to Friday three times a day. 600 pulses were applied per session with a duration of 15 minutes between sessions.
In all groups, there was an improvement in depressive symptoms during treatment. In group 2, which was treated with aiTBS over a period of four weeks, the improvements were significant. However, this was not the case for group 1, which received the same treatment, but only for two weeks. Further analysis showed that the changes between the groups were not significant.
In summary, all three treatment protocols led to a reduction in symptom burden, however, no treatment is superior to another. This means that, according to our study, the accelerated protocol has no advantage over conventional therapy.