| Lizenz: Creative Commons Namensnennung-KeineBearbeitung 4.0 International (2MB) |
- URN zum Zitieren dieses Dokuments:
- urn:nbn:de:bvb:355-epub-783837
- DOI zum Zitieren dieses Dokuments:
- 10.5283/epub.78383
| Dokumentenart: | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
|---|---|
| Open Access Art: | Primärpublikation |
| Datum: | 12 Januar 2026 |
| Begutachter (Erstgutachter): | Prof. Dr. Werner Krutsch |
| Tag der Prüfung: | 28 November 2025 |
| Institutionen: | Medizin > Lehrstuhl für Unfallchirurgie |
| Stichwörter / Keywords: | heading, head injury, junior football |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status: | Veröffentlicht |
| Begutachtet: | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden: | Ja |
| Dokumenten-ID: | 78383 |
Zusammenfassung (Deutsch)
Hintergrund: Fußball stellt die populärste Sportart weltweit dar. In den letzten Jahren rückten durch eine zunehmende mediale Präsenz die Thematik der Kopfverletzungen sowie das Risiko durch das Kopfballspiel in den Vordergrund, was die intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung steigerte. Dennoch existiert in der Literatur nur wenig Evidenz, insbesondere für den Juniorenfußball. Methodik: ...

Zusammenfassung (Deutsch)
Hintergrund: Fußball stellt die populärste Sportart weltweit dar. In den letzten Jahren rückten durch eine zunehmende mediale Präsenz die Thematik der Kopfverletzungen sowie das Risiko durch das Kopfballspiel in den Vordergrund, was die intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung steigerte. Dennoch existiert in der Literatur nur wenig Evidenz, insbesondere für den Juniorenfußball.
Methodik: Mittels Videoanalyse wurden insgesamt 424 Spiele aus dem Juniorenfußball aus allen Altersklassen von U9 bis U21 im Hinblick auf die Anzahl des Kopfballspiels und von Kopfverletzungen analysiert. Verletzungssituationen wurden über die Definition des Critical Incident identifiziert. Zudem wurden 51 Spiele aus dem hochklassigen Juniorenfußball in zufälliger Auswahl (eines pro Spieltag) sowie 67 Spiele des Juniorenfußballs des SSV Jahn Regensburg in einer detaillierten Analyse anhand von standardisierten Online-Fragebögen ausgewertet, um eine genaue Beschreibung der Kopfball- sowie verletzungsträchtigen Situationen zu ermöglichen.
Ergebnisse: Es wurden insgesamt 424 Spiele mit einer gesamten Spielzeit von 34.010 min. analysiert. Dabei ergab sich eine Gesamtzahl von 35.522 Kopfbällen sowie 171 kopfverletzungsträchtige Situationen. Die Anzahl der Kopfbälle pro Spiel erhöhte sich mit steigender Altersklasse von 33,9/Spiel bzw. 2,1/Spiel und Spieler (U11-U9) bis hin zu 102,0/Spiel bzw. 4,6/Spiel und Spieler (U19). Die Kopfbälle wurden zum größeren Teil im defensiven Kontext ausgeführt (rund 2/3). Kopfbälle wurde überwiegend aus dem freien Spiel heraus getätigt. Deren Intention war in den meisten Fällen ein Pass oder das Klären einer Situation. Der Anteil an Kopfbällen in Standardsituationen (wie bspw. Einwurf) nahm mit steigender Altersklasse ab. Zudem ließen sich häufig Zweikampfsituationen mit Kopfbällen assoziieren, welche mit steigendem Alter zunahmen (U11-U9: 38,3% bzw. U21: 59,3%).
Die insgesamt 171 kopfverletzungsträchtigen Situationen lieferten in einzelnen Kohorten bei teils sehr niedrigen Fallzahlen nur bedingt aussagekräftige Ergebnisse, weswegen in der detaillierten Auswertung nur auf die Kohorten der A- sowie B-Junioren Bundesliga als auch der U19 sowie U17 aus Amateur- Juniorenfußballligen eingegangen wurde. Dabei zeigte sich eine deutliche Assoziation von kopfverletzungsträchtigen Situationen mit Zweikämpfen, wobei insbesondere Kopfballduelle hervorzuheben waren. In der höheren Altersklasse zeichnete sich die Position des Verteidigers als am häufigsten Betroffene ab. Insbesondere eine hohe Ellenbogenposition ging mit einem deutlich erhöhten Risiko für Kopfverletzungen einher.
Schlussfolgerungen: Das Kopfballspiel sowie kopfverletzungsträchtige Situationen sind im Juniorenfußball als selten zu beziffern, deren Häufigkeit mit steigendem Alter sowie Professionalität zunehmen. Kopfverletzungen sind dabei eine seltene Folge des Kopfballspiels. Risikofaktoren für Kopfverletzungen stellen Zweikämpfe sowie hohe Ellenbogenpositionen dar. Die Videoanalyse stellt dabei ein probates Mittel dar, um das Kopfballspiel detailliert untersuchen zu können. Die Ergebnisse spiegeln ein reales Abbild des aktuellen Spielbetriebs wider und stellen eine Grundlage für zukünftige präventive Maßnahmen dar, um gezielt das Risiko für Kopfverletzungen zu reduzieren und so konsekutiv mögliche längerfristige Folgen zu minimieren – wie beispielsweise über Edukation sowie Anpassungen des Trainingsprofils sowie Verbesserungen des Spielablaufs.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Background: Football is the most popular sport worldwide. In recent years, the topic of head injuries and the risks associated with heading the ball have come to the forefront due to increased media presence, which has intensified scientific research. However, there is little evidence in the literature, especially regarding junior football. Methods: A total of 424 matches from junior football, ...

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Background: Football is the most popular sport worldwide. In recent years, the topic of head injuries and the risks associated with heading the ball have come to the forefront due to increased media presence, which has intensified scientific research. However, there is little evidence in the literature, especially regarding junior football.
Methods: A total of 424 matches from junior football, spanning all age groups from U9 to U21, were analyzed through video analysis with a focus on the number of headers and head injuries. Injury situations were identified using the definition of a "Critical Incident." Additionally, 51 randomly selected matches from professional junior football (one per matchday) and 67 junior football matches from SSV Jahn Regensburg were evaluated in detail using standardized online questionnaires to provide an accurate description of heading and injury-prone situations.
Results: A total of 424 matches with a total playing time of 34.010 minutes were analyzed. This revealed a total of 35.522 headers and 171 head injury-prone situations. The number of headers per match increased with age, from 33.9 headers/match or 2.1 headers/match per player (U11-U9) to 102.0 headers/match or 4.6 headers/match per player (U19). Most headers occurred in defensive contexts (around two-thirds) and were primarily performed during open play, usually with the intention of passing or clearing the ball. The proportion of headers during set pieces (e.g., throw-ins) decreased with age. Furthermore, heading was often associated with duels, which increased with age (U11-U9: 38.3%, U21: 59.3%).
The 171 head injury-prone situations yielded only limited statistically significant results in some cohorts due to low case numbers, so the detailed analysis focused on the A and B-Junior Bundesliga cohorts as well as U19 and U17 of lower soccer leagues. A clear association between head injury-prone situations and duels was observed, with heading duels being particularly noteworthy. In the higher age groups, defenders were the most affected. Notably, a high elbow position was associated with a significantly increased risk of head injuries.
Conclusions: Heading the ball and situations prone to head injuries are rare in junior football, with their frequency increasing with age and level of professionalism. Head injuries due to heading the ball is a rare phenomenon. Risk factors for head injuries include duels and high elbow positions. Video analysis is an effective way to be able to examine heading the ball in detail. The results provide a realistic picture of the current game situation and serve as a basis for future preventive measures aimed at specifically reducing the risk of head injuries and consequently minimizing potential long-term effects - such as through education, adjustments to training profiles, and improvements in gameplay.
Metadaten zuletzt geändert: 12 Jan 2026 07:51
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