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- URN zum Zitieren dieses Dokuments:
- urn:nbn:de:bvb:355-epub-790346
- DOI zum Zitieren dieses Dokuments:
- 10.5283/epub.79034
| Dokumentenart: | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
|---|---|
| Open Access Art: | Primärpublikation |
| Datum: | 31 März 2026 |
| Begutachter (Erstgutachter): | Prof. Dr. Horst Helbig |
| Tag der Prüfung: | 23 März 2026 |
| Institutionen: | Medizin > Lehrstuhl für Augenheilkunde |
| Stichwörter / Keywords: | Keratokonus; Corneal Cross-Linking; anteriore und posteriore Hornhaut; funktionelle Parameter; tomographische Parameter; morphologische Parameter; Langzeitverlauf |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status: | Veröffentlicht |
| Begutachtet: | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden: | Ja |
| Dokumenten-ID: | 79034 |
Zusammenfassung (Deutsch)
In dieser retrospektiven Studie wurde die langfristige strukturelle und funktionelle Entwicklung der Hornhaut nach einer Behandlung mit der Corneal Cross-Linking (CXL)-Methode bei Personen mit progressivem Keratokonus über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren untersucht. Die Analyse umfasste 225 Augen, die in drei Gruppen (A, B und C) entsprechend der Nachbeobachtungszeit eingeteilt wurden. In ...

Zusammenfassung (Deutsch)
In dieser retrospektiven Studie wurde die langfristige strukturelle und funktionelle Entwicklung der Hornhaut nach einer Behandlung mit der Corneal Cross-Linking (CXL)-Methode bei Personen mit progressivem Keratokonus über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren untersucht. Die Analyse umfasste 225 Augen, die in drei Gruppen (A, B und C) entsprechend der Nachbeobachtungszeit eingeteilt wurden.
In den funktionellen Ergebnissen zeigte sich in allen Gruppen eine Stabilisierung oder Verbesserung des Sehvermögens. So sank die unkorrigierte Sehschärfe in Gruppe A von durchschnittlich 0,71 logarithmischer minimaler Winkel der Auflösung (logarithm of the minimum angle of resolution) präoperativ auf 0,46 nach vier Jahren, während die bestkorrigierte Sehschärfe von 0,45 auf 0,28 logarithmischer minimaler Winkel der Auflösung abnahm. Gruppe B verzeichnete eine noch stärkere Verbesserung der bestkorrigierten Sehschärfe von 0,54 auf 0,31 logarithmischer minimaler Winkel der Auflösung bis zum sechsten Jahr, während Gruppe C eine Reduktion der bestkorrigierten Sehschärfe von 0,44 auf 0,20 logarithmischer minimaler Winkel der Auflösung nach vier Jahren zeigte, sich jedoch langfristig bei 0,39 logarithmischer minimaler Winkel der Auflösung nach elf Jahren stabilisierte. Die meisten dieser Verbesserungen überschritten die klinisch relevante Schwelle von 0,1 logarithmischer minimaler Winkel der Auflösung und weisen damit auf eine therapeutisch relevante Wirksamkeit der Behandlung hin.
Im Bereich der vorderen Hornhaut konnte eine signifikante Abflachung der Hornhautkrümmung beobachtet werden. Der maximale Keratometerwert verringerte sich in Gruppe A von 55,86 Dioptrien auf 53,74 Dioptrien nach vier Jahren, in Gruppe B von 55,63 Dioptrien auf 53,98 Dioptrien nach sechs Jahren und in Gruppe C von 54,90 Dioptrien auf 52,31 Dioptrien nach elf Jahren. Parallel dazu zeigte sich eine deutliche Abnahme der zentralen Hornhautdicke. So verringerte sich die Dicke an der Hornhautspitze in Gruppe A von 476,28 Mikrometer auf 450,78 Mikrometer und in Gruppe C von 495,4 Mikrometer auf 442,29 Mikrometer nach elf Jahren.
Die Analyse topographischer Parameter der Vorderfläche ergab zudem eine moderate Reduktion des Astigmatismus, insbesondere in Gruppe B, wo sich die Werte von 4,05 Dioptrien auf 3,38 Dioptrien nach vier Jahren verringerten. In Gruppe A sank der Astigmatismus von 4,18 Dioptrien auf 3,40 Dioptrien, blieb jedoch statistisch knapp insignifikant. In Gruppe C waren keine signifikanten Veränderungen zu beobachten. Der Achsenwinkel der Vorderfläche blieb in allen Gruppen weitgehend stabil, während die Exzentrizität der Vorderfläche, ein Parameter für die zentrale Symmetrie, in Gruppe A von 0,74 auf 0,58 nach vier Jahren und in Gruppe C von 0,80 auf 0,40 nach elf Jahren signifikant abnahm.
Im Gegensatz dazu zeigte die hintere Hornhautfläche nur geringe Veränderungen. Zwar kam es in Gruppe A zu einer leichten Reduktion des mittleren Keratometerwertes von −6,94 Dioptrien auf −7,21 Dioptrien nach vier Jahren, doch in Gruppe B und Gruppe C blieben die Werte weitgehend stabil, ohne klinisch relevante Veränderungen. Auch der Astigmatismus, der Achsenwinkel und die Exzentrizität der Rückfläche blieben in der Mehrzahl der Gruppen über die Zeit unverändert. Lediglich Gruppe A zeigte eine frühe signifikante Abnahme der posterioren Exzentrizität, während in Gruppe C eine spätere, jedoch ebenfalls signifikante Reduktion bis zum elften Jahr zu beobachten war.
Hinsichtlich postoperativer Komplikationen traten Hornhauttrübungen (Haze) und Narbenbildungen unterschiedlich häufig auf. Gruppe A wies früh postoperativ einen signifikanten Anstieg der Haze-/Narbenbildung auf (von 46,0 % auf 54,0 % betroffene Augen nach 1 Monat; p < 0,001). In Gruppe B zeigte sich zunächst eine Zunahme der Haze-/Narbenprävalenz im ersten Jahr (65,5 %; p < 0,001), gefolgt von einer teilweisen Rückbildung bis zum sechsten Jahr. Gruppe C zeigte dagegen eine anhaltende Zunahme der Haze-/Narbenbildung im Langzeitverlauf mit 77,8 % betroffenen Augen nach vier Jahren (p < 0,001).
Die Vogt-Striae traten uneinheitlich auf: In Gruppe A kam es zu einem signifikanten Anstieg von 39,0 % auf 61,0 % nach 1 Monat (p = 0,015), während Gruppe B erst ab dem vierten Jahr eine Reduktion zeigte (p = 0,039). In Gruppe C war ein signifikanter Anstieg erst nach acht Jahren sichtbar (von 30,0 % auf 70,0 %; p = 0,031).
Die Studie weist jedoch Limitationen auf. Insbesondere die fallzahlbedingte Abnahme der Patienten im Langzeitverlauf, die durch das retrospektive Studiendesign bedingte eingeschränkte Erfassung von Einflussfaktoren wie Kontaktlinsentragen oder begleitenden Augenpathologien sowie die Entscheidung, bei beidseitiger Behandlung mit Corneal Cross-Linking nur ein Auge in die Analyse einzuschließen, um verbundene Stichproben zu vermeiden, stellen relevante methodische Einschränkungen dar.
Zusammenfassend bestätigen die Ergebnisse die langfristige Wirksamkeit des konventionellen epitheloffenen Corneal Cross-Linking. Die Therapie führt zu einer signifikanten Abflachung der vorderen Hornhaut, einer Reduktion der Hornhautdicke und zu einer funktionellen Stabilisierung oder Verbesserung der Sehschärfe über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren. Veränderungen der Hornhautrückfläche blieben hingegen minimal, was das Verständnis der limitierten Eindringtiefe der ultravioletten A-Strahlung und der vorwiegend anterioren Wirkung des Corneal Cross- Linking-Verfahrens unterstreicht. Trotz möglicher Komplikationen wie Hornhauttrübungen zeigt die Methode eine anhaltende strukturelle und funktionelle Stabilisierung der Hornhaut bei progressivem Keratokonus.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
This retrospective study examined the long-term structural and functional development of the cornea following treatment with the corneal cross-linking (CXL) method in individuals with progressive keratoconus over a period of up to twelve years. The analysis included 225 eyes, which were divided into three groups (A, B and C) according to the follow-up time. In terms of functional results, an ...

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
This retrospective study examined the long-term structural and functional development of the cornea following treatment with the corneal cross-linking (CXL) method in individuals with progressive keratoconus over a period of up to twelve years. The analysis included 225 eyes, which were divided into three groups (A, B and C) according to the follow-up time.
In terms of functional results, an improvement or stabilisation of vision was observed in all groups. For example, the uncorrected visual acuity in group A decreased from an average of 0.71 logMAR (logarithm of the minimum angle of resolution) preoperatively to 0.46 after four years, while the best-corrected visual acuity decreased from 0.45 to 0.28 logMAR. Group B showed an even stronger improvement in best-corrected visual acuity, with a decrease from 0.54 to 0.31 logMAR by the sixth year, while Group C showed a reduction in best-corrected visual acuity from 0.44 to 0.20 logMAR after four years, stabilising at 0.39 logMAR after eleven years. Most of these improvements exceeded the clinically relevant threshold of 0.1 logMAR and thus indicate a therapeutically relevant efficacy of the treatment.
A significant flattening of the corneal curvature was observed in the anterior cornea. The maximum keratometer value decreased in group A from 55.86 dioptres to 53.74 dioptres after four years, in group B from 55.63 dioptres to 53.98 dioptres after six years, and in group C from 54.90 dioptres to 52.31 dioptres after eleven years. Parallel dazu zeigte sich eine deutliche Abnahme der zentralen Hornhautdicke. The thickness at the corneal apex decreased from 476.28 µm to 450.78 µm in group A and from 495.4 µm to 442.29 µm in group C after eleven years.
Analysing topographic parameters of the anterior surface also revealed a moderate reduction in astigmatism, particularly in group B, where the values decreased from 4.05 dioptres to 3.38 dioptres after four years. In group A, astigmatism decreased from 4.18 dioptres to 3.40 dioptres, but remained statistically insignificant. In group C, no significant changes were observed. The corneal surface axis angle remained largely stable in all groups, while the corneal surface eccentricity, a parameter for central symmetry, decreased significantly in group A from 0.74 to 0.58 after four years and in group C from 0.80 to 0.40 after eleven years.
In contrast, the posterior corneal surface showed only minor changes. Although there was a slight reduction in the mean keratometer value from −6.94 dioptres to −7.21 dioptres in group A after four years, the values remained largely stable in groups B and C, without any clinically relevant changes. The astigmatism, the axial angle and the eccentricity of the back surface remained largely unchanged in most groups over time. Only group A showed an early significant decrease in posterior eccentricity, while group C showed a later, albeit also significant, reduction by the eleventh year.
Regarding postoperative complications, corneal opacities (haze) and scarring occurred at different frequencies. Group A showed a significant increase in haze/scar formation early postoperatively (from 46.0% to 54.0% affected eyes after 1 month; p < 0.001). Group B initially showed an increase in Haze/scar prevalence in the first year (65.5%; p < 0.001), followed by partial regression by the sixth year. Group C, however, showed a sustained increase in haze/scar formation over the long term, with 77.8% of eyes affected after four years (p < 0.001).
Vogt's striae occurred inconsistently: in group A, there was a significant increase from 39.0% to 61.0% after one month (p = 0.015), while group B showed a reduction only from the fourth year onwards (p = 0.039). In group C, a significant increase was only visible after eight years (from 30.0% to 70.0%; p = 0.031).
However, the study has limitations. Notably, the fall in patient numbers over the long term due to the retrospective study design, the limited capture of influencing factors such as contact lens use or accompanying eye pathologies, and the decision to include only one eye in the analysis for bilateral treatment with corneal cross-linking to avoid related samples, represent significant methodological limitations.
In summary, the results confirm the long-term effectiveness of conventional epitheloffene corneal cross-linking. The therapy leads to a significant flattening of the front of the cornea, a reduction in corneal thickness and a functional stabilisation or improvement in visual acuity over a period of up to twelve years. Changes to the back surface of the cornea remained minimal, reflecting the limited penetration depth of ultraviolet A radiation and the predominantly anterior effect of the corneal cross-linking procedure. Despite possible complications such as corneal clouding, the method shows an ongoing structural and functional stabilisation of the cornea in progressive keratoconus.
Metadaten zuletzt geändert: 31 Mrz 2026 05:26
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