Zusammenfassung
Kurzfassung
Online-Videos haben für den physikalischen Fachunterricht eine zunehmende Bedeutung. Sie werden
von Lernenden auf eigene Initiative herangezogen, aber auch von Lehrkräften in den Unterricht
eingebracht. Sie müssen daher als relevante Lernmedien angesehen werden. Die vorliegende Publikation
geht der Frage nach, ob die Videos des populären Anbieters simpleclub allgemein ...
Zusammenfassung
Kurzfassung
Online-Videos haben für den physikalischen Fachunterricht eine zunehmende Bedeutung. Sie werden
von Lernenden auf eigene Initiative herangezogen, aber auch von Lehrkräften in den Unterricht
eingebracht. Sie müssen daher als relevante Lernmedien angesehen werden. Die vorliegende Publikation
geht der Frage nach, ob die Videos des populären Anbieters simpleclub allgemein akzeptierten
Vorgaben zur Rolle und Repräsentanz der Geschlechter gerecht werden. Es zeigte sich, dass in
54 untersuchten Videos weibliche Personen deutlich unterrepräsentiert waren und mehr stereotype
als nicht stereotype Darstellungen verwendet wurden. Außerdem wurden keine Wissenschaftlerinnen
abgebildet, die Schülerinnen als Identifikationsmöglichkeit hätten dienen können. Bei einem
qualitativen Interview mit einer Gelegenheitsstichprobe von sieben Schüler*innen werteten diese
ein ausgewähltes Video von simpleclub überwiegend positiv. Der gezeigte Sexismus wurde nur
manchmal erkannt und selbst dann nicht generell verurteilt. Allgemein sympathisierten die Schülerinnen
eher mit simpleclub als die Schüler, welche dem Unternehmen eher neutral oder negativ eingestellt
waren.
Abstract
Online videos are becoming increasingly important in teaching physics. They are used by learners
on their own initiative, but are also brought into the classroom by teachers. They must therefore be
regarded as relevant learning media. The present publication investigates whether the videos of a
currently popular German provider, simpleclub, meet generally accepted guidelines with regard to
the role and representation of gender. Research shows that in 54 analyzed videos, females were
significantly underrepresented and that more stereotypical than non-stereotypical representations
were used. In addition, no female scientists were depicted who could have served as a means of
identification for female students. In a qualitative interview with a random sample of seven students,
they predominantly rated a selected video from simpleclub mostly positively. The sexism shown
was only recognized sometimes and even then, not generally condemned. In general, the female
students sympathized more with simpleclub than the male students who were more neutral or negative
towards the company.